PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben sich am Dienstag nach verhaltenem Start robust gezeigt. Nach Ansicht von Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets bleiben die Anleger trotz hoher Ölpreise sowie Anleiherenditen zuversichtlich und setzen "auf eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten und die damit verbundenen positiven Folgen für Inflation und Weltkonjunktur." So sanken die Ölpreise im Tagesverlauf, notieren aber immer noch recht hoch.
Für dich zusammengefasst:
Europas Aktienmärkte zeigen nach verhaltenem Start Gewinne.
Der EuroStoxx 50 steigt um 0,73 Prozent auf 6.347,43 Punkte.
Olpreise sind gesunken, bleiben aber weiterhin hoch.
Der EuroStoxx 50 stieg gegen Mittag um 0,73 Prozent auf 6.347,43 Punkte. Außerhalb der Eurozone zog der Schweizer Leitindex SMI um 0,3 Prozent auf 14.002,58 Punkte an, während der britische FTSE 100 0,25 Prozent auf 10.711,86 Punkte gewann.
Neue Konjunkturdaten beurteilte Lipkow als durchwachsen. "Das Industrievertrauen erholt sich weiter von seinen Tiefständen, während die Stimmung im Dienstleistungssektor hinter den Erwartungen zurückbleibt", betonte der Marktexperte. "Unter dem Strich reicht das aus, um die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung am Leben zu halten."
Stärkster Sektor waren die Technologiewerte, allen voran die Halbleiteraktien. So legten ASML um 3,3 Prozent zu. "Trotz der zuletzt aufgekommenen Zweifel an Wachstum, Investitionen und Bewertungen bleibt die KI-Story für viele Investoren attraktiv", merkte Lipkow an. "Solange die Anleger an die langfristigen Wachstumsperspektiven glauben, werden Rücksetzer bei den entsprechenden Aktien weiterhin auch als Kaufgelegenheiten gesehen."
Zur Schwäche neigten dagegen Infrastrukturwerte. Die sonst wenig volatilen Aktien von Vinci (Vinci Aktie) sanken um 2,3 Prozent. Auch Titel anderer französischer Infrastrukturunternehmen wie ADP und Eiffage gaben nach. Marktteilnehmer verwiesen auf Steuerpläne der französischen Regierung Danach sollen im Rahmen des Haushalts für 2027 Steuern für Transport-Infrastruktur angehoben werden.
In der zweiten Reihe kamen Lindt & Sprüngli unter Druck und sackten um 8,7 Prozent ab. Der Titel reagierte damit auf die zweite Senkung der Umsatzprognose im laufenden Jahr. Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy betonte, dass dadurch das Vertrauen in die Prognosefähigkeit des Unternehmens untergraben werde. Und diese sei bislang ein wesentlicher Faktor für die hohe Bewertung gewesen.
Für die Anteilsscheine von British American Tobacco (British American Tobacco Aktie) ging es um gut 2 Prozent nach unten. Der Tabakkonzern veranstaltet diesen Dienstag einen Kapitalmarkttag.
DocMorris gewannen 2,3 Prozent. Die Aktie folgte damit den Vorgaben von Redcare./mf/mis
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