FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngste Entwicklung im Nahost-Konflikt hat den Dax am Montag kaltgelassen. Nach einem schwachen Handelsstart berappelte sich der deutsche Leitindex und gewann am frühen Nachmittag 0,18 Prozent auf 25.112 Punkte. Damit notierte er knapp über der für den kurzfristigen Trend wichtigen 21-Tage-Linie.
Für dich zusammengefasst:
Dax stieg um 0,18 Prozent auf 25.112 Punkte.
MDax gewann 0,28 Prozent und notierte bei 32.010 Punkten.
Lufthansa und Tui erlitten Kursverluste von 2,7 und 1,2 Prozent.
"Schnäppchenjäger haben den Dax zurück über die Marke von 25.000 Punkten gekauft", kommentierte Andreas Lipkow, Marktanalyst bei CMC Markets. "Die Käufer blenden die potenziellen Folgen der jüngsten Eskalation im Nahen Osten vorerst aus."
Der MDax , der die mittelgroßen deutschen Börsenunternehmen enthält, stieg zuletzt um 0,28 Prozent auf 32.010 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat indes auf der Stelle.
Dagegen litten an den überwiegend schwachen asiatischen Märkten vor allem die gut gelaufenen technologielastigen Indizes wie der südkoreanische Kospi und der japanische Nikkei 225 unter heftigen Kursverlusten. In New York zeichnet sich ein schwacher Start der Tech-Börse Nasdaq ab.
Das US-Militär attackierte in der Nacht auf Montag den Iran erneut, nachdem es das Land bereits am Wochenende angegriffen hatten. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu erschweren, hieß es. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten. Nachdem das US-Militär seine Attacken für beendet erklärt hatte, berichtete zuletzt die iranische Nachrichtenagentur Insa über neue Angriffe im Südwesten des Landes.
Am deutschen Aktienmarkt gerieten mit der asiatischen Tech-Schwäche vor allem Halbleitertitel unter Druck: Im Dax büßte Schlusslicht Infineon (Infineon Aktie) 2,5 Prozent ein und im MDax Elmos 1,2 Prozent. Damit gehen die Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien erst einmal weiter.
Dagegen schaffte der Internetdienstleister Ionos ein Kursplus von 6,2 Prozent. Die Aktien bestätigten das schon bekannte Muster, dass Werte mit latenten KI-Verdrängungssorgen oft tendenziell von einer Schwäche von Chipwerten und anderen KI-Boomern profitieren. Hinzu kam eine Kaufeinstufung durch die Bank of America. Ionos sei ein One-Shop-Stop der europäischen Digitalisierung für kleine und mittelständische Unternehmen, schrieben die Analysten.
Unter Druck standen angesichts der Nachrichten aus Nahost Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche : Die Fluggesellschaft Lufthansa und der Reisekonzern Tui belegten mit Kursabschlägen von 2,7 und 1,2 Prozent hintere Plätze.
Dagegen stemmte sich Fraport (Fraport Aktie) mit plus 2,3 Prozent gegen den Sektortrend. Der Flughafenbetreiber legte zwar schwache Verkehrsdaten für den Juni vor und senkte seine Jahresprognose für das Passagieraufkommen. Die US-Bank JPMorgan betonte indes die Bestätigung der übrigen Ziele. Zudem stufte die französische Bank Exane BNP Paribas (BNP Paribas Aktie) die Aktien hoch.
Die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh sackten im Nebenwerte-Index SDax auf ein Rekordtief ab - zuletzt verloren sie 2,5 Prozent. Analyst Sven Sauer von Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel und stufte die Papiere auf "Reduce" ab. Er begründete dies mit erneut gesenkten Erwartungen bis 2028, aber vor allem mit seinem nun geringeren Vertrauen in das Timing einer Umsatz-Trendwende./gl/mis
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