ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Iran-Krieg sorgt für Druck - Ölpreis im Fokus

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PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg hat die Aktienmärkte in Europa am Montag unter Druck gebracht. Besonders deutlich sackten vor allem Tourismusaktien ab. Die Öl- und Gasbranche profitierte hingegen von kräftig steigenden Öl- und Gaspreisen.

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Der EuroStoxx 50 verlor 2,47 Prozent auf 5.987,02 Punkte. Damit gab der Leitindex der Eurozone seine Gewinne aus dem vergangenen Monat fast vollständig ab. Außerhalb der Euroregion sank der britische Leitindex FTSE 100 um 1,20 Prozent auf 10.780,11 Punkte. Der Schweizer SMI verlor 1,29 Prozent auf 13.834,10 Punkte. In den USA dagegen gelang es den Börsen ihre moderaten Verluste vom Handelsstart zuletzt auszugleichen oder sogar ins Plus zu drehen.

Am Wochenende hatten die USA gemeinsam mit Israel den Iran angegriffen. Das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei wurde getötet. Derzeit werden weiter Ziele im Iran angegriffen, während Teheran mit Gegenschlägen auf Israel und andere Länder antwortet, was Sorgen vor einem Flächenbrand in Nahost weckt.

Der Ölpreis schoss entsprechend in die Höhe, denn mit dem Iran-Krieg steht erneut die Straße von Hormus im Fokus. Iran hat dort den Schiffsverkehr eingeschränkt. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Handel mit Öl (Rohöl) und Gas. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf.

Brent-Öl erreichte zeitweise den höchsten Stand seit Juli 2024, US-Öl WTI den höchsten Stand seit Juni 2025. Im Sommer vergangenen Jahres hatte das US-Militär bereits Anlagen des Iran angegriffen.

Werte aus dem Artikel:
Euro Stoxx 50 6.328,09 +1,49%
FTSE 100 10.518,68 -0,03%
SMI 14.189,96 -0,58%

"In Anbetracht der stark steigenden Energiepreise hätten die Kursverluste rund um den Globus durchaus höher ausfallen können", resümierte Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Investoren schauen ihm zufolge nun darauf, wie lange das höhere Preisniveau anhalten und wie sich das Währungspaar Euro/Dollar weiter entwickeln werde.

Der Stoxx Europe 600 Travel & Leisure rutschte zeitweise um mehr als 5,5 Prozent ab und fand erst knapp über seinem Zwischentief aus dem Monat November Halt. Der Branchenindex der Öl- und Gaswerte setzte dagegen seinen Rekordlauf mit kräftigem Schwung fort. Im EuroStoxx waren Eni (ENI Aktie) Favorit mit plus 3,6 Prozent. Totalenergies folgten mit plus 3,1 Prozent.

JPMorgan-Analyst Matthew Lofting hob die Bedeutung der Straße von Hormus hervor und schrieb, dass Anleger im Energiebereich aktuell insbesondere auf Unternehmen mit hohem Ölpreis-Hebel setzen sollten. Er sieht vor allem Rückenwind für Eni und TotalEnergies und hob sein Anlageurteil für beide auf "Overweight". In London ging es für BP und Shell zudem deutlich nach oben.

Stark profitierten auch Rüstungswerte, wie etwa BAE Systems . Die Aktie gewann in London 6,1 Prozent und erreichte zudem ein Rekordhoch. BAE liefert die Infrarot-Zielerfassung der Lenkflugkörper im THAAD-Raketenabwehrsystem der US-Armee. In den ersten Angriffen gegen den Iran im Juni 2025 sind Medienberichten zufolge zwischen 15 und 25 Prozent des gesamten THAAD-Arsenals gebraucht worden, um iranische Raketen gegen Israel abzufangen, wie Analyst David Perry von JPMorgan schrieb. Derzeit dürfte das Verschleißtempo weitaus höher liegen.

Im Tourismussektor sackte die Aktie des größten europäischen Reiseveranstalters Tui um fast 10 Prozent ab. Fluggesellschaften wie Air France-KLM , IAG oder Easyjet büßten ebenfalls kräftig ein. Die Anleger sorgen sich um Flugstreichungen, operative Behinderungen, steigende Ölpreise und eine möglicherweise geringere Nachfrage. Autoaktien gaben ebenfalls deutlich nach. Renault und Stellantis etwa büßten 5,1 und 7,1 Prozent ein. Anleger sorgen sich vor Lieferketten- aber auch Nachfragestörungen und einer Kostenexplosion auf mehreren Ebenen infolge des Ölpreisanstiegs.

Im Blick stand zudem das Papier von Smith & Nephew , das um 4,3 Prozent nachgab. Der Medizintechnikkonzern aus Großbritannien hatte Jahreszahlen und auch einen Ausblick auf 2026 und 2028 veröffentlicht./ck/nas


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