PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag einen Teil ihrer Vortagesverluste wieder wettgemacht. Rückenwind kam von wieder deutlich rückläufigen Ölpreisen, auch wenn ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran weiterhin nicht absehbar ist. Obendrein überzeugten die Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum und Großbritannien.
Für dich zusammengefasst:
Europäische Aktienmärkte erholen sich am Freitag.
EuroStoxx 50 steigt um 1,14 Prozent auf 6.280,94 Punkte.
Nokia-Aktie fällt um 5,5 Prozent nach enttäuschenden Zahlen.
"Die Eurozone schlägt sich gut in Anbetracht der Umstände", sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Hiobsbotschaften seien ausgeblieben. Zu Großbritannien konstatierte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets, dass sich die Konsumfreudigkeit dort insgesamt wieder aufgehellt habe.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,14 Prozent auf 6.280,94 Punkte, was im Wochenverlauf ein Plus von 0,8 Prozent bedeutet. Außerhalb des Euroraums rückte der schweizerische SMI am Freitag um 0,79 Prozent auf 14.327,20 Punkte vor. Der britische FTSE 100 kletterte um 0,91 Prozent auf 10.736.23 Punkte nach oben, womit sein Wochenplus 1,3 Prozent beträgt. Unterstützung kam hier durch einen Anstieg der von S&P Global ermittelten Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor im Juli.
Unter den Branchen in Europa gab es fast ausschließlich Gewinner. Der Telekomsektor ragte hingegen mit deutlich negativem Vorzeichen heraus. Vor allem ein starker Verluste beim Schwergewicht Nokia schlug zu Buche. Die Aktie des Netzwerkausrüsters, der tags zuvor Quartalszahlen vorgelegt und mit einem beibehaltenen KI-Ausblick enttäuscht hatte, sackte um 5,5 Prozent ab. Dennoch bleibt damit ein Kursgewinn seit Jahresbeginn von bald 50 Prozent.
Zudem sackten in Amsterdam die Anteile des Beleuchtungsspezialisten Signify um 8,8 Prozent ab. Sie fanden nur knapp über ihrem Rekordtief aus dem Frühjahr 2020 Halt. Analysten sehen in dem schwachen Quartalsbericht eine weitere Enttäuschung, wobei sie insbesondere die rückläufige Profitabilität monierten.
In Paris enttäuschten die Quartalszahlen von Carrefour , die um 4,9 Prozent nachgaben. Die Analysten von RBC verwiesen auf das enttäuschende operative Ergebnis für das erste Halbjahr des Einzelhändlers.
Sanofi verloren im freundlichen Gesamtmarkt 0,4 Prozent. Dass relativ geringe Minus trotz der gestoppten klinischen Entwicklung von Amlitelimab gegen atopische Dermatitis wurde damit begründet, dass dies nach zwei Krebsfällen keine Überraschung mehr gewesen sei.
Positives kam aus der Softwarebranche. SAP (SAP Aktie) überzeugte mit Quartalszahlen. Zudem bauten die Aktien der französischen Dassault Systemes ihre Kursgewinne vom Vortag mit einem Plus von knapp 8 Prozent weiter aus. Dassault hatte tags zuvor mit seinem zweiten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen und die Übernahme des Softwareunternehmens ArisGlobal für bis zu 2 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben./ck/he
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