Auslöser der Moskauer Kritik waren Äußerungen des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, der in einem Interview mit ukrainischen Journalisten seine Solidarität mit dem angegriffenen Land bekundete. Er rief Kiew dazu auf, sich nicht mit der russischen Besetzung einzelner Landesteile abzufinden und diese so zurückzuerobern, wie es Aserbaidschan mit Berg-Karabach getan habe. 2020 eroberte Baku die von Armeniern bewohnte Konfliktregion in einem kurzen Krieg gegen seinen Nachbarn.
Russische Militärblogger reagierten empört und forderten teilweise "eine Demonstration der Stärke; nicht nur Waffengerassel, sondern konkrete gewalttätige Maßnahmen." Von einer Verletzung der nationalen Ehre war die Rede.
Klage wegen Flugzeugabsturz
Hintergrund der zunehmenden Spannungen ist der Abschuss eines aserbaidschanischen Passagierflugzeugs durch eine russische Boden-Luft-Rakete Ende 2024. Die Maschine war im Anflug auf Grosny, wo zu dem Zeitpunkt die russische Flugabwehr gegen ukrainische Drohnen im Einsatz war. Bei der Notlandung kamen 38 Menschen ums Leben. Aserbaidschan beklagt, dass Russland nie die Schuld für den Vorfall anerkannt habe. Aliyev kündigte zuletzt an, deshalb vor internationalen Gerichten Klage einreichen zu wollen.
Eine Reihe von Strafverfahren gegen Aserbaidschaner im russischen Uralgebiet belastet das Verhältnis zusätzlich. Bei den Festnahmen Ende Juni starben zwei Aserbaidschaner. Baku sah dies als ethnisch motiviertes Vorgehen und reagierte mit harten Festnahmen gegen Russen im eigenen Land, darunter auch Journalisten von Moskauer Staatsmedien./bal/DP/mis
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