United Internet verkauft Service-Tochter, für die Markenstrategie bedeutet das noch größeren finanziellen Spielraum, UI will die Kernkompetenzen weiter verstärken --> Freenet, maybe?
Aus BörseOnline:
United Internet befindet sich weiter auf Expansionskurs. Mit dem Verkauf des Outsourcing-Dienstleisters twenty4help wird das Profil mit dem Fokus auf die Bereiche Produkte, DSL und Online-Marketing weiter geschärft.
Abnehmer ist der französische Dienstleister Teleperformance SA. Der Unternehmenswert von twenty4help wurde für die Transaktion auf 85 Millionen Euro beziffert. Endgültig festgesetzt wird der in bar zu begleichende Kaufpreis, sobald der Jahresabschluss für 2006 geprüft ist.
Mit diesem Schritt stellt United Internet den Bereich Outsourcing als eigenständige Geschäftseinheit ein. Die verbleibende Outsourcing-Tochter InterNetX wird künftig innerhalb des boomenden Produktegeschäfts bilanziert.
Dieser Sektor stellt rund 80 Prozent der Erlöse. Hier sind die vier Premiummarken GMX (E-Mail-Dienste), Web.de (Online-Portal), 1&1 (Breitband-Angebote) sowie Schlund&Partner (Webhosting mit dem Schwerpunkt Mittelstands-Kunden) gebündelt.
Ebenfalls auf Expansionskurs befindet sich der Bereich Online-Werbung mit dem Gewinntreiber Adlink. Gleichzeitig gibt sich United Internet offen für neue Bereiche, mit denen sich Geld im Internet verdienen lässt. Die jüngste Beteiligung am Online-Spieleanbieter E-sport geht in diese Richtung.
Die Einnahmen aus dem Verkauf von twenty4help wird United Internet dazu verwenden, um das Kerngeschäft zu stärken. Deutschlands zweitgrößter Internetanbieter hat es verstanden, die Balance aus starkem Kundenwachstum und höheren Margen zu halten. Auf Neunmonatsbasis lag die EBITDA-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Relation zum Umsatz) zuletzt bei 22 Prozent. Das ist im Branchenvergleich ein hoher Wert. Im Breitbandgeschäft ist es United Internet bis dato gelungen, dem zunehmenden Preisdruck durch einen Mix aus Flatrates und Kombi-Angeboten zu begegnen.
Am 30. März soll das Zahlenwerk für das Geschäftsjahr 2006 präsentiert werden und alles deutet auf das beste Ergebnis in der 18-jährigen Firmengeschichte hin. Gut denkbar also, dass Firmenchef Ralph Dommermuth in den kommenden Wochen schon die Eckdaten bekanntgibt. Der Markt hat sich bereits auf Good News eingestellt: Aktuell notiert das TecDAX-Schwergewicht am Zwölfmonatshoch. Das 2007er-KGV von 26 lässt da noch Spielraum, und das umso mehr, wenn die 2006er-Zahlen wie erwartet positive Überraschungen bieten.