FRANKFURT (dpa-AFX) - Die weiter nachgebenden Energiepreise haben am deutschen Aktienmarkt am Dienstag für weitere Entspannung gesorgt. Der Dax knüpfte gegen Mittag mit plus 0,61 Prozent auf 25.517 Punkte an seine Vortagesgewinne an. Bis zu seinem vor drei Wochen erreichten Rekord fehlen ihm weniger als 400 Punkte.
Für dich zusammengefasst:
Der Dax steigt um 0,61 Prozent auf 25.517 Punkte.
Rheinmetall-Aktien gewinnen 4,4 Prozent im Dax.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen steigt um 1,05 Prozent.
Als Grund für den jüngst starken Preisrückgang bei Öl (Rohöl) und Gas gilt die Hoffnung, dass die USA und der Iran wieder Verhandlungen über eine Lösung des Nahost-Kriegs aufnehmen könnten, nachdem sie ihre gegenseitigen Angriffe erst einmal eingestellt habe. Inflationssorgen nehmen damit ab.
Dem Druck im weltweiten Tech-Sektor, vor allem bei Halbleiterwerten, kann sich der Dax entziehen, weil in dem Index Techwerte eine geringere Rolle spielen. Infineon (Infineon Aktie) lagen mit einem Abschlag von 2,3 Prozent auf dem letzten Platz.
Im vorderen Feld verbuchten Aktien aus der "Old economy", insbesondere Autowerte, deutliche Kursgewinne nach gut aufgenommenen Quartalszahlen von Mercedes . Auf dem ersten Platz im Dax standen die Aktien von Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) mit plus 4,4 Prozent; sie könnten nun ihren seit Januar laufenden Abwärtstrend brechen. Rüstungswerte waren insgesamt am Dienstag sehr fest.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 1,05 Prozent auf 32.443 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,3 Prozent zu.
Aktien mit KI-Bezug hatten am Vortag im US-Handel sowie nun am Dienstag in Japan und Südkorea teils deutlich unter Sorgen vor wachsender China-Konkurrenz und ausufernden Finanzierungsnotwendigkeiten gelitten und die Leitindizes in Tokio und Seoul belastet.
Am Mittwoch und Donnerstag folge der nächste Härtetest, wenn mit Microsoft , Meta , Apple und Amazon vier der wichtigsten Tech-Konzerne der Welt ihre Quartalszahlen vorlegen, kommentierte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. "Nach den ersten Rissen im KI-Boom dürften genau diese Zahlen den Takt für die Börsen in den kommenden Tagen und Wochen vorgeben. Sie werden zeigen, ob der KI-Zug wieder Fahrt aufnimmt - oder ob aus Euphorie endgültig Skepsis wird."
Die Saison der Quartalsbilanzen kommt auch hierzulande weiter in Fahrt. Mercedes kappte nach einem schwachen Quartal zwar die Umsatzprognose, das Pkw-Margenziel steht aber. Händler und Analysten waren zufrieden, die Anteile gewannen 4,1 Prozent. Hinter Mercedes legten im Dax auch andere Sektorwerte wie BMW und Volkswagen sowie Daimler (Daimler Aktie) Truck um bis zu 3,6 Prozent zu.
Beiersdorf und Henkel zogen infolge starker Quartalszahlen des britischen Konsumgüterherstellers Unilever um 2,1 beziehungsweise 1,6 Prozent an.
Software- und IT-Aktien waren wie schon am Vortag überwiegend stark. Für die Papiere von Nemetschek ging es nach der Bekräftigung der Jahresziele um mehr als 4 Prozent nach oben; inklusive eines Zukaufs wurden die Ziele angepasst. Bechtle (Bechtle Aktie) gewannen gut 10 Prozent, nachdem der IT -Dienstleister die Prognose für das Gesamtjahr erhöht hatte. Teamviewer wies einen weiteren Umsatzrückgang aus, ließ die Prognose aber unverändert. Die Papiere gaben nach ihrem starken Vortag um 2 Prozent nach.
Exane BNP Paribas stufte die Aktien des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care (FMC) von "Neutral" auf "Underperform" ab. FMC gaben daraufhin um 1,4 Prozent nach. In die andere Richtung mit plus 5,3 Prozent ging es für die Titel des Düngerherstellers K+S , hier votiert Exane BNP nun mit "Outperform" statt zuvor "Underperform"./ajx/mis
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