Sven Wagner
Sven Wagner
In Frankreich kam es am Samstagabend zu einem schweren Unfall mit einem Elektrofahrzeug der Marke Tesla, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fing das Fahrzeug aus bislang ungeklärter Ursache Feuer. Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod der Insassen feststellen, als sie am Unfallort nahe der Stadt Niort eintrafen. Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit mehrere Verkehrsschilder rammte. Eine technische Überprüfung des Fahrzeugs soll im Rahmen der Ermittlungen klären, warum es zu dem Brand kam.
Dieser Vorfall rückt erneut die Sicherheitsstandards des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla in den Fokus. Bereits in der Vergangenheit wurde das Unternehmen wiederholt wegen möglicher Sicherheitsmängel, insbesondere in Verbindung mit seiner Autopilot-Funktion, kritisiert. Ein prominenter Fall ereignete sich 2018, als ein Tesla Model X in Kalifornien mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Betonbarriere prallte. Der Fahrer, ein Apple-Ingenieur, verstarb an den Folgen des Unfalls. Das Fahrzeug war zu dem Zeitpunkt im Autopilot-Modus unterwegs.
Tesla sah sich in den letzten Jahren vermehrt mit Rückrufen konfrontiert, insbesondere in den USA, wo das Unternehmen im Dezember 2022 zwei Millionen Fahrzeuge zurückrief, um Software-Updates im Zusammenhang mit der Autopilot-Funktion durchzuführen. Auch die Börse reagiert zunehmend sensibel auf Nachrichten rund um die Marke, wie zuletzt bei der Vorstellung des Robotaxi-Modells „Cybercab“, das ab 2026 Menschen autonom befördern soll.
Trotz Teslas Innovationsbestrebungen bleibt die Skepsis vieler Investoren bestehen. Analysten wie Tony Sacconaghi von Bernstein Research äußerten nach dem jüngsten Tesla-Event im Hollywood-Studio Warner Bros. deutliche Kritik. Insbesondere fehlende konkrete Informationen zur Realisierbarkeit von Teslas Robotaxi-Vision enttäuschten viele Marktteilnehmer. Sacconaghi wies darauf hin, dass Wettbewerber wie Waymo, eine Schwesterfirma von Google (Alphabet A Aktie) (Alphabet), bereits seit Jahren autonom fahrende Taxis in Städten wie San Francisco betreiben, während Tesla in diesem Bereich weiterhin hinterherhinke.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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20
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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20
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JPMorgan-Analyst Ryan Brinkman unterstrich ebenfalls die hohen Erwartungen, die an Tesla gestellt wurden, und bezeichnete die Robotaxi-Präsentation als enttäuschend. Die Börsen reagierten prompt: Teslas Aktienwert sank nach der Präsentation um etwa acht Prozent auf rund 220 US-Dollar. Damit hat sich das Jahresplus der Aktie auf weniger als 20 Prozent reduziert, und die technische Situation der Aktie bleibt fragil.
Der Kursverlauf von Tesla-Aktien zeigte in diesem Jahr eine positive Entwicklung, die im April bei etwa 140 US-Dollar ihren Ausgang nahm. Dieser Aufwärtstrend ist noch intakt, doch aktuelle Kursverluste deuten darauf hin, dass der Trend wackelt. Analysten blicken nun auf die 200-Tage-Linie bei etwa 202 US-Dollar, die als wichtiger Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Sollte diese Marke unterschritten werden, könnten weitere Kursrückgänge folgen.
Obwohl Tesla weiterhin in neuen Märkten wie autonomem Fahren oder Elektrofahrzeugproduktion expandiert, bleibt das Unternehmen mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, sowohl auf technischer Ebene als auch im Hinblick auf die Erwartungen von Investoren und Verbrauchern. Der tragische Unfall in Frankreich wird die Debatte um die Sicherheit von Elektrofahrzeugen und insbesondere die Produkte von Tesla weiter anheizen.
Quellen: manager-magazin.de, dpa AFX
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