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TJX gefragt: Gewinnsprung, Prognose rauf und die Aktie zieht nach oben

Preisbewusste Verbraucher greifen weiter zu und TJX liefert stärker als erwartet. Der Mutterkonzern von TJ Maxx und HomeGoods übertrifft im Quartal Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich, hebt den Jahresausblick an und kündigt höhere Aktienrückkäufe an. Die Aktie reagiert mit einem kräftigen Satz nach oben.
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TJX mit starken Zahlen
Quelle: - KI-generiert mit DALL-E
TJX Companies Inc 136,50 € TJX Companies Inc Chart -0,36%
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Der US-Off-Price-Händler TJX Companies (TJX Companies Aktie) hat mit seinen Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen. Der Umsatz stieg in dem am 2. Mai 2026 beendeten Quartal um 9 Prozent auf 14,32 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut Reuters lediglich mit rund 14,0 Milliarden US-Dollar gerechnet. Der Gewinn je Aktie sprang von 0,92 US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 1,19 US-Dollar und lag damit deutlich über der Markterwartung von 1,02 US-Dollar.

Die Aktie reagierte entsprechend euphorisch: Der von TJX beendete den Handel mit einem Plus von rund 6 Prozent. Anleger honorierten nicht nur den Gewinnsprung, sondern vor allem die höhere Prognose für das Gesamtjahr.

Vergleichbare Umsätze steigen doppelt so stark wie im Vorjahr

Besonders stark fiel das Wachstum der vergleichbaren Umsätze aus. Konzernweit legten sie im ersten Quartal um 6 Prozent zu, nach 3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Damit entwickelte sich TJX deutlich dynamischer als noch zu Jahresbeginn erwartet.

Auffällig stark lief es bei HomeGoods: Dort stiegen die vergleichbaren Umsätze um 9 Prozent. Auch das US-Kerngeschäft Marmaxx, zu dem TJ Maxx, Marshalls und Sierra gehören, kam auf ein Plus von 6 Prozent. TJX Canada wuchs um 7 Prozent, das internationale Geschäft in Europa und Australien um 4 Prozent.

Damit bestätigt sich eine Entwicklung, die TJX seit Monaten in die Karten spielt: In einem unsicheren Konsumumfeld suchen viele Haushalte verstärkt nach bekannten Marken zu reduzierten Preisen. Reuters verweist darauf, dass vor allem preisbewusste Verbraucher angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit stärker zu Discountern tendieren.

Margen machen einen kräftigen Satz nach oben

Nicht nur beim Umsatz, auch bei der Profitabilität überzeugte TJX. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 31,3 Prozent, nach 29,5 Prozent ein Jahr zuvor. Die Vorsteuermarge kletterte sogar auf 12,0 Prozent, ein Plus von 1,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Das Management verwies unter anderem auf eine vorteilhafte Warenverfügbarkeit und positive Effekte aus Treibstoffabsicherungen.

Das ist bemerkenswert, weil höhere Treibstoffkosten zuletzt als Belastungsfaktor im Einzelhandel galten. TJX konnte diese Einflüsse im Quartal aber besser abfedern als befürchtet.

Jahresprognose angehoben – Aktienrückkäufe ausgeweitet

Nach dem starken Jahresauftakt hob TJX seine Prognose für das Geschäftsjahr 2027 an. Das Unternehmen erwartet nun ein Wachstum der vergleichbaren Umsätze von 3 bis 4 Prozent, zuvor waren 2 bis 3 Prozent angepeilt worden. Beim Gewinn je Aktie rechnet der Konzern jetzt mit 5,08 bis 5,15 US-Dollar, nach zuvor 4,93 bis 5,02 US-Dollar.

Auch für Aktionäre gibt es mehr Rückenwind: TJX erhöhte die geplante Spanne für Aktienrückkäufe auf 2,75 bis 3,0 Milliarden US-Dollar, nachdem zuvor 2,50 bis 2,75 Milliarden US-Dollar vorgesehen waren. Bereits im ersten Quartal flossen 1,1 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Rückkäufe an die Anteilseigner zurück.

Zweites Quartal solide, aber nicht überzogen

Für das laufende zweite Quartal stellt TJX ein verwässertes Ergebnis je Aktie von 1,15 bis 1,17 US-Dollar in Aussicht. Die vergleichbaren Umsätze sollen um 2 bis 3 Prozent zulegen. Damit bleibt das Management vorsichtig, signalisiert aber zugleich, dass das starke Momentum nicht nur ein Einmaleffekt war.

Warum TJX gerade jetzt so gut funktioniert

Das Geschäftsmodell von TJX ist in schwierigen Konsumphasen besonders wirkungsvoll. Der Konzern kauft Markenware opportunistisch ein und verkauft sie mit deutlichen Abschlägen. Für Kunden entsteht dadurch eine Mischung aus Preisvorteil und Schatzsuche: Ein Konzept, das in Phasen hoher Unsicherheit offenbar besonders gut funktioniert. TJX selbst bezeichnet die Flexibilität seines Off-Price-Modells als zentralen Wettbewerbsvorteil.

Hinzu kommt, dass TJX seine Marketingaktivitäten ausgebaut und von einer starken Nachfrage nach Frühjahrs- und Sommermode profitiert hat. Genau diese Mischung aus Preisbewusstsein, Erlebnischarakter und breiter Sortimentsstärke erklärt, warum der Konzern aktuell besser durch das Umfeld navigiert als viele klassische Modehändler.

Trend dürfte anhalten

TJX liefert eine der überzeugendsten Einzelhandelsstorys der laufenden Berichtssaison. Umsatz klar besser als erwartet, Gewinn deutlich über Konsens, Margen spürbar verbessert und den Jahresausblick angehoben, dass ist genau die Kombination, die Anleger sehen wollen.

Solange Verbraucher weiter auf Rabatte achten und TJX seine Einkaufsstärke ausspielt, bleibt der Konzern gut positioniert. Nach dem starken Kurssprung ist zwar ein Teil der positiven Entwicklung eingepreist. Doch operativ sendet TJX ein klares Signal: Der Schnäppchenjäger unter den Retailern bleibt auf Erfolgskurs.

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Redaktion Ariva/MW 
 

 


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