Strategys BTC-Verkauf egal – Bitcoin bald bei 150.000 US-Dollar?
Pascal Grunow
Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Bitcoin stieg am Montag zeitweise auf 64.400 US-Dollar und markierte damit den höchsten Stand seit über zwei Wochen. Nachdem bekannt wurde, dass Strategy Bitcoin im Wert von 216 Millionen US-Dollar zur Finanzierung von Dividenden verkauft hatte, gab der Kurs jedoch wieder etwas nach. Am Dienstagvormittag notierte Bitcoin bei 63.102 US-Dollar und lag damit weiterhin 6 Prozent im Plus auf Wochensicht.
Die Analysten der Investmentbank Bernstein halten an ihrer ambitionierten Prognose fest und sehen bis Jahresende ein Kursziel von 150.000 US-Dollar je Bitcoin.
Bernstein sieht Korrektur als Zeichen eines reiferen Marktes
Nach Einschätzung der Bernstein-Analysten war die jüngste Marktkorrektur zwar schmerzhaft gewesen, gleichzeitig aber weniger dramatisch verlaufen als in früheren Marktzyklen. Aus Sicht der Experten entwickelt sich der Kryptomarkt zunehmend zu einer reiferen Anlageklasse.
Die Analysten bezeichnen ihr Kursziel von 150.000 US-Dollar zwar selbst als ambitioniert, sehen den langfristigen Aufwärtstrend jedoch weiterhin als intakt.
Um das Kursziel von 150.000 US-Dollar noch in diesem Jahr zu erreichen, müsste Bitcoin vom aktuellen Niveau aus um nahezu 135 Prozent zulegen.
Regulierung könnte neuer Kurstreiber werden
Als möglichen Impulsgeber nennen die Analysten die regulatorische Entwicklung in den USA. Besonders im Fokus steht der sogenannte Clarity Act, der für mehr Rechtssicherheit im Kryptosektor sorgen soll.
Nach Einschätzung von Bernstein liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des Gesetzes bis zum Jahresende derzeit bei rund 50 Prozent. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, erwarten die Experten eine deutliche Verbesserung der Marktliquidität sowie eine stärkere Beteiligung institutioneller Investoren.
Darüber hinaus könnte eine klarere Regulierung den Handel mit tokenisierten Vermögenswerten – also Blockchain-Versionen realer Anlagegüter – zusätzlich beschleunigen und den gesamten Kryptomarkt nachhaltig stärken.
Strategy bleibt laut Bernstein langfristiger Käufer
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für den Markt war zuletzt die Finanzierungspolitik des Unternehmens Strategy, dem weltweit größten börsennotierten Bitcoin-Investor.
Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche Bitcoin im Wert von rund 216 Millionen US-Dollar verkauft, um Dividendenzahlungen zu finanzieren. Dadurch stieg die Liquiditätsreserve in US-Dollar auf mehr als 2,55 Milliarden US-Dollar.
Bernstein sieht darin jedoch keinen Grund zur Sorge. Nach Angaben der Analysten verfügt Strategy weiterhin über ausreichende Barreserven, um Dividenden- und Zinsverpflichtungen für rund 17 Monate zu decken. Erst wenn dieser Zeitraum unter zwölf Monate falle, wäre eine Zustimmung des Verwaltungsrats für weitere Maßnahmen erforderlich.
Aus diesem Grund halten die Experten es für unwahrscheinlich, dass Strategy in größerem Umfang Bitcoin verkaufen muss. Vielmehr rechnen sie weiterhin damit, dass das Unternehmen langfristig als Nettokäufer am Markt auftreten wird.
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