ADX Energy berichtet, dass die Bohrung Hochfeld-1, kurz HOCH-1, in der Explorationslizenz ADX-AT-I in Oberösterreich durchgeführt werde. Das Unternehmen sei Betreiber des Projekts und halte nach eigenen Angaben einen wirtschaftlichen Anteil von 50 Prozent am HOCH-Prospekt. Das Unternehmen hatte zuvor bereits Gas im Bereich der Hall-Formation gemeldet. Dabei handelt es sich um Sandsteinschichten aus dem Miozän. Vereinfacht gesagt können solche Sandsteine Gas speichern, wenn sie ausreichend Porenräume besitzen und das Gas durch das Gestein strömen kann.
Neu sei laut ADX, dass unterhalb des Hauptzielbereichs zwischen 1.354 und 1.368 Metern gemessener Tiefe sechs weitere Sandsteinlagen mit Gasanzeichen entdeckt worden seien. Diese Lagen seien jeweils etwa ein bis zwei Meter dick. Die Einschätzung stütze sich auf Bohrklein und hohe Gaskonzentrationen im Bohrschlamm. Bohrklein sind kleine Gesteinsstücke, die während des Bohrens an die Oberfläche gelangen. Bohrschlamm stabilisiert das Bohrloch und transportiert Gesteinsmaterial nach oben. Erhöhte Gaskonzentrationen in diesem Bohrschlamm können auf gasführende Gesteinsschichten hinweisen.
Nach Unternehmensangaben wurde das geplante Wireline-Messprogramm wegen der Vertiefung der Bohrung auf den 8. Mai verschoben. Wireline bedeutet, dass Messgeräte an einem Kabel in das Bohrloch hinabgelassen werden. Damit sollen die Qualität des Speichergesteins, die tatsächlich nutzbare Mächtigkeit der gasführenden Schichten und die Gassättigung überprüft werden. Eine erste Auswertung dieser Messdaten, eine sogenannte Quick-Look-Analyse, werde laut ADX für den 9. Mai erwartet. Sollten die Messdaten die bisherigen Bohrergebnisse bestätigen, solle das Bohrloch verrohrt und für spätere Produktionstests vorbereitet werden.
Das Unternehmen erklärt, dass ein Produktionstest notwendig sei, um die Produktivität des Speichergesteins und ein Mindestpotenzial an Reserven zu bestimmen. Erst ein solcher Test könne zeigen, ob Gas nicht nur vorhanden sei, sondern auch mit ausreichender Rate gefördert werden könnte.
HOCH-1 ist laut ADX die erste von drei flachen Gasbohrungen, die das Unternehmen in Oberösterreich vorantreiben wolle. Zwei weitere Gasziele seien bereits für Bohrungen genehmigt. Damit sei die aktuelle Bohrung auch ein wichtiger Test für das größere Gasprogramm des Unternehmens.
Der HOCH-Prospekt verfüge nach Angaben von ADX über ein mittleres potenzielles Gasressourcenpotenzial von 8,0 BCF (Billion Cubic Feet, Milliarden Kubikfuß). Im hohen Szenario nenne das Unternehmen 17,3 BCF. Diese Angaben beziehen sich auf Prospective Resources (mögliche Ressourcen). Solche Ressourcen sind noch nicht durch ausreichende Tests und Bewertungen als Reserven bestätigt. Sie sind daher weiterhin mit Entdeckungsrisiken und Entwicklungsrisiken verbunden. Wichtig sei nach Unternehmensangaben außerdem, dass die jetzt zusätzlich angetroffenen tieferen Base-Hall-Intervalle nicht in den ursprünglichen Schätzungen vor der Bohrung enthalten gewesen seien. Für die weitere Bewertung könne das relevant sein, müsse aber erst durch Messungen und Tests bestätigt werden.
Executive Chairman Ian Tchacos erklärte, die HOCH-1-Bohrung liefere weiterhin ermutigende Ergebnisse für ADX und seinen Partner. Die tieferen und dünneren Base-Hall-Formationen unterhalb des durch 3D-Seismik definierten Hauptziels seien aus wirtschaftlicher Sicht von Interesse. Vergleichbare Base-Hall-Speicher hätten in anderen nahe gelegenen Bohrungen des Beckens nennenswerte Beiträge zu Produktionsraten und Reserven geleistet. Tchacos erklärte außerdem, dass wegen der Vertiefung der Bohrung weitere Berichte zum Messprogramm nach dem Wochenende erwartet würden. Zudem sei nach Einschätzung des Executive Chairman ein Testprogramm innerhalb weniger Wochen wahrscheinlich.
Nach Angaben von ADX hingen die nächsten Schritte von den Ergebnissen der Bohrlochmessungen ab. Sollten diese Messungen die bisherigen Gasanzeichen bestätigen, würde das Unternehmen die Bohrung verrohren und für Produktionstests vorbereiten. Diese Tests würden zeigen, ob das Gas in ausreichender Menge und mit ausreichender Durchlässigkeit aus dem Gestein strömen könnte.
Damit bliebe HOCH-1 ein Projekt mit geologischem Potenzial und den üblichen Risiken einer Explorationsbohrung. Ob die bisherigen Gasanzeichen durch die Bohrlochmessungen bestätigt werden und welche Produktivität das Reservoir erreichen kann, soll erst das geplante Mess- und Testprogramm zeigen.
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