Vor allem Mittelteil und Ende...
freenet Kurschance von 30% bis 40%
21.05.2007
TradeCentre.de
Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" sehen bei der Aktie von freenet (ISIN DE000A0EAMM0 / WKN A0EAMM) eine Kurschance von 30% bis 40%.
Vor spannenden Wochen scheine die Aktie der freenet AG zu stehen. Wie die Experten aus gut informierten Kreisen hören würden, solle in Kürze eine größere Veränderung in der Aktionärsstruktur anstehen. Der bisher investierte Finanzinvestor aus den USA, Texas Pacific Group, der rund 18 Prozent an der jüngst fusionierten Gesellschaft aus mobilcom und freenet.de halte, plane Kreisen zufolge, seinen Anteil zu verkaufen. Käufer des Paketes solle angeblich ein Private Equity-Investor sein, der in Deutschland bisher nicht auf den Plan getreten sei.
Für aggressive Investoren oder Franz Münteferings Lieblingsinsekten sei freenet ein gefundenes Fressen. An der Börse werde das Unternehmen aktuell mit 2,26 Milliarden Euro bewertet. In der Kasse würden knapp 540 Millionen Euro Cash schlummern. Bankschulden seien Fehlanzeige. Aufgrund der Profitabilität und positiven Cashflows dürfte die Kasse weiter ansteigen. Allein in Q1 dieses Jahres seien bei einem Umsatz von 452 Millionen Euro unterm Strich fast 50 Millionen Euro verdient worden. Allerdings seien in diesem Gewinn auch Aktivierungen von Kundengewinnungskosten enthalten, sodass der Profit in Q1 nicht mit dem Faktor vier auf das Gesamtjahr multipliziert werden könne.
Die jüngst kolportierte Sonderausschüttung von sechs Euro pro Aktie oder circa 575 Millionen Euro solle nach Informationen von "TradeCentre.de" eine ausgemachte Sache sein. Man rechne diesbezüglich noch mit einer Verkündung in diesem Monat. Die Ausschüttung sei aber für neue Investoren lediglich ein Nebenkriegsschauplatz.
Bekanntlich sei freenet im Bereich Mobilfunk mit mehr als fünf Millionen Kunden einer der stärksten Player im Markt neben der Deutschen Telekom. Im Bereich Festnetz und Internet hätten die Norddeutschen ebenfalls eine gute Stellung. Über eine Million DSL-Kunden nenne die Gesellschaft ihr Eigentum. Die starke Positionierung in den einzelnen Märkten locke strategische Käufer aus dem Ausland an. Als ausländischer Telefonanbieter wäre der Einstieg über den Kauf des Mobilfunkgeschäfts von freenet in Deutschland ideal. Angeblich habe Vorstandschef, Eckhard Spoerr, bereits Angebote für das Segment bekommen.
Das Internetgeschäft sei bei größeren Telko-Gesellschaften ebenfalls von Interesse. Hier könnte auch Ralph Dommermuth, CEO von United Internet, zuschlagen, der laut Branchenkreisen ganz heiß auf diesen Teilbereich von freenet sei. Würden neue Investoren dieses Asset-Stripping oder die Filetierung des Konzerns anstreben, könnte Spoerr nach und nach nicht nur die sechs Euro pro Aktie ausschütten. In der Zerlegung der Firma seien die einzelnen Segmente sicher mehr wert als die um den Barbestand bereinigte Bewertung von 1,7 Milliarden Euro. Kursziele von über 30 Euro würden die Runde in Finanzkreisen machen.
Dieses Modell sei ein wahres Aktienwertsteigerungsprogramm für Aktionäre der Gesellschaft, die von dem Szenario massiv profitieren würden. Apropos "Aktienwertsteigerung" - dies scheine Spoerrs Lieblingsbegriff zu sein. Spoerr und sein CFO, Axel Krieger, säßen nämlich auf Optionen und vor allem auf so genannten Aktienwertsteigerungsrechten, die bereits Millionen wert seien.
Allein zum Jahresende 2006 habe die Gesellschaft nämlich Rückstellungen für Aktienoptionen und Aktienwertsteigerungsrechte gebildet, die sich auf mehr als zehn Millionen Euro für den gesamten Vorstand aufaddieren würden. Auf Spoerr würden hierbei knackige 4,7 Millionen Euro und auf Krieger 3,7 Millionen Euro entfallen. Das Vorstandsgehalt von Spoerr in Höhe von rund einer Million Euro in 2006 sei demgegenüber ein eher überschaubarer Betrag.
Mit jedem Euro, den die Aktie von freenet weiter steige, würden diese Aktienwertsteigerungsrechte noch erheblich wertvoller. CEO Spoerr dürfte sodann großes Interesse haben, dass die nur in Deutschland tätige, "lahme" freenet mehr in Schwung komme und der Aktienkurs endlich stärker anziehe, respektive sich seinem inneren Wert von mehr als 30 Euro annähere.
Eine andere Alternative wäre der Einstieg eines strategischen Investors, der Interesse an der gesamten freenet AG habe. Das Unternehmen könnte dann Opfer von einem wahren Bietergefecht werden, wovon Aktionäre und Spoerr immens profitieren würden. Als Vorbild könnte hier Klaus Esser dienen, der mit der damaligen Mannesmann AG für Aktionäre ein regelrechtes Feuerwerk an Aktienwertsteigerung durchgeboxt habe.
Der Ausstieg der Texas Pacific Group könnte sich als Freischlag für die Aktie entpuppen. Texas Pacific Group sei eher ein konfliktfreier Finanzinvestor, der stark auf sein Image bedacht sei und das Papier von freenet bislang gebremst habe. Cashausschüttungen und Verkäufe von Teilbereichen seien in der Regel ein heißes politisches Eisen.
Die neuen Investoren dürften eher schmerzfrei sein. Mit der Drillisch AG und der TELES AG, die jeweils acht Prozent, respektive 3,7 Prozent an freenet halten würden, und weiteren Finanzinvestoren würden bereits fast 40 Prozent des Grundkapitals abgedeckt. Diese Aktionärsstruktur biete ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit. All diese Aktionäre dürften zielorientiert an einer Optimierung der Einzelsegmente von freenet interessiert sein oder gar von einer Komplettübernahme massiv profitieren und diese unterstützen.
Die Experten von "TradeCentre.de" sehen in der Aktie von freenet eine Kurschance von 30% bis 40% bei moderaten Kursrisiken. Auf der Rückbank von Spoerr und den neuen Investoren könne man mitfahren. (Analyse vom 21.05.2007) (21.05.2007/ac/a/t)
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