WIEN (dpa-AFX) - Der Wiener Aktienmarkt hat am Donnerstag die Verluste aus der schwächeren ersten Wochenhälfte wettgemacht. In einer allgemein freundlichen Entwicklung waren unter anderem die klaren Erholungsgewinne im Bankensektor dafür verantwortlich, dass der ATX um 1,74 Prozent auf 6.072,67 Punkte stieg. Die erwartete Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie neue Verschärfungen im Nahen Osten hatten keinen offensichtlichen Einfluss auf die Kurse.
Für dich zusammengefasst:
Der ATX stieg um 1,74 Prozent auf 6.072,67 Punkte.
Der ATX Prime erhöhte sich um 1,66 Prozent auf 2.996,27 Zähler.
Do&Co-Aktien stiegen um 7,8 Prozent nach positiven Zahlen.
Für den ATX Prime ging es um 1,66 Prozent auf 2.996,27 Zähler hinauf. Damit entwickelten sich die österreichischen Aktienbarometer deutlich besser als andere europäische Indizes, die nur moderat höher schlossen.
Die EZB hob angesichts des energiepreisbedingten Inflationsschubs ihre geldpolitischen Schlüsselzinssätze an. Der Einlagenzins wurde um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent erhöht. Der Iran-Krieg drohe die Inflation im Euroraum weiter anzufachen, während er die Wirtschaft schwäche, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Folglich passte die Notenbank auch ihre Inflationsprognosen nach oben und Wachstumsprognosen nach unten an.
Ökonom Franz Zobl von Raiffeisen Research sprach von einer erwartungsgemäß vorsichtigen Sitzung der europäischen Währungshüter. Ob die heutige Zinserhöhung den Beginn eines ausgeprägteren Zinsanhebungszyklus markiere, sei in der Erklärung nicht angesprochen worden. Wie viele andere Volkswirte rechnet Zobl noch mit einem weiteren Zinsschritt im Laufe des Jahres und ist damit zurückhaltender als die Akteure an Terminmärkten, an denen bis Jahresende mit rund zwei Zinsschritten gerechnet wird.
Den ATX-Spitzenplatz eroberten die Titel der Do&Co , die nach Zahlen um 7,8 Prozent anzogen. Sie berappelten sich so nach den jüngsten Abschlägen. Der Caterer meldete für das Geschäftsjahr 2025/26 Umsatz- und Gewinnanstiege und übertraf damit die Konsensschätzungen. Analystin Vladimira Urbankova von der Erste Group verwies auf eine weiterhin starke Nachfrage in allen Geschäftsbereichen. Während die Krise im Nahen Osten die Planungssicherheit voraussichtlich beeinträchtigen werde, erhalte das Segment "International Event Catering" Rückenwind durch das Catering bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026.
Ansonsten erholten sich viele ATX-Aktien wieder von zuvor erlittenen Kursverlusten. Erste Group und RBI stiegen um 2,6 respektive 1,8 Prozent. Andritz , OMV und Voestalpine erholten sich um bis zu zwei Prozent. AT&S verteuerten sich nach endgültigen Zahlen wieder um gut 4,5 Prozent.
Außerhalb des Leitindex stabilisierten sich Kapsch TrafficCom nach schwachen Vortagen wieder um 0,8 Prozent. Der Mautausrüster erwartet nach einer deutlichen Abschmelzung der Umsatz- und Ergebnisprognose im Februar nun laut vorläufigem Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 doch etwas stärkere Zahlen als zuletzt prognostiziert. Auf der positiven Seite scheine sich das Geschäft im März belebt zu haben, kommentierte Erste-Analyst Daniel Lion. Der nun verzögerte Geschäftsbericht hinterlasse jedoch einen negativen Beigeschmack./spa/mik/APA/men
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