sondern im Moment voll ausgelastet :o(
Aber hier mal was zur Zukunft des Mobilfunks.
(Zwar etwas lang, aber trotzdem interessant)
gesehen bei: www.portel.de/nc/nachricht/artikel/...hster-investitionsrunde/
Telekom-Experten: Mobilfunkanbieter stehen vor nächster Investitionsrunde
LTE ist notwendiger Zwischenschritt zum breitbandigen Mobilfunk
Frankfurt/M., 05.06.08-06:00 – Die UMTS-Netze der dritten Mobilfunkgeneration (3G) sind noch nicht ganz fertig gestellt, da stehen die Mobilfunkunternehmen bereits vor den nächsten Investitionen für die nachfolgende Netzgeneration. „LTE - Long Term Evolution“, so die Bezeichnung für die kommende Mobilfunktechnik, soll spätestens ab dem Jahr 2012 mobile Breitbandanwendungen zu deutlich geringeren Kosten möglich machen. „Die Technik kommt sicher, aber sie braucht noch ihre Zeit“, war der Tenor auf dem Telecommunications Executive Circle (TEC - www.tec-deutschland.de) unter dem Thema „LTE - Was leisten die neuen Mobilfunknetze?“ am Mittwochabend in Frankfurt/Main. Die regelmäßige Abendveranstaltung für Führungskräfte der TK-Industrie wird organisiert von der Fachhochschule Bonn Rhein-Sieg unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Böcker.
Die Situation auf dem deutschen Mobilfunkmarkt stellt sich den Ausführungen von Professor Böcker zufolge derzeit folgendermaßen dar: Die Zahl der Mobilfunkkunden ist inzwischen auf rund 100 Millionen gestiegen. Das entspricht einer Versorgungsrate von rund 120 Prozent. Die Zahl der UMTS-Nutzer liegt derzeit bei rund 10 Millionen. In vier Jahren werden den Prognosen zufolge drei Viertel aller Nutzer UMTS-Kunden sein. Dabei verschiebt sich das Verhältnis der Nutzung von Sprache und Daten in den Mobilfunknetzen inzwischen massiv in Richtung Datennutzung. Die neuen Services im Mobilfunk erfordern damit eine immer leistungsfähigere Infrastruktur. Gleichzeitig setzen die Mobilfunk-Discounter die Branche seit zwei Jahren unter enormen Preisdruck.
Unter dem Strich stehen die Mobilfunknetzbetreiber damit vor der doppelt schwierigen Aufgabe, das Netz mit einer immer höheren Leistungsfähigkeit auszustatten, gleichzeitig aber die Kosten zu reduzieren. Die Rettung sehen Marktexperten aufgrund der Leistungsfähigkeit und der zahlreichen Einsatzmöglichkeiten in LTE: Auf bis zu 220 Megabit pro Sekunde hat es die Technik im Labor schon gebracht. Die Kosten pro übertragenes Bit liegen bei nur etwa einem Viertel der in den Mobilfunknetzen aktuell üblichen Produktionskosten pro Bit. Die Mobilfunkanbieter stehen bei dem für 2010 bis 2012 erwarteten Generationswechsel laut Prof. Böcker deshalb nun vor der nächsten großen Investitionsrunde.
Zwischen 240 und 300 Prozent pro Jahr bezifferte Dr. Norbert Matthes, Vice President Deployment & Supplier Management bei der T-Mobile Deutschland GmbH, das Wachstum beim Datenverkehr in den europäischen Mobilfunknetzen. „Die Kunden vernetzen und mobilisieren ihr Leben und wollen die Mobilfunknetze genauso nutzen, wie sie es vom DSL-Anschluss her gewöhnt sind“, beschrieb Dr. Matthes die Situation. Das exponentielle Wachstum beim mobilen Datenverkehr stehe jedoch nicht in Relation zur Zahlungsbereitschaft der Kunden. Noch vor den Mobilfunkanbietern seien hier die Hersteller der Systemtechnik gefordert, kosteneffiziente Technik - weniger Kosten pro Bit - bereit zu stellen. Insbesondere in M2M-Anwendungen (Maschine zu Maschine-Kommunikation) sieht der T-Mobile-Manager künftig ein riesiges Geschäftsfeld für den Mobilfunk, da mehr Maschinen miteinander kommunizieren als Menschen. Offen sei allerdings, ob es künftig mehrere LTE-Netze geben werde oder nur eines. Zu einem späteren Zeitpunkt sei LTE auch durchaus eine denkbare Alternative zu DSL oder auch WIMAX.
Laut Dr. Christian Wirtz, Leiter Strategy and New Business Development bei der Vodafone D2 GmbH, kommt es darauf an, die Fehler bei LTE nicht zu wiederholen, die bei der Einführung anderer Technologien schon gemacht wurden. Er verwies dabei u.a. auf die UMTS-Versteigerung vor acht Jahren, bei der die Netzbetreiber allein in Deutschland 50 Milliarden Euro für die Lizenzen ausgegeben haben. Sicher sei LTE zukunftsfähig, aber allein der Netzaufbau bringe Kosten in Milliardenhöhe mit sich. Zudem komme es bei Investitionen in Technik darauf an, nicht schneller als erforderlich sondern genau zum richtigen Zeitpunkt damit in den Markt zu gehen.
Auch Dr. Wirtz geht von einem deutlichen Preisverfall bei mobilen Datendiensten aus. Für Servicelevels im Business-Bereich und auch in bestimmten Consumer-Bereichen sei jedoch Zahlungsbereitschaft zu erwarten. Chancen für die Differenzierung als Anbieter sieht der Vodafone-Manager beispielsweise in der angebotenen Bandbreite. Deshlab sei die eigene Infrastruktur auch künftig ein Wettbewerbsvorteil. Auch Content werde immer wichtiger. Vodafone unterstütze daher auch kleinere Content-Anbieter. Bei Vodafone mache man sich dazu im Prinzip die gleichen Gedanken wie bei Google, nämlich: wie bekommen wir vertikal integrierte und durchgängige Lösungen hin?
„LTE hat das Potential, der erste echte Weltstandard für konvergente Geräte und Dienste zu werden“, zeigte sich Fabricio Carvalho de Gouveia in Frankfurt überzeugt. Auch der Wissenschaftliche Mitarbeiter beim Berliner Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (FHI Fokus) sieht keine typische LTE-Killerapplikationen kommen. LTE werde aber die erforderliche Bandbreite zur Verfügung stellen, damit die User alle ihre gewohnten Services wie Youtoube, Facebook und Social Networks zu vertretbaren Kosten auch unterwegs nutzen können. Dass der Bedarf da sei, zeige das Beispiel Österreich: Dort gibt es durch die frühe und konsequente Einführung von HSDPA schon jetzt mehr Breitbandkunden im Mobilfunk als im Festnetz. Erste LTE-Angebote erwartet der Berliner Forscher für das Jahr 2010.
Fazit: LTE wichtiger Zwischenschritt für breitbandigen Mobilfunk
„Für den Kunden spielt die Bezeichnung für die Technik im Hintergrund keine Rolle“, erklärte Professor Böcker am Mittwoch gegenüber Portel.de. Wie GSM und UMTS sei auch LTE nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zu immer leistungsfähigeren Netzen. Auch für diese Netzgeneration seien keine bestimmten Killerapplikationen zu erwarten, wie etwa Handy-TV oder Bildtelefonie. Mit LTE würden stationäre Dienste aber grundsätzlich mobil und die Vision von „Seamless Services“ rücke damit einen deutlichen Schritt näher. „Die neue Generation der Mobilfunknetze ermöglicht eine höhere Vielfalt bei der individuellen Zusammenstellung der Dienste in Bündeln oder Paketen“, so der Bonner TK-Experte. Die eigene Infrastruktur bleibe damit auch für die Zukunft ein wichtiger Wettbewerbsvorteil und mache die Kernkompetenz eines Anbieters bei der Gestaltung der Dienste und Preise aus.
GEORG STANOSSEK
Gruss vom TecNicker, der die FNT-HV als letztes Gefecht sieht.
stay looong