Wadephul wurde bei seinem ersten Besuch in der Hauptstadt von hochrangigen Vertretern deutscher Rüstungsunternehmen begleitet. Am Rande waren Gespräche zwischen Wirtschaftsvertretern beider Länder und mit ukrainischen Entscheidungsträgern geplant. Der Minister wollte die Rüstungsvertreter zum Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj mitnehmen. "Ich glaube, das liegt im beiderseitigen Interesse, dass wir hier enger zusammenarbeiten", sagte Wadephul. Er hoffe, dass Selenskyj diesen Weg unterstütze.
Wadephul sieht neue Phase der Zusammenarbeit mit Kiew
Man wolle Gemeinschaftsunternehmen in der Rüstungsindustrie aufbauen, "damit die Ukraine selbst schneller und mehr für die eigene Verteidigung produzieren kann", sagte Wadephul. Nachdem zunächst vor allem Waffen geliefert worden waren, benötige man nun vermehrt das Engagement deutscher Unternehmen in dem Land. "Dazu gibt es eine Bereitschaft, aber es müssen manche Hindernisse noch überwunden werden, bürokratische Hindernisse, auch weitere Probleme in der Zusammenarbeit."
Ukraine: Russland gewinnt an militärischer Erfahrung
| Strategie | Hebel | |||
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Call
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5
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10
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20
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Put
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5
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Sybiha warnte, die russischen Streitkräfte von heute unterschieden sich von denen des Jahres 2022. "Sie gewinnen an Erfahrung, sie setzen auf dem Schlachtfeld auch neue Technologien" ein und würden Prototypen testen. Das sei eine Gefahr nicht nur für die Ukraine, sondern für die transatlantische Sicherheit.
Wadephul: Freiheit der Ukraine wichtigste Aufgabe der Außenpolitik
"Die Freiheit und Zukunft der Ukraine ist die wichtigste Aufgabe unserer Außen- und Sicherheitspolitik", sagte Wadephul. Man werde "felsenfest an der Seite der Ukraine stehen, damit sie sich weiter mit Erfolg verteidigen kann - mit moderner Luftverteidigung und anderen Waffen, mit humanitärer und wirtschaftlicher Hilfe". Der russische Präsident Wladimir Putin nutze die Fokussierung auf den Mittleren Osten, um seinen völkerrechtswidrigen Krieg fortzusetzen, ergänzte er mit Blick auf den Iran.
Der Minister war am Morgen mit einem Sonderzug zu dem aus Sicherheitsgründen zunächst geheim gehaltenen Antrittsbesuch in der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen. Wadephul hatte die Ukraine erstmals am 9. Mai als neuer Außenminister besucht. Damals nahm er an einem informellen Treffen der EU-Außenminister im westukrainischen Lwiw (Lemberg) teil.
Minister lässt sich Iris-T-Flugabwehrstellung zeigen
Gleich zu Beginn seines Besuches ließ sich der Minister gemeinsam mit Sybiha eine Iris-T-Flugabwehrstellung zeigen, die nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine wichtige Rolle bei der Luftverteidigung Kiews spielt. Deutschland hat der Ukraine sechs dieser Systeme zur Verfügung gestellt.
Wadephul besichtigt Schäden nach schweren Luftangriffen auf Kiew
Angesichts der jüngsten massiven Luftangriffe Russlands besichtigte Wadephul die verheerenden Schäden einer Attacke mit Drohnen und Raketen vom 17. Juni. Bei einem der schwersten Angriffe auf Kiew in jüngster Zeit wurde ein Teil eines Wohnblocks im Stadtteil Solomjanska komplett zerstört. In dem Haus kamen nach Angaben der ukrainischen Seite 23 Menschen ums Leben, darunter Kinder. Zudem wurden 134 Menschen verletzt.
Betroffen von dem Angriff war auch eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft, die in einer Erdgeschosswohnung direkt gegenüber dem getroffenen Block mit ihrer Familie lebt. Natalia, 53, schilderte dem Minister den Angriff und dessen Folgen. Ihre Wohnung wurde durch die Druckwelle des Raketentreffers beschädigt. Die Frau überlebte die Attacke gemeinsam mit ihrer Tochter in einem Schutzraum. Ihr Mann, der in der Wohnung geblieben war, konnte sich in letzter Minute in Sicherheit bringen - er erlitt leichte Verletzungen.
Ukraine: Höchste Zahl von Angriffen seit Kriegsbeginn
Die ukrainischen Luftstreitkräfte hatten mitgeteilt, dass Russland in der Nacht zum Sonntag mehr als 500 Drohnen, Raketen und Marschflugkörper auf die Ukraine abgefeuert hatte. Die Zahl von insgesamt 537 solcher Angriffe sei die höchste seit Kriegsbeginn, berichteten Medien in der Ukraine. Es gab demnach erneut Verletzte und schwere Schäden auch an ziviler Infrastruktur.
Gedenken an Holocaust-Opfer
Am Nachmittag wollte Wadephul unter anderem in der Gedenkstätte Babyn Jar der Opfer des Massenmordes an der jüdischen Bevölkerung unter der deutschen Besatzung 1941 gedenken. In der engen Schlucht von Babyn Jar am früheren Stadtrand von Kiew erschossen die Nationalsozialisten am 29./30. September 1941 mehr als 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder./bk/ast/DP/mis
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