Deutsche Anleihen: Kursverluste - Französische Renditen steigen deutlich
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Rücktritt der französischen Regierung haben die Kurse deutscher Bundesanleihen am Montag etwas nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Nachmittag um 0,09 Prozent auf 128,56 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf 2,71 Prozent.
Die politische Krise belastete die Kurse französische Staatsanleihen merklich. Die Rendite zehnjähriger französischer Titel stieg im Gegenzug auf 3,58 Prozent. Sie liegt damit höher als in Griechenland oder Italien. Der Spread zu deutschen Anleihen weitete sich aus. Aber auch in den anderen Ländern der Eurozone legten die Renditen zu - wenn auch nicht so deutlich wie in Frankreich.
Frankreichs neuer Premierminister Sébastien Lecornu ist nach nur vier Wochen im Amt angesichts einer Regierungskrise überraschend zurückgetreten. Erst am Vorabend hatte er die Verteilung der Schlüsselressorts in der künftigen Regierung bekanntgemacht. Frankreich befindet sich nun in einer schweren Politikkrise, die Präsident Macron massiv unter Druck setzt. Jetzt drohen Neuwahlen und eine anhaltende Verunsicherung. Vor allem die Haushaltspolitik ist in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone umstritten.
"Insgesamt zeichnet sich daher keine Auflösung der politischen Blockade ab und ein Konsens für ambitionierte Reformen der Staatsfinanzen bleibt in weiter Ferne", kommentierten die Volkswirte der Commerzbank (Commerzbank Aktie). "Unseren Berechnungen zufolge könnte die Schuldenquote des französischen Staats in den kommenden zehn Jahren ohne jegliche Reformen deutlich über 150 Prozent steigen."/jsl/he
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