FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstag einen Teil seiner jüngsten Gewinne wieder eingebüßt. Für Unsicherheit sorgten die weiter steigenden Ölpreise und Gewinnmitnahmen bei Chipwerten als Reaktion auf einen enttäuschenden Ausblick von STMicroelectronics .
Für dich zusammengefasst:
Der Dax fiel um 1,1 Prozent auf 24.883 Punkte.
Die Ölpreise stiegen über 99 US-Dollar je Barrel.
Die SAP-Zahlen werden am Abend nach US-Börsenschluss erwartet.
Zudem herrschte Zurückhaltung, weil Europas größter Softwarekonzern SAP (SAP Aktie) am Abend nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen vorlegt. Unternehmenschef Christian Klein steht wegen der Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz (KI) unter Druck. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen im Euroraum unverändert zu lassen, war derweil vom Markt erwartet worden und bewegte dementsprechend kaum.
Der deutsche Leitindex fiel unter die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten und büßte zuletzt 1,1 Prozent auf 24.883 Punkte ein. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,7 Prozent auf 31.773 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,4 Prozent.
Steigende Ölpreise wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg schürten weiter Inflationsängste und blieben damit ein Problem für die Märkte. Der Preis für die Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im September stieg über die Marke von 99 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Zudem erklärten vom Iran unterstützte Huthi-Milizen, sie hätten zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer angegriffen; dies verschärft den Nahostkonflikt weiter und droht zu schwerwiegenderen Versorgungsunterbrechungen zu führen.
Als Belastung hinzukam, dass die nach US-Börsenschluss vorgestellten Zahlen der US-Konzerne die Anleger nicht überzeugten - obwohl der Internetriese Alphabet im vergangenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen übertroffen hatte. Da Googles Mutterkonzern noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur stecken will, kamen die Aktien vorbörslich unter Druck.
STMicroelectronics hatte seine zuletzt erfolgsverwöhnten Anleger mit dem Umsatzausblick enttäuscht und die Aktien so auf Talfahrt geschickt, was auch auf die hiesigen Wettbewerber negativ abfärbte. So fielen die Papiere von Infineon (Infineon Aktie) am Dax-Ende um 4,6 Prozent. Unter den größten Verlierern im MDax gaben die Anteilsscheine von Suss Microtec um 4,1 Prozent nach.
Hinsichtlich der Berichtssaison hierzulande gewannen die Papiere von Daimler (Daimler Aktie) Truck an der Dax-Spitze mehr als fünf Prozent. Der Nutzfahrzeug-Hersteller hatte dank Fortschritten in den Vereinigten Staaten die Prognose erhöht. Im MDax hatten die Anteilsscheine des Wettbewerbers Traton mit einem Plus von gut elf Prozent die Nase vorn. Die VW-Nutzfahrzeugtochter wird für das Gesamtjahr etwas optimistischer.
Aus der Brache gab es aber auch eine schlechte Nachricht: Der Zulieferer Stabilus verliert mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr etwas an Optimismus. Hier knickten die Papiere als Schlusslicht im Nebenwertindex SDax um 15 Prozent ein.
Die Anteilsscheine von LPKF revidierten ihre jüngste Erholung und sackten um fast 14 Prozent ab. Das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld und die anhaltende Auftragsschwäche im Solargeschäft hatten dem Laserspezialisten im zweiten Quartal rote Zahlen eingebrockt.
Im MDax büßten die Vorzugsaktien von Sartorius anfängliche Gewinne schnell ein und fielen zuletzt um anderthalb Prozent. Die Zahlen des Laborausrüsters seien wegen Zollrückerstattungen etwas unübersichtlich ausgefallen, schrieb Analyst Charles Weston von der kanadischen Bank RBC./la/mis
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