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Aktien Wien Schluss: ATX geht deutlich schwächer ins Wochenende

WIEN (dpa-AFX) - Der Wiener Aktienmarkt hat am Freitag mit deutlichen Kursverlusten in einem ebenfalls sehr schwachen internationalen Börsenumfeld geschlossen. Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten hatten die Stimmung eingetrübt, die jüngsten Zollentwicklungen sorgten ebenfalls für Unsicherheit.

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ATX (Austrian Traded Index) 5.677,17 ATX (Austrian Traded Index) Chart -1,23%
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Der heimische Leitindex ATX war nach einem richtungslosen Frühhandel im Verlauf klar ins Minus abgerutscht und beendete den Handel um 1,42 Prozent tiefer auf 4.457,10 Einheiten. Auf Wochensicht ging es für den ATX um 2,6 Prozent abwärts. Der marktbreite ATX Prime gab am Freitag ebenfalls nach und fiel 1,59 Prozent auf 2.233,62 Punkte.

Im Fokus des heutigen Handelstages stand der US-Arbeitsmarktbericht. Demnach hat die US-Wirtschaft im Juli deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft kamen 73.000 Stellen hinzu, Volkswirte hatten im Schnitt 104.000 neue Stellen erwartet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 258.000 Stellen nach unten revidiert.

Die Arbeitslosenquote ist ebenfalls gestiegen, sie legte im Monatsvergleich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent zu und traf damit die Prognosen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne kletterten gegenüber dem Vormonat wie erwartet um 0,3 Prozent. "Eine Zinssenkung der US-Notenbank auf der nächsten Sitzung im September ist somit wieder im Spiel, nachdem ein solcher Schritt nach den zurückhaltenden Aussagen von Fed-Chef Powell am Mittwoch deutlich weniger wahrscheinlich erschien", schreiben die Experten der Commerzbank (Commerzbank Aktie).

Sie sehen in Summe etliche Schwächezeichen am US-Arbeitsmarkt. "Womöglich gehen die Belastungen für die Unternehmen und die Konsumenten durch die Zölle - in Form der Geldzahlungen und der erhöhten Unsicherheit - doch nicht so spurlos an der Wirtschaft vorbei, wie mancher dachte", hieß es in der Commerzbank-Studie weiter.

Auch von Zollseite gab es am Freitag Neuigkeiten. Die neuen US-Zölle für Importe aus dem Ausland treten laut einem Regierungsbeamten erst am 7. August in Kraft, nicht bereits an diesem Freitag. Dies gelte auch für den Zollsatz von 15 Prozent auf Einfuhren aus der EU.

In Wien ging die Berichtssaison mit den Zahlen von ATX-Schwergewicht Erste Group in die nächste Runde. Die Erste Group hat im ersten Halbjahr ihre Erträge und ihren Gewinn gesteigert. Die Aktien drehten nach anfänglichen deutlichen Aufschlägen ins Minus und schlossen um 1,3 Prozent tiefer.

Beim Branchenkollegen Bawag ging es noch deutlicher um 3,4 Prozent nach unten. Die Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) fielen um 2,5 Prozent auf 24,80 Euro. Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) hat das Kursziel für die Papiere der RBI von 22 auf 24 Euro angehoben und das Rating "Hold" bestätigt.

Der Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel schließt seinen Produktionsstandort in den USA. Betroffen sind 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen "Produktion, Forschung & Entwicklung, Logistik und Verwaltung". Das Werk in Highland im Bundesstaat New York sei "seit längerer Zeit strukturell defizitär und deutlich unterausgelastet". Die Aktien gaben 2 Prozent nach.

Unter den wenigen Gewinnern im Prime Market fanden sich Versorger. Verbund legten 0,8 Prozent zu, EVN stiegen 0,2 Prozent./DP/zb

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