Das Beispiel damals 2013/14 zeigt wunderbar, wie vielschichtig diese Problematik der Transfers ist.
Damals hatte der BVB trotz der zwei Meistertitel kurz zuvor noch nicht dieses Standing des "zweiten Leuchturms im deutschen Fussball", von dem Watzke dann ab 2017/18 häufig sprach.
Watzke und Zorc mussten damals nach den vielen Abgängen (Sahin, Götze, Kagawa etc) überlegen, ob man nur des schnellen Geldes wegen (mit Lewa Ablöse 2012/13 einen kompletten Ausverkauf riskieren kann, oder lieber ihn noch ein Jahr hält und wieder die CL erreicht. Das war damals nicht so klar, wie es aus heutiger Sicht erscheint. Watzke/Zorc haben sich dann letztlich für die zweite Variante entschieden, weil sie wussten, dass eine Dauerpräsenz in der CL wichtiger ist als die kurzfristige Einnahme der Transfererlöse für Lewa. Und Lewa hat es in den beiden Saisons 12/13 und 13/14 auch mit ungalublichen Performances gedankt, gerade in der CL (beispielsweise gegen Real Madrid). Die Aufmerksamkeit, die der BVB dadurch international bekam, als auch die CL Quali, die man sicherte, waren elementar wichtig für die Marktstellung des BVB der späteren Jahre. Junge Talente wie Auba, Dembele, Pulsisic und wie sie alle heißen, wären ohne diese 1-2 Jahre mit Lewa und den starke internationalen Auftritten wohl nie zum BVB gekommen. Wir nehmen das heute als so selbstverständlich hin, dass der BVB fast immer in die CL kommt und dort ins Achtelfinale. 2013 ar das keinesfalls sicher, wenn ein Komplettausverkauf passiert wäre. War ja mit Götze und Co schon schlimm genug. So konnte man die Abgänge (Lewa, Hummels, Gündogan, etc) über die nächsten 3-4 Jahre (2013-2017) strecken und sich derweil nach neuen Talenten umschauen.
the harder we fight the higher the wall