PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der EuroStoxx 50 hat am Mittwoch seine deutlichen Vortagesverluste etwas ausgeweitet. Angesichts der nach Börsenschluss in New York anstehenden Quartalszahlen von Micron agierten Anleger weiter vorsichtig. Sie erhoffen sich von den Resultaten des US-Chipriesen Hinweise darauf, ob die Nachfrage nach Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) noch hoch genug ist, um die Kursrally in diesem Bereich weiter anzutreiben.
Für dich zusammengefasst:
Der EuroStoxx fiel um 0,25 Prozent auf 6.214,70 Punkte.
Der Schweizer SMI stieg um 1,49 Prozent auf 14.117,75 Punkte.
Die Aktien von Rheinmetall fielen um fast 19 Prozent.
Der Eurozonen-Leitindex fiel um 0,25 Prozent auf 6.214,70 Punkte. Am Vortag hatte er mit am meisten unter dem Ausverkauf der heiß gelaufenen Halbleitertitel insbesondere in Südkorea gelitten.
Außerhalb der Eurozone ging es für den Schweizer SMI um 1,49 Prozent auf 14.117,75 Punkte hoch, nachdem er im Handelsverlauf ein Rekordhoch erreicht hatte. Das Börsenbarometer profitierte einmal mehr von seinen robusten defensiven Schwergewichten wie Nestle und Novartis . Mit dem Luxusgüterkonzern Richemont stützte ein weiteres Schwergewicht den Index. Der britische FTSE 100 ("Footsie") gewann 0,31 Prozent auf 10.461,63 Punkte.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 waren unter anderem Immobilientitel sowie die Lebensmittelhersteller und Produzenten von Verbrauchsgütern stark gefragt. Zu letzteren zählen auch die Luxusgüterkonzerne, deren Aktien sich weiter erholten.
Im EuroStoxx zogen die Anteilsscheine von LVMH um knapp zwei Prozent und im SMI die von Richemont um vier Prozent an - letztere stützte auch eine deutliche Kurszielanhebung des Analysehauses Jefferies. Dessen Experte James Grzinic sieht die Schweizer als den großen Gewinner der bevorstehenden Berichtssaison der Luxusbranche.
Aus der Technologiebranche stach die Tech-Beteiligungsgesellschaft Prosus mit einem Kursplus von vier Prozent heraus. Deren Papiere profitierten an der EuroStoxx-Spitze von der positiv aufgenommenen Meldung des chinesischen Internetkonzerns Tencent , vor der Einführung eines KI-Agenten für seine Unternerhmenskommunikations-App zu stehen. Tencent ist die wichtigste Beteiligung von Prosus.
Einen Bogen machten die Anleger zur Wochenmitte um die Aktien der europäischen Öl- und Gas- sowie Rohstoffkonzerne . Hier belasteten die weiter sinkenden Rohöl- und Metallpreise.
Zuletzt hatten Fortschritte bei den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise belastet. Zudem passieren immer mehr Handelsschiffe die Straße von Hormus und ermöglichen so den Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf.
Kursabschläge gab es auch bei den Aktien von Rüstungskonzernen. So verloren in Mailand Leonardo fast fünf und Thales in Paris mehr als ein Prozent. Die Anteilsscheine von Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) sackten als klares Schlusslicht im EuroStoxx um fast 19 Prozent ab. Dem deutschen Branchenprimus war ein milliardenteures Rüstungsprojekt für sechs Fregatten entgangen. Der nun formal angekündigte Börsengang des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS in Frankfurt und Paris hatte keine positiven Impulse gegeben.
An der "Footsie"-Spitze schnellten die Papiere von Segro um gut 17 Prozent nach oben. Der wertvollste britische Industrieimmobilien-Konzern hatte ein Übernahmeangebot des US-Wettbewerbers Prologis abgelehnt. Dessen Anteilsscheine büßten zuletzt in New York fast 3 Prozent ein./la/jha/
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