Zu viele Baustellen: Analysten stufen Healthineers-Aktie herab

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Siemens-Logo an einer Tür des Siemens Hauptsitzes in München
©iStock
Kursziel-Kappung, Gewinnwarnung, ein Spin-off ohne Zeitplan: Warum Berenberg die Geduld mit Siemens Healthineers verliert und was Anleger jetzt wissen müssen.
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Hinweis

Die Analysten von Berenberg trauen sich bei Siemens (Siemens Aktie) Healthineers keinen Befreiungsschlag mehr zu. Die Bank senkt ihre Einstufung für die Medizintechnik-Aktie von "Buy" auf "Hold" und kappt das Kursziel kräftig von 54 auf 39 Euro. Zum Vergleich: Die Aktie notiert aktuell bei 34,51 Euro und damit nahe ihrem Jahrestief.

Der Grund für die Herabstufung liegt vor allem in der mangelnden Fantasie für eine baldige Kurswende. Zwar hält Berenberg das Kerngeschäft aus Bildgebung und Strahlentherapie weiterhin für stark aufgestellt, insbesondere die Photonenzähl-Computertomografie entwickle sich seit Jahren zu einem verlässlichen Wachstumstreiber. Doch diese Stärken drohten in den kommenden zwölf Monaten von anderen Baustellen überschattet zu werden.

Erst im Mai hatte Siemens Healthineers seine Gewinnprognose je Aktie auf eine Spanne von 2,20 bis 2,30 Euro gesenkt, nachdem zuvor noch bis zu 2,40 Euro in Aussicht gestellt worden waren. Als Belastung nannte der Konzern steigende Kosten in der Lieferkette, etwa bei Speicherchips und Rohstoffen, teilweise befeuert durch den Nahost-Konflikt.

Seit Anfang 2025 sind die Gewinnschätzungen des Marktes um ein Fünftel zurückgegangen, ein Ende der Abwärtsrevisionen ist laut den Analysten nicht in Sicht, insbesondere weil das China-Geschäft in der Diagnostik-Sparte weiter schwächelt.

Werte aus dem Artikel:

Hinzu kommen zwei strukturelle Belastungsfaktoren, die der Aktie schon länger anhängen. Der geplante Teilrückzug der Mutter Siemens AG zieht sich in die Länge, die entscheidende Aktionärsabstimmung über die Übertragung von Anteilen an Siemens-Aktionäre ist erst für Anfang 2027 angesetzt. Und ein Verkauf der kriselnden Diagnostik-Sparte rückt in weite Ferne. Finanzvorstand Jochen Schmitz hatte gegenüber der Börsen-Zeitung eingeräumt, dass es bis zu zwei Jahre dauern könnte, bis die Voraussetzungen für eine Abspaltung überhaupt geschaffen seien.

Trotz einer im Sektorvergleich günstigen Bewertung von rund dem Elffachen des erwarteten Betriebsgewinns sehen die Analysten deshalb kaum Argumente für einen Einstieg. Über die reine Bewertung hinaus, so das nüchterne Fazit, gebe es derzeit wenig Gründe, die Aktie aktiv zu halten.


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