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Historischer Rücksetzer am Ölmarkt: Hoffnung auf Hormus-Öffnung drückt Preise massiv

Der Ölpreis erlebt einen massiven Einbruch: Nach einer überraschenden Waffenruhe zwischen den USA und Iran hoffen Anleger auf eine Entspannung im Nahen Osten. Brent und WTI verlieren zweistellig, doch die Lage bleibt fragil.
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Silhouette von Öl-Förderpumpen (Symbolbild).
Quelle: www.gettyimages.de"> - © ssuaphoto / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de: http://www.gettyimages.de

Der Ölmarkt hat am Mittwoch einen dramatischen Kursrutsch erlebt. Auslöser war die überraschende Ankündigung einer vorläufigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, die Hoffnungen auf eine Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus weckte. Anleger reagierten erleichtert – und schickten die Ölpreise auf Talfahrt.

Die Nordseesorte Brent sackte um 13,3 Prozent auf 94,75 US-Dollar je Barrel ab. Die US-Referenzsorte WTI verlor sogar 16,4 Prozent und fiel auf 94,41 US-Dollar. Damit verzeichnete der Markt einen der stärksten Tagesverluste seit Jahren.

Hintergrund der heftigen Reaktion ist die Erwartung, dass die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Öltransitrouten der Welt – bald wieder für Tanker geöffnet werden könnte. Rund 20 Prozent des globalen täglichen Ölangebots passieren die Meerenge zwischen Iran und Oman. Zuletzt war der Schiffsverkehr dort wegen militärischer Drohungen Teherans praktisch zum Erliegen gekommen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor überraschend einem zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran zugestimmt und zugleich Gespräche über mögliche Zoll- und Sanktionslockerungen in Aussicht gestellt. Marktbeobachter hoffen nun auf eine Entspannung der Lage und eine Normalisierung der Lieferketten.

Doch trotz des Preissturzes bleibt die Unsicherheit hoch. Denn die Waffenruhe gilt als äußerst fragil. Noch immer ist die Straße von Hormus nach Angaben aus Schifffahrtskreisen offiziell geschlossen. Zudem drohte die iranische Marine Schiffen ohne Genehmigung weiterhin mit Angriffen.

Zusätzliche Spannungen entstehen durch neue militärische Zwischenfälle in der Region. So soll Iran laut Reuters kurz nach Verkündung der Waffenruhe eine saudische Pipeline attackiert haben. Gleichzeitig meldeten mehrere Golfstaaten Raketen- und Drohnenalarme.

Für zusätzlichen Druck auf den Ölpreis sorgten zudem neue Lagerdaten aus den USA: Die Rohölbestände stiegen zuletzt um 3,1 Millionen Barrel und damit deutlich stärker als erwartet.

Analysten gehen dennoch davon aus, dass Öl vorerst über dem Vorkrisenniveau bleiben dürfte. Erst wenn der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus tatsächlich wieder normal läuft, könnte sich der Markt nachhaltig beruhigen.

Autor: Ariva-Redaktion/ js


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