WOCHENAUSBLICK: Dax navigiert durch hohe Ölpreise - Fokus auf Ifo und Wahlen

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Die Skyline von Frankfurt hinter der Innenstadt.
- ©pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach seinen jüngsten Verlusten könnte sich der deutsche Leitindex Dax in der neuen Woche stabilisieren. Denn die Anleger haben sowohl die jüngste Leitzinserhöhung in den USA als auch den kriegsbedingt hohen Ölpreis recht gut verdaut, und die fundamentalen Aussichten sind Experten zufolge grundsätzlich positiv.

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Das Thema Energiesicherheit bleibe zwar in der neuen Woche auf der Agenda, hieß es von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Schließlich notierte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zuletzt über der viel beachteten Marke von 100 US-Dollar, und die Sorge vor Angriffen auf Öltanker oder die Energie-Infrastruktur im Nahen Osten ist weiter groß. Doch die Anleger hätten zuletzt erstaunlich unaufgeregt auf den hohen Ölpreis reagiert. So wiesen klassische Angstindikatoren wie die implizite Aktienvolatilität - anders als bei der ersten Ölpreisspitze im März - gegenwärtig nicht auf eine gesteigerte Nervosität der Marktteilnehmer hin.

Hohe Ölpreise können die Inflation antreiben, weil der Rohstoff essenziell für die Weltwirtschaft ist. So schlagen Preissteigerungen beim Öl über Transport- und Produktionskosten auf viele andere Waren und Dienstleistungen durch. Für Aktien spricht aber in einem solchen Umfeld der Helaba zufolge, dass sie einen gewissen Schutz vor anziehender Teuerung bieten. In der Regel seien Unternehmen in der Lage, zumindest einen Teil der Kostensteigerungen an die Verbraucher weiterzugeben. Bislang zumindest sind die Gewinnmargen auf Indexebene den Experten zufolge recht stabil. Angesichts der weiter wachsenden Weltwirtschaft überwiegen demnach bei den Gewinnerwartungen für die kommenden zwölf Monate sowohl weltweit als auch für die Dax-Unternehmen die Aufwärtsrevisionen.

Anleger hoffen derweil weiterhin auf diplomatische Fortschritte im Ringen um einen Frieden in Nahost. So will US-Präsident Donald Trump laut einem US-Medienbericht am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York am Dienstag Vertreter mehrerer Golfstaaten treffen, um über den Iran-Krieg zu sprechen.

Ferner ist zwar auch die erste Leitzinserhöhung in den USA seit Juli 2023 für sich genommen eine schlechte Nachricht für die Anleger, da höhere Zinsen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen wie Anleihen weniger attraktiv erscheinen lassen. Zudem verschlechterten sich dadurch die Finanzierungsbedingungen, schrieben die Analysten der DZ Bank. Gleichzeitig stärke die entschlossene US-Notenbank jedoch die durch Trump bedrohte Glaubwürdigkeit der Inflationsbekämpfung und stabilisiere somit die Inflationserwartungen.

Werte aus dem Artikel:
DAX 40 25.394 +0,72%

Nachdem nun sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Notenbank Fed mit ihren jüngsten Leitzinserhöhungen die steigende Inflation adressiert hätten, rücke in der neuen Woche der Konjunkturtrend wieder in den Fokus, schrieb Robert Greil, der Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Zahlreiche Frühindikatoren würden dann zeigen, wie stabil der Wachstumstrend diesseits wie jenseits des Atlantiks derzeit wirklich sei. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei am Donnerstag der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts. Bei den Einkaufsmanagerumfragen rechnet der Experte mit energiepreisbedingt leichten Rückgängen.

Bereits Anfang der neuen Woche dürften sich die Anleger außer der Reihe mit den Ergebnissen der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin beschäftigen. Falls die im Bund regierende CDU nach dem Debakel in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen erneut desaströs abschneiden sollte, könnte der politische Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz steigen, schrieb Volkswirt Greg Fuzesi von der US-Bank JPMorgan.

Mit Blick auf Einzelwerte am Aktienmarkt könnten die Immobilientitel wie Vonovia (Vonovia Aktie) am Montag in Bewegung geraten. Denn in Berlin liefern sich Umfragen zufolge die Linke und die CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zuletzt lag die Linke dabei zumeist knapp vorn. Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp möchte eine Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne angehen./la/jsl/nas

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---


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