Piraeus Port Authority SA

Aktie
38,70 €
+0,25 €
+0,65%
22:13:57 Uhr
Depot/Watchlist
Marktkapitalisierung *
1,02 Mrd. €
Streubesitz
14,67%
KGV
8,49
Dividende
1,92 EUR
Dividendenrendite
4,75%
Index-Zuordnung
-
Piraeus Port Authority Aktie Chart

Piraeus Port Auth. Unternehmensbeschreibung

Piraeus Port Authority SA (PPA) ist die börsennotierte Betreibergesellschaft des Hafens von Piräus, dem wichtigsten Seehafen Griechenlands und einem der größten Mittelmeerhäfen. Das Unternehmen agiert als integrierter Hafeninfrastruktur- und Logistikdienstleister mit Fokus auf Containerumschlag, Fähr- und Kreuzfahrtverkehr, Kfz-Logistik sowie Werft- und Reparaturleistungen. Seit der Mehrheitsübernahme durch die chinesische Reedereigruppe COSCO Shipping fungiert PPA als strategischer Knotenpunkt der maritimen Seidenstraße zwischen Asien und Europa und verbindet Tiefsee-Containerdienste mit paneuropäischen Hinterlandverkehren über Schiene und Straße. Für langfristig orientierte Anleger ist PPA ein infrastrukturähnliches Asset mit regulierten Elementen, oligopolistischen Strukturen und hoher geopolitischer Relevanz, jedoch mit exponierter Abhängigkeit von globalem Handel, Tourismus und der griechischen Wirtschaftspolitik.

Geschäftsmodell und Wertschöpfung

Das Geschäftsmodell von Piraeus Port Authority SA basiert auf der konzessionierten Bewirtschaftung und Entwicklung des Hafengeländes von Piräus. PPA agiert als Hafenbehörde mit kommerzieller Ausrichtung und erzielt Erlöse im Wesentlichen aus:
  • Gebühren für Containerumschlag, Lagerung und Terminalservices
  • Passagier- und Hafengebühren im Fähr- und Kreuzfahrtsegment
  • Nutzungsentgelten für Kfz-Terminals, Ro-Ro-Verkehre und Logistikflächen
  • Pacht- und Dienstleistungsverträgen mit Reedereien, Logistikdienstleistern und Werftbetreibern
  • Werft-, Reparatur- und technische Services innerhalb der Hafeninfrastruktur
Die Wertschöpfung entsteht durch die Bereitstellung und Optimierung von Tiefsee-Kaiinfrastruktur, Terminalbetrieb, nautischen Diensten, Hafenlogistik sowie flankierenden Dienstleistungen. PPA investiert in Kaianlagen, IT-Systeme, Umschlagtechnik und Hinterlandanbindung, um Durchsatzkapazitäten, Effizienzkennzahlen und Servicequalität zu steigern. Gleichzeitig generiert das Unternehmen wiederkehrende, langfristig planbare Erlösströme aus Konzessionen, langfristigen Nutzungsverträgen und regulierten Gebührenstrukturen. Durch die Integration in das Netzwerk von COSCO Shipping profitiert PPA von Frachtvolumen, Liniendiensten und Synergien entlang der maritimen Lieferkette, bleibt aber rechtlich eine eigenständige griechische Aktiengesellschaft mit börslicher Notierung.

Mission und strategische Leitlinien

Die Mission von Piraeus Port Authority SA lässt sich als Entwicklung des Hafens von Piräus zu einem leistungsfähigen, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen See- und Logistikknotenpunkt im östlichen Mittelmeer zusammenfassen. PPA positioniert sich als bevorzugter Gateway-Hafen für den südosteuropäischen Raum und als Transshipment-Hub für interkontinentale Containerverkehre. Strategische Leitlinien umfassen:
  • Steigerung der operativen Effizienz durch Automatisierung, digitale Hafenplattformen und optimierte Umschlagprozesse
  • Vertiefung der Integration in globale Lieferketten, insbesondere entlang der Handelsrouten zwischen Asien, Europa und dem Schwarzen Meer
  • Ausbau des Hafenstandorts als multimodaler Logistikknoten mit Schienen- und Straßenanbindung in Richtung Balkan und zentraleuropäische Märkte
  • Förderung von Kreuzfahrt- und Fährverkehr als touristisches und regionalökonomisches Standbein
  • Schrittweise Umsetzung von Umwelt-, Energie- und Nachhaltigkeitsinitiativen, etwa im Bereich Landstrom, Emissionsreduktion und Abfallmanagement
Übergeordnet verfolgt das Management das Ziel, den Hafen von Piräus als strategischen Gateway-Hafen Europas für ostmediterrane und asiatische Verkehre zu etablieren und stabile, möglichst konjunkturresiliente Cashflows zu generieren.

Produkte und Dienstleistungen

PPA bietet ein breites Portfolio an hafenbezogenen Produkten und Dienstleistungen, das von klassischen Umschlagsleistungen bis hin zu spezialisierten Werftservices reicht. Kernbereiche sind:
  • Container-Terminal-Leistungen: Kai- und Terminalbetrieb für Deep-Sea-Containerdienste, Be- und Entladung von Containerschiffen, Lagerung, Depotmanagement, Gate-Services, Zollabwicklung und Value-Added-Services wie Containerstauen und -strippen.
  • Fähr- und Passagierhafen: Abfertigung von nationalen und internationalen Fährverbindungen, Passagierterminal-Services, Ticketing-Infrastruktur, Fahrzeug-Check-in und Logistik für den Inselverkehr in der Ägäis.
  • Kreuzfahrthafen: Anlaufplanung, Liegeplatzmanagement, Terminalabfertigung, Sicherheits- und Passagierservices für Kreuzfahrtschiffe inklusive Kooperationen mit Reiseveranstaltern und Destination-Management-Organisationen.
  • Kfz- und Ro-Ro-Terminals: Umschlag von Neufahrzeugen, Nutzfahrzeugen und rollender Ladung, inklusive Lagerflächenmanagement, Pre-Delivery-Inspection-Services und Logistics-Value-Added-Services.
  • Werften und Schiffsreparatur: Werftkapazitäten mit Docks, Reparatur- und Wartungsleistungen, technische Services, Rumpf- und Maschinendienste sowie Spezialleistungen für verschiedene Schiffstypen.
  • Immobilien- und Flächenmanagement: Verpachtung von Lagerhallen, Logistikflächen, Büro- und Gewerbeflächen im Hafengebiet an Logistikunternehmen, Reedereien und Dienstleister.
Darüber hinaus erbringt PPA nautische Dienste wie Lotsen- und Schleppservices in Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern sowie unterstützende Verwaltungs-, Sicherheits- und Infrastrukturleistungen, die für einen modernen Universalhafen typisch sind.

Geschäftsbereiche und Segmentstruktur

Piraeus Port Authority SA berichtet ihre Aktivitäten entlang mehrerer Geschäftsbereiche, die unterschiedliche Verkehrssegmente und Dienstleistungsgruppen abdecken. Typischerweise lassen sich folgende Segmente unterscheiden:
  • Containergeschäft: Betrieb und Entwicklung der Containerkais sowie Zusammenarbeit mit Terminalbetreibern und Reedereien, die langfristige Konzessionen nutzen.
  • Passagier- und Kreuzfahrtsegment: Abwicklung von Fährverkehren, Inseltourismus, Kreuzfahrtreedereien und begleitenden Services in den Passagierterminals.
  • Kfz- und Ro-Ro-Sparte: Fahrzeugumschlag, Ro-Ro-Linienverkehre und flankierende Logistikdienstleistungen.
  • Werften- und Reparaturgeschäft: Schiffsinstandhaltung, Trockendockleistungen sowie marine industrielle Dienstleistungen.
  • Immobilien- und sonstige Aktivitäten: Verpachtung von Flächen und Gebäuden, technische Infrastrukturservices und diverse Hafendienstleistungen.
Die Segmentstruktur spiegelt die Funktion des Hafens als Universalhafen wider, in dem Güter-, Passagier- und Servicegeschäft komplementär nebeneinander stehen. Für Anleger ergibt sich daraus eine teilweise Diversifikation über unterschiedliche maritim-zyklische Teilmärkte hinweg.

Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile

Der zentrale Wettbewerbsvorteil von Piraeus Port Authority SA liegt in der geostrategischen Lage des Hafens von Piräus. Er ist einer der ersten großen europäischen Tiefseehäfen entlang der Route über den Suezkanal und ermöglicht eine Verkürzung der Transitzeit für Waren aus Asien in Richtung Zentraleuropa im Vergleich zu nordeuropäischen Häfen. Dieser geografische Vorteil wirkt als natürlicher Moat. Weitere Alleinstellungsmerkmale sind:
  • Integration in die maritime Seidenstraße: Die Anbindung an das COSCO-Netzwerk schafft planbare Frachtvolumina, hohe Liniendichte und eine enge Einbindung in globale Lieferketten.
  • Universalhafen mit Multimodalität: Kombination aus Container-, Fähr-, Kreuzfahrt-, Kfz- und Werftgeschäft erlaubt Quersubventionierung und eine gewisse Glättung von Nachfragezyklen.
  • Nähe zu Athen: Direkter Zugang zum größten Ballungsraum Griechenlands stärkt das Passagiergeschäft, den Kreuzfahrttourismus und die regionale Distribution von Gütern.
  • Ausbaupotenzial und Flächenverfügbarkeit: Im Vergleich zu manchen etablierten Nordeuropahäfen verfügt Piräus über Flächen- und Kapazitätsreserven, die Ausbauprogramme erleichtern.
Diese Faktoren tragen dazu bei, dass PPA als Gateway-Hafen in einem oligopolistischen Märkteumfeld agiert. Der Wettbewerb um große Reedereialliancen ist intensiv, jedoch schwer zu replizierende Standortfaktoren und die Eigentümerstruktur verschaffen dem Unternehmen strukturelle Vorteile.

Burggräben und strukturelle Moats

Piraeus Port Authority SA verfügt über mehrere strukturelle Burggräben, die das Geschäftsmodell gegen kurzfristige Konkurrenz schützen:
  • Hohe Eintrittsbarrieren: Tiefwasserhafeninfrastruktur, langlaufende Konzessionen, nautische Voraussetzungen und regulatorische Rahmenbedingungen erfordern milliardenschwere Investitionen und jahrzehntelange Aufbauarbeit.
  • Regulatorische und politische Verankerung: Die Konzession und die Rolle als Hafenbehörde sind langfristig verankert. Der politische Wille, Piräus als nationalen Leitstandort zu stärken, schafft einen gewissen Schutz gegen parallele griechische Konkurrenzstandorte.
  • Netzwerkeffekte: Ein etabliertes Bündel aus Reedereien, Spediteuren, Bahnoperateuren und Logistikdienstleistern erzeugt Pfadabhängigkeiten. Je größer der Durchsatz, desto attraktiver wird der Standort für neue Dienste.
  • Skaleneffekte: Fixkostenintensive Hafeninfrastruktur profitiert von wachsendem Durchsatz. Größere Volumina senken die Kosten pro umgeschlagenen Einheit und erhöhen die Margenpotenziale.
Diese Moats sind jedoch nicht absolut. Änderungen in Handelsströmen, geopolitische Spannungen oder Hafenarbeitskonflikte können die relative Attraktivität von Piräus gegenüber alternativen Routen und Häfen beeinflussen.

Wettbewerbsumfeld

Der Hafen von Piräus steht im Wettbewerb mit anderen Mittelmeer- und Nordeuropahäfen, die um Transshipment-Verkehre und Gateway-Funktionen konkurrieren. Zu den relevanten Wettbewerbern zählen unter anderem:
  • Große Mittelmeerhäfen wie Valencia, Algeciras, Gioia Tauro, Marseille-Fos und Port Said
  • Regionale Wettbewerber im östlichen Mittelmeer wie Thessaloniki, Istanbul und Häfen in der Adria
  • Nordeuropäische Containerdrehscheiben wie Rotterdam, Antwerpen-Brügge oder Hamburg, insbesondere im Wettbewerb um Asien-Europa-Verkehre
Während Nordeuropahäfen von etablierten Hinterlandkorridoren, hoher Produktivität und tiefen Logistikclustern profitieren, punktet Piräus mit Zeitvorteilen auf der Seestrecke und wachsendem Zugang zu Balkanmärkten. Innerhalb Griechenlands ist Piräus klar dominanter Hafen, doch der Wettbewerb um Kreuzfahrtanläufe und Tourismusströme mit anderen Mittelmeerzielen bleibt intensiv.

Management, Eigentümerstruktur und Strategie

Die Eigentümerstruktur von Piraeus Port Authority SA ist geprägt von einem kontrollierenden Mehrheitsanteil von COSCO Shipping über eine Beteiligungsgesellschaft sowie einem verbliebenen Anteil des griechischen Staates und einem Streubesitz an der Börse. Das Management verfolgt eine Strategie, die chinesische Wachstumsambitionen mit nationalen Interessen Griechenlands verbindet. Kernelemente der Strategie sind:
  • Kontinuierliche Kapazitätserweiterung in Container- und Kreuzfahrtsegmenten zur Absorption wachsender Handels- und Passagierströme
  • Verbesserung der Hinterlandanbindung durch Kooperationen mit Bahnoperateuren, Investitionen in Terminals im Inland und Stärkung multimodaler Logistikketten
  • Digitalisierung von Hafenprozessen, Einführung von Port-Community-Systemen und Nutzung von Datenanalytik zur Effizienzsteigerung
  • Schrittweise Modernisierung der Werftkapazitäten und Integration in internationale Reparatur- und Wartungsnetzwerke
  • Umsetzung von ESG-orientierten Projekten, getrieben durch internationale Investorenanforderungen und EU-Regulierung
Für konservative Anleger ist die Doppelrolle von PPA als wirtschaftlich orientiertes Unternehmen und als kritische Infrastruktur von staatlichem und geopolitischem Interesse relevant, da sie Chancen auf stabile Langfriststrategien, aber auch politische Eingriffsmöglichkeiten mit sich bringt.

Branchen- und Regionenanalyse

Piraeus Port Authority SA operiert im Schnittfeld der globalen Hafenwirtschaft, der Logistikbranche, des maritimen Transports und des Tourismus. Die Hafenindustrie ist durch hohen Kapitalbedarf, klare Netzwerkeffekte und Konzentration auf wenige große Knotenpunkte gekennzeichnet. Der Containerverkehr folgt langfristig dem globalen Handelswachstum, unterliegt aber kurzfristigen Schwankungen durch Konjunkturzyklen, geopolitische Spannungen und Störungen in Lieferketten. Der Passagier- und Kreuzfahrtbereich ist stark von Reise- und Tourismusentwicklungen abhängig, insbesondere von der Attraktivität der Ägäis und der Stabilität im östlichen Mittelmeer. Regional ist PPA vor allem auf:
  • den griechischen Markt und den Großraum Athen für Passagier- und Fährverkehre
  • südosteuropäische und balkanische Volkswirtschaften im Hinterland der Container- und Ro-Ro-Verkehre
  • interkontinentale Asien-Europa-Handelsströme im Containersegment
angewiesen. Regulatorisch ist das Unternehmen in die EU-Umwelt- und Beihilfepolitik, internationale Seeschifffahrtsvorschriften und nationale Hafenregulierung eingebettet. Der Trend zu Dekarbonisierung, alternativen Antrieben und strengeren Emissionsgrenzen betrifft auch Piräus und erfordert kontinuierliche Anpassungsinvestitionen.

Historische Entwicklung

Die Geschichte des Hafens von Piräus reicht bis in die Antike zurück, doch Piraeus Port Authority SA in ihrer heutigen Form entstand im 20. Jahrhundert als staatlich dominierte Hafenbehörde. Über Jahrzehnte fungierte das Unternehmen als öffentliches Infrastrukturorgan mit Fokus auf nationale Versorgung und Fährverkehre. Mit der Liberalisierung der Hafenmärkte und der internationalen Integration Griechenlands wurde PPA schrittweise nach betriebswirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet und schließlich an der Börse gelistet. Im Zuge der griechischen Staatsschuldenkrise und der mit internationalen Gläubigern vereinbarten Privatisierungsprogramme erhielt COSCO Shipping zunächst eine langfristige Konzession für Containerterminals und übernahm später eine Mehrheitsbeteiligung an der PPA. Diese Transaktion markierte einen Wendepunkt: Piräus entwickelte sich von einem eher regional orientierten Hafen zu einem hochskalierten Umschlagplatz im globalen Containerverkehr. In den Folgejahren wurden Kapazitäten ausgebaut, Serviceangebote erweitert und die Rolle als Drehscheibe für asiatisch-europäische Lieferketten vertieft. Parallel dazu gewann der Kreuzfahrttourismus an Bedeutung, während das Unternehmen in Werft- und Kfz-Geschäft investierte, um den Universalhafencharakter zu stärken. Die jüngste Geschichte ist geprägt von Anpassungen an globale Handelskonflikte, pandemiebedingte Verwerfungen im Tourismus und Containerschifffahrt sowie von Diskussionen über die geopolitische Rolle chinesischer Investoren in europäischer Infrastruktur.

Besonderheiten und regulatorischer Kontext

Piraeus Port Authority SA weist mehrere Besonderheiten auf, die für Anleger von Bedeutung sind. Der Hafen von Piräus gilt als kritische Infrastruktur Griechenlands und der Europäischen Union. Änderungen in EU-Hafenpolitik, Wettbewerbsvorschriften oder Investitionskontrollen können direkten Einfluss auf das Unternehmen haben. Die Beteiligung von COSCO als chinesischem Staatskonzern steht im Spannungsfeld zwischen europäischer Offenheit für Auslandsinvestitionen und sicherheitspolitischen Überlegungen. Darüber hinaus ist PPA in einen komplexen Stakeholderkontext eingebunden, der lokale Gemeinden, Arbeitnehmervertretungen, Reedereien, Tourismusverbände und nationale Behörden umfasst. Hafenarbeitsrecht, Tarifverhandlungen und soziale Akzeptanz von Expansionen spielen eine Rolle für die Betriebssicherheit. Ein weiterer Aspekt ist die Verpflichtung, bestimmte Investitions- und Entwicklungspläne im Rahmen der Konzessionsvereinbarungen umzusetzen, was den Handlungsspielraum des Managements sowohl strukturiert als auch einschränkt. Schließlich beeinflussen Umwelt- und Klimaregulierung, etwa Vorgaben zu Landstrom, Emissionsreduktionen und Lärmschutz, die Ausgestaltung zukünftiger Infrastrukturprojekte und die Kostenbasis.

Chancen aus Investorensicht

Für konservative Anleger ergeben sich bei Piraeus Port Authority SA mehrere potenzielle Chancen:
  • Infrastrukturcharakter: Langfristige Konzessionen, hohe Eintrittsbarrieren und natürlicher Monopolcharakter im Großraum Athen können für relativ stabile Cashflows sorgen.
  • Wachstum im Containerverkehr: Eine anhaltende Verlagerung von Asien-Europa-Verkehren über Mittelmeerhäfen, kombiniert mit verbesserten Bahn- und Straßenkorridoren nach Zentraleuropa, kann die Rolle von Piräus als Gateway-Hafen stärken.
  • Tourismus- und Kreuzfahrtpotenzial: Die Ägäis und Griechenland bleiben attraktive Kreuzfahrtziele. Bei stabilen politischen und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen kann der Passagierverkehr weiter wachsen.
  • Synergien mit COSCO: Der Rückhalt durch einen globalen Reedereikonzern bietet Zugang zu Frachtvolumen, Know-how und Kapital, was Investitionsprogramme erleichtern kann.
  • ESG-Transformation: Erfolgreiche Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen kann den Zugang zu institutionellem Kapital verbessern und die Wahrnehmung als moderner, umweltorientierter Hafenstandort stärken.
Diese Chancen entfalten sich vor allem bei stabilen makroökonomischen Rahmenbedingungen, einer verlässlichen griechischen Wirtschaftspolitik und einem weiterhin offenen Welthandel.

Risiken und konservative Bewertung

Trotz der strukturellen Stärken ist ein Investment in Piraeus Port Authority SA mit spezifischen Risiken verbunden, die konservative Anleger berücksichtigen sollten:
  • Zyklizität des Welthandels: Rückgänge im globalen Containerverkehr, Handelskonflikte, Rezessionen oder Verlagerungen von Produktionsketten können Umschlagmengen und Auslastung deutlich beeinträchtigen.
  • Politische und regulatorische Risiken: Änderungen in Hafenpolitik, EU-Regulierung, Investitionskontrollen oder nationaler Gesetzgebung können sich auf Konzessionen, Gebührenstrukturen und Investitionspläne auswirken.
  • Geopolitische Spannungen: Die chinesische Eigentümerbeteiligung steht im Fokus geopolitischer Debatten. Verschärfte Spannungen zwischen EU und China oder sicherheitspolitische Bedenken könnten die strategische Flexibilität einschränken.
  • Soziale und arbeitsrechtliche Konflikte: Arbeitskämpfe, Streiks oder Konflikte mit Gewerkschaften können den Hafenbetrieb stören und die Reputation belasten.
  • Umwelt- und Klimarisiken: Strengere Umweltauflagen können zusätzliche Investitionen erfordern und die Kostenbasis erhöhen. Zugleich ist das Geschäftsmodell indirekt von Emissions- und Klimapolitik im Schifffahrtssektor abhängig.
  • Tourismusabhängigkeit im Passagiersegment: Ereignisse wie Pandemien, Sicherheitslagen oder Reputationsschäden im Tourismus können den Kreuzfahrt- und Fährverkehr empfindlich treffen.
Vor diesem Hintergrund eignet sich Piraeus Port Authority SA eher für Anleger, die die Besonderheiten eines regulierten, geopolitisch exponierten Infrastrukturwerts einschätzen können und bereit sind, branchen- und länderspezifische Risiken langfristig zu tragen, ohne eine Garantie auf stetige Erträge zu erwarten.

Realtime-Kursdaten

Geld/Brief 38,00 € / 39,00 €
Spread +2,63%
Schluss Vortag 38,45 €
Gehandelte Stücke 294
Tagesvolumen Vortag 352,65 €
Tagestief 37,90 €
Tageshoch 38,85 €
52W-Tief -  
52W-Hoch 38,70 €
Jahrestief 35,00 €
Jahreshoch 41,00 €

Piraeus Port Auth. Aktie: Fundamentale Kennzahlen (2024)

Umsatz in Mio. 230,88 €
Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio. 103,82 €
Jahresüberschuss in Mio. 87,46 €
Umsatz je Aktie 9,24 €
Gewinn je Aktie 3,50 €
Gewinnrendite +21,38%
Umsatzrendite +37,88%
Return on Investment +13,06%
Marktkapitalisierung in Mio. 742,50 €
KGV (Kurs/Gewinn) 8,49
KBV (Kurs/Buchwert) 1,82
KUV (Kurs/Umsatz) 3,21
Eigenkapitalrendite +21,38%
Eigenkapitalquote +61,10%

Dividenden Kennzahlen

Auszahlungen/Jahr 1
Gesteigert seit 4 Jahre
Keine Senkung seit 4 Jahre
Stabilität der Dividende 0,71 (max 1,00)
Jährlicher 44,65% (5 Jahre)
Dividendenzuwachs 36,22% (10 Jahre)
Ausschüttungs- 55,7% (auf den Gewinn/FFO)
quote 296,8% (auf den Free Cash Flow)

Dividenden Historie

Datum Dividende
04.08.2025 1,92 €
29.07.2024 1,34 €
25.07.2022 0,63 €
26.07.2021 0,40 €
27.07.2020 0,54 €
22.07.2019 0,42 €
19.07.2018 0,17 €
19.07.2017 0,089 €
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Piraeus Port Auth. Termine

Keine Termine bekannt.

Prognose & Kursziel

Keine aktuellen Prognosen oder Kursziele bekannt.

Piraeus Port Auth. Aktie: Übersicht Handelsplätze

Handelsplatz
Letzter
Änderung
Vortag
Zeit
Düsseldorf 38,15 +0,13%
38,10 € 08:12
Frankfurt 37,90 -1,43%
38,45 € 08:14
München 38,45 0 %
38,45 € 08:00
Stuttgart 38,15 -0,26%
38,25 € 21:31
L&S RT 38,50 +0,26%
38,40 € 22:28
Tradegate 38,40 +0,26%
38,30 € 13:44
Quotrix 38,35 -1,16%
38,80 € 07:27
Gettex 38,70 +0,65%
38,45 € 22:13
Weitere Börsenplätze

Historische Kurse

Datum
Kurs
Volumen
15.04.26 38,45 428
14.04.26 38,90 16.636
13.04.26 38,50 0
10.04.26 38,50 0
09.04.26 38,00 2.961
Weitere Historische Kurse

Performance

Zeitraum Kurs %
1 Woche 38,00 € +1,18%
1 Monat 38,05 € +1,05%
6 Monate - -
1 Jahr - -
5 Jahre - -

Unternehmensprofil Piraeus Port Auth.

Piraeus Port Authority SA (PPA) ist die börsennotierte Betreibergesellschaft des Hafens von Piräus, dem wichtigsten Seehafen Griechenlands und einem der größten Mittelmeerhäfen. Das Unternehmen agiert als integrierter Hafeninfrastruktur- und Logistikdienstleister mit Fokus auf Containerumschlag, Fähr- und Kreuzfahrtverkehr, Kfz-Logistik sowie Werft- und Reparaturleistungen. Seit der Mehrheitsübernahme durch die chinesische Reedereigruppe COSCO Shipping fungiert PPA als strategischer Knotenpunkt der maritimen Seidenstraße zwischen Asien und Europa und verbindet Tiefsee-Containerdienste mit paneuropäischen Hinterlandverkehren über Schiene und Straße. Für langfristig orientierte Anleger ist PPA ein infrastrukturähnliches Asset mit regulierten Elementen, oligopolistischen Strukturen und hoher geopolitischer Relevanz, jedoch mit exponierter Abhängigkeit von globalem Handel, Tourismus und der griechischen Wirtschaftspolitik.

Geschäftsmodell und Wertschöpfung

Das Geschäftsmodell von Piraeus Port Authority SA basiert auf der konzessionierten Bewirtschaftung und Entwicklung des Hafengeländes von Piräus. PPA agiert als Hafenbehörde mit kommerzieller Ausrichtung und erzielt Erlöse im Wesentlichen aus:
  • Gebühren für Containerumschlag, Lagerung und Terminalservices
  • Passagier- und Hafengebühren im Fähr- und Kreuzfahrtsegment
  • Nutzungsentgelten für Kfz-Terminals, Ro-Ro-Verkehre und Logistikflächen
  • Pacht- und Dienstleistungsverträgen mit Reedereien, Logistikdienstleistern und Werftbetreibern
  • Werft-, Reparatur- und technische Services innerhalb der Hafeninfrastruktur
Die Wertschöpfung entsteht durch die Bereitstellung und Optimierung von Tiefsee-Kaiinfrastruktur, Terminalbetrieb, nautischen Diensten, Hafenlogistik sowie flankierenden Dienstleistungen. PPA investiert in Kaianlagen, IT-Systeme, Umschlagtechnik und Hinterlandanbindung, um Durchsatzkapazitäten, Effizienzkennzahlen und Servicequalität zu steigern. Gleichzeitig generiert das Unternehmen wiederkehrende, langfristig planbare Erlösströme aus Konzessionen, langfristigen Nutzungsverträgen und regulierten Gebührenstrukturen. Durch die Integration in das Netzwerk von COSCO Shipping profitiert PPA von Frachtvolumen, Liniendiensten und Synergien entlang der maritimen Lieferkette, bleibt aber rechtlich eine eigenständige griechische Aktiengesellschaft mit börslicher Notierung.

Mission und strategische Leitlinien

Die Mission von Piraeus Port Authority SA lässt sich als Entwicklung des Hafens von Piräus zu einem leistungsfähigen, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen See- und Logistikknotenpunkt im östlichen Mittelmeer zusammenfassen. PPA positioniert sich als bevorzugter Gateway-Hafen für den südosteuropäischen Raum und als Transshipment-Hub für interkontinentale Containerverkehre. Strategische Leitlinien umfassen:
  • Steigerung der operativen Effizienz durch Automatisierung, digitale Hafenplattformen und optimierte Umschlagprozesse
  • Vertiefung der Integration in globale Lieferketten, insbesondere entlang der Handelsrouten zwischen Asien, Europa und dem Schwarzen Meer
  • Ausbau des Hafenstandorts als multimodaler Logistikknoten mit Schienen- und Straßenanbindung in Richtung Balkan und zentraleuropäische Märkte
  • Förderung von Kreuzfahrt- und Fährverkehr als touristisches und regionalökonomisches Standbein
  • Schrittweise Umsetzung von Umwelt-, Energie- und Nachhaltigkeitsinitiativen, etwa im Bereich Landstrom, Emissionsreduktion und Abfallmanagement
Übergeordnet verfolgt das Management das Ziel, den Hafen von Piräus als strategischen Gateway-Hafen Europas für ostmediterrane und asiatische Verkehre zu etablieren und stabile, möglichst konjunkturresiliente Cashflows zu generieren.

Produkte und Dienstleistungen

PPA bietet ein breites Portfolio an hafenbezogenen Produkten und Dienstleistungen, das von klassischen Umschlagsleistungen bis hin zu spezialisierten Werftservices reicht. Kernbereiche sind:
  • Container-Terminal-Leistungen: Kai- und Terminalbetrieb für Deep-Sea-Containerdienste, Be- und Entladung von Containerschiffen, Lagerung, Depotmanagement, Gate-Services, Zollabwicklung und Value-Added-Services wie Containerstauen und -strippen.
  • Fähr- und Passagierhafen: Abfertigung von nationalen und internationalen Fährverbindungen, Passagierterminal-Services, Ticketing-Infrastruktur, Fahrzeug-Check-in und Logistik für den Inselverkehr in der Ägäis.
  • Kreuzfahrthafen: Anlaufplanung, Liegeplatzmanagement, Terminalabfertigung, Sicherheits- und Passagierservices für Kreuzfahrtschiffe inklusive Kooperationen mit Reiseveranstaltern und Destination-Management-Organisationen.
  • Kfz- und Ro-Ro-Terminals: Umschlag von Neufahrzeugen, Nutzfahrzeugen und rollender Ladung, inklusive Lagerflächenmanagement, Pre-Delivery-Inspection-Services und Logistics-Value-Added-Services.
  • Werften und Schiffsreparatur: Werftkapazitäten mit Docks, Reparatur- und Wartungsleistungen, technische Services, Rumpf- und Maschinendienste sowie Spezialleistungen für verschiedene Schiffstypen.
  • Immobilien- und Flächenmanagement: Verpachtung von Lagerhallen, Logistikflächen, Büro- und Gewerbeflächen im Hafengebiet an Logistikunternehmen, Reedereien und Dienstleister.
Darüber hinaus erbringt PPA nautische Dienste wie Lotsen- und Schleppservices in Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern sowie unterstützende Verwaltungs-, Sicherheits- und Infrastrukturleistungen, die für einen modernen Universalhafen typisch sind.

Geschäftsbereiche und Segmentstruktur

Piraeus Port Authority SA berichtet ihre Aktivitäten entlang mehrerer Geschäftsbereiche, die unterschiedliche Verkehrssegmente und Dienstleistungsgruppen abdecken. Typischerweise lassen sich folgende Segmente unterscheiden:
  • Containergeschäft: Betrieb und Entwicklung der Containerkais sowie Zusammenarbeit mit Terminalbetreibern und Reedereien, die langfristige Konzessionen nutzen.
  • Passagier- und Kreuzfahrtsegment: Abwicklung von Fährverkehren, Inseltourismus, Kreuzfahrtreedereien und begleitenden Services in den Passagierterminals.
  • Kfz- und Ro-Ro-Sparte: Fahrzeugumschlag, Ro-Ro-Linienverkehre und flankierende Logistikdienstleistungen.
  • Werften- und Reparaturgeschäft: Schiffsinstandhaltung, Trockendockleistungen sowie marine industrielle Dienstleistungen.
  • Immobilien- und sonstige Aktivitäten: Verpachtung von Flächen und Gebäuden, technische Infrastrukturservices und diverse Hafendienstleistungen.
Die Segmentstruktur spiegelt die Funktion des Hafens als Universalhafen wider, in dem Güter-, Passagier- und Servicegeschäft komplementär nebeneinander stehen. Für Anleger ergibt sich daraus eine teilweise Diversifikation über unterschiedliche maritim-zyklische Teilmärkte hinweg.

Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile

Der zentrale Wettbewerbsvorteil von Piraeus Port Authority SA liegt in der geostrategischen Lage des Hafens von Piräus. Er ist einer der ersten großen europäischen Tiefseehäfen entlang der Route über den Suezkanal und ermöglicht eine Verkürzung der Transitzeit für Waren aus Asien in Richtung Zentraleuropa im Vergleich zu nordeuropäischen Häfen. Dieser geografische Vorteil wirkt als natürlicher Moat. Weitere Alleinstellungsmerkmale sind:
  • Integration in die maritime Seidenstraße: Die Anbindung an das COSCO-Netzwerk schafft planbare Frachtvolumina, hohe Liniendichte und eine enge Einbindung in globale Lieferketten.
  • Universalhafen mit Multimodalität: Kombination aus Container-, Fähr-, Kreuzfahrt-, Kfz- und Werftgeschäft erlaubt Quersubventionierung und eine gewisse Glättung von Nachfragezyklen.
  • Nähe zu Athen: Direkter Zugang zum größten Ballungsraum Griechenlands stärkt das Passagiergeschäft, den Kreuzfahrttourismus und die regionale Distribution von Gütern.
  • Ausbaupotenzial und Flächenverfügbarkeit: Im Vergleich zu manchen etablierten Nordeuropahäfen verfügt Piräus über Flächen- und Kapazitätsreserven, die Ausbauprogramme erleichtern.
Diese Faktoren tragen dazu bei, dass PPA als Gateway-Hafen in einem oligopolistischen Märkteumfeld agiert. Der Wettbewerb um große Reedereialliancen ist intensiv, jedoch schwer zu replizierende Standortfaktoren und die Eigentümerstruktur verschaffen dem Unternehmen strukturelle Vorteile.

Burggräben und strukturelle Moats

Piraeus Port Authority SA verfügt über mehrere strukturelle Burggräben, die das Geschäftsmodell gegen kurzfristige Konkurrenz schützen:
  • Hohe Eintrittsbarrieren: Tiefwasserhafeninfrastruktur, langlaufende Konzessionen, nautische Voraussetzungen und regulatorische Rahmenbedingungen erfordern milliardenschwere Investitionen und jahrzehntelange Aufbauarbeit.
  • Regulatorische und politische Verankerung: Die Konzession und die Rolle als Hafenbehörde sind langfristig verankert. Der politische Wille, Piräus als nationalen Leitstandort zu stärken, schafft einen gewissen Schutz gegen parallele griechische Konkurrenzstandorte.
  • Netzwerkeffekte: Ein etabliertes Bündel aus Reedereien, Spediteuren, Bahnoperateuren und Logistikdienstleistern erzeugt Pfadabhängigkeiten. Je größer der Durchsatz, desto attraktiver wird der Standort für neue Dienste.
  • Skaleneffekte: Fixkostenintensive Hafeninfrastruktur profitiert von wachsendem Durchsatz. Größere Volumina senken die Kosten pro umgeschlagenen Einheit und erhöhen die Margenpotenziale.
Diese Moats sind jedoch nicht absolut. Änderungen in Handelsströmen, geopolitische Spannungen oder Hafenarbeitskonflikte können die relative Attraktivität von Piräus gegenüber alternativen Routen und Häfen beeinflussen.

Wettbewerbsumfeld

Der Hafen von Piräus steht im Wettbewerb mit anderen Mittelmeer- und Nordeuropahäfen, die um Transshipment-Verkehre und Gateway-Funktionen konkurrieren. Zu den relevanten Wettbewerbern zählen unter anderem:
  • Große Mittelmeerhäfen wie Valencia, Algeciras, Gioia Tauro, Marseille-Fos und Port Said
  • Regionale Wettbewerber im östlichen Mittelmeer wie Thessaloniki, Istanbul und Häfen in der Adria
  • Nordeuropäische Containerdrehscheiben wie Rotterdam, Antwerpen-Brügge oder Hamburg, insbesondere im Wettbewerb um Asien-Europa-Verkehre
Während Nordeuropahäfen von etablierten Hinterlandkorridoren, hoher Produktivität und tiefen Logistikclustern profitieren, punktet Piräus mit Zeitvorteilen auf der Seestrecke und wachsendem Zugang zu Balkanmärkten. Innerhalb Griechenlands ist Piräus klar dominanter Hafen, doch der Wettbewerb um Kreuzfahrtanläufe und Tourismusströme mit anderen Mittelmeerzielen bleibt intensiv.

Management, Eigentümerstruktur und Strategie

Die Eigentümerstruktur von Piraeus Port Authority SA ist geprägt von einem kontrollierenden Mehrheitsanteil von COSCO Shipping über eine Beteiligungsgesellschaft sowie einem verbliebenen Anteil des griechischen Staates und einem Streubesitz an der Börse. Das Management verfolgt eine Strategie, die chinesische Wachstumsambitionen mit nationalen Interessen Griechenlands verbindet. Kernelemente der Strategie sind:
  • Kontinuierliche Kapazitätserweiterung in Container- und Kreuzfahrtsegmenten zur Absorption wachsender Handels- und Passagierströme
  • Verbesserung der Hinterlandanbindung durch Kooperationen mit Bahnoperateuren, Investitionen in Terminals im Inland und Stärkung multimodaler Logistikketten
  • Digitalisierung von Hafenprozessen, Einführung von Port-Community-Systemen und Nutzung von Datenanalytik zur Effizienzsteigerung
  • Schrittweise Modernisierung der Werftkapazitäten und Integration in internationale Reparatur- und Wartungsnetzwerke
  • Umsetzung von ESG-orientierten Projekten, getrieben durch internationale Investorenanforderungen und EU-Regulierung
Für konservative Anleger ist die Doppelrolle von PPA als wirtschaftlich orientiertes Unternehmen und als kritische Infrastruktur von staatlichem und geopolitischem Interesse relevant, da sie Chancen auf stabile Langfriststrategien, aber auch politische Eingriffsmöglichkeiten mit sich bringt.

Branchen- und Regionenanalyse

Piraeus Port Authority SA operiert im Schnittfeld der globalen Hafenwirtschaft, der Logistikbranche, des maritimen Transports und des Tourismus. Die Hafenindustrie ist durch hohen Kapitalbedarf, klare Netzwerkeffekte und Konzentration auf wenige große Knotenpunkte gekennzeichnet. Der Containerverkehr folgt langfristig dem globalen Handelswachstum, unterliegt aber kurzfristigen Schwankungen durch Konjunkturzyklen, geopolitische Spannungen und Störungen in Lieferketten. Der Passagier- und Kreuzfahrtbereich ist stark von Reise- und Tourismusentwicklungen abhängig, insbesondere von der Attraktivität der Ägäis und der Stabilität im östlichen Mittelmeer. Regional ist PPA vor allem auf:
  • den griechischen Markt und den Großraum Athen für Passagier- und Fährverkehre
  • südosteuropäische und balkanische Volkswirtschaften im Hinterland der Container- und Ro-Ro-Verkehre
  • interkontinentale Asien-Europa-Handelsströme im Containersegment
angewiesen. Regulatorisch ist das Unternehmen in die EU-Umwelt- und Beihilfepolitik, internationale Seeschifffahrtsvorschriften und nationale Hafenregulierung eingebettet. Der Trend zu Dekarbonisierung, alternativen Antrieben und strengeren Emissionsgrenzen betrifft auch Piräus und erfordert kontinuierliche Anpassungsinvestitionen.

Historische Entwicklung

Die Geschichte des Hafens von Piräus reicht bis in die Antike zurück, doch Piraeus Port Authority SA in ihrer heutigen Form entstand im 20. Jahrhundert als staatlich dominierte Hafenbehörde. Über Jahrzehnte fungierte das Unternehmen als öffentliches Infrastrukturorgan mit Fokus auf nationale Versorgung und Fährverkehre. Mit der Liberalisierung der Hafenmärkte und der internationalen Integration Griechenlands wurde PPA schrittweise nach betriebswirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet und schließlich an der Börse gelistet. Im Zuge der griechischen Staatsschuldenkrise und der mit internationalen Gläubigern vereinbarten Privatisierungsprogramme erhielt COSCO Shipping zunächst eine langfristige Konzession für Containerterminals und übernahm später eine Mehrheitsbeteiligung an der PPA. Diese Transaktion markierte einen Wendepunkt: Piräus entwickelte sich von einem eher regional orientierten Hafen zu einem hochskalierten Umschlagplatz im globalen Containerverkehr. In den Folgejahren wurden Kapazitäten ausgebaut, Serviceangebote erweitert und die Rolle als Drehscheibe für asiatisch-europäische Lieferketten vertieft. Parallel dazu gewann der Kreuzfahrttourismus an Bedeutung, während das Unternehmen in Werft- und Kfz-Geschäft investierte, um den Universalhafencharakter zu stärken. Die jüngste Geschichte ist geprägt von Anpassungen an globale Handelskonflikte, pandemiebedingte Verwerfungen im Tourismus und Containerschifffahrt sowie von Diskussionen über die geopolitische Rolle chinesischer Investoren in europäischer Infrastruktur.

Besonderheiten und regulatorischer Kontext

Piraeus Port Authority SA weist mehrere Besonderheiten auf, die für Anleger von Bedeutung sind. Der Hafen von Piräus gilt als kritische Infrastruktur Griechenlands und der Europäischen Union. Änderungen in EU-Hafenpolitik, Wettbewerbsvorschriften oder Investitionskontrollen können direkten Einfluss auf das Unternehmen haben. Die Beteiligung von COSCO als chinesischem Staatskonzern steht im Spannungsfeld zwischen europäischer Offenheit für Auslandsinvestitionen und sicherheitspolitischen Überlegungen. Darüber hinaus ist PPA in einen komplexen Stakeholderkontext eingebunden, der lokale Gemeinden, Arbeitnehmervertretungen, Reedereien, Tourismusverbände und nationale Behörden umfasst. Hafenarbeitsrecht, Tarifverhandlungen und soziale Akzeptanz von Expansionen spielen eine Rolle für die Betriebssicherheit. Ein weiterer Aspekt ist die Verpflichtung, bestimmte Investitions- und Entwicklungspläne im Rahmen der Konzessionsvereinbarungen umzusetzen, was den Handlungsspielraum des Managements sowohl strukturiert als auch einschränkt. Schließlich beeinflussen Umwelt- und Klimaregulierung, etwa Vorgaben zu Landstrom, Emissionsreduktionen und Lärmschutz, die Ausgestaltung zukünftiger Infrastrukturprojekte und die Kostenbasis.

Chancen aus Investorensicht

Für konservative Anleger ergeben sich bei Piraeus Port Authority SA mehrere potenzielle Chancen:
  • Infrastrukturcharakter: Langfristige Konzessionen, hohe Eintrittsbarrieren und natürlicher Monopolcharakter im Großraum Athen können für relativ stabile Cashflows sorgen.
  • Wachstum im Containerverkehr: Eine anhaltende Verlagerung von Asien-Europa-Verkehren über Mittelmeerhäfen, kombiniert mit verbesserten Bahn- und Straßenkorridoren nach Zentraleuropa, kann die Rolle von Piräus als Gateway-Hafen stärken.
  • Tourismus- und Kreuzfahrtpotenzial: Die Ägäis und Griechenland bleiben attraktive Kreuzfahrtziele. Bei stabilen politischen und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen kann der Passagierverkehr weiter wachsen.
  • Synergien mit COSCO: Der Rückhalt durch einen globalen Reedereikonzern bietet Zugang zu Frachtvolumen, Know-how und Kapital, was Investitionsprogramme erleichtern kann.
  • ESG-Transformation: Erfolgreiche Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen kann den Zugang zu institutionellem Kapital verbessern und die Wahrnehmung als moderner, umweltorientierter Hafenstandort stärken.
Diese Chancen entfalten sich vor allem bei stabilen makroökonomischen Rahmenbedingungen, einer verlässlichen griechischen Wirtschaftspolitik und einem weiterhin offenen Welthandel.

Risiken und konservative Bewertung

Trotz der strukturellen Stärken ist ein Investment in Piraeus Port Authority SA mit spezifischen Risiken verbunden, die konservative Anleger berücksichtigen sollten:
  • Zyklizität des Welthandels: Rückgänge im globalen Containerverkehr, Handelskonflikte, Rezessionen oder Verlagerungen von Produktionsketten können Umschlagmengen und Auslastung deutlich beeinträchtigen.
  • Politische und regulatorische Risiken: Änderungen in Hafenpolitik, EU-Regulierung, Investitionskontrollen oder nationaler Gesetzgebung können sich auf Konzessionen, Gebührenstrukturen und Investitionspläne auswirken.
  • Geopolitische Spannungen: Die chinesische Eigentümerbeteiligung steht im Fokus geopolitischer Debatten. Verschärfte Spannungen zwischen EU und China oder sicherheitspolitische Bedenken könnten die strategische Flexibilität einschränken.
  • Soziale und arbeitsrechtliche Konflikte: Arbeitskämpfe, Streiks oder Konflikte mit Gewerkschaften können den Hafenbetrieb stören und die Reputation belasten.
  • Umwelt- und Klimarisiken: Strengere Umweltauflagen können zusätzliche Investitionen erfordern und die Kostenbasis erhöhen. Zugleich ist das Geschäftsmodell indirekt von Emissions- und Klimapolitik im Schifffahrtssektor abhängig.
  • Tourismusabhängigkeit im Passagiersegment: Ereignisse wie Pandemien, Sicherheitslagen oder Reputationsschäden im Tourismus können den Kreuzfahrt- und Fährverkehr empfindlich treffen.
Vor diesem Hintergrund eignet sich Piraeus Port Authority SA eher für Anleger, die die Besonderheiten eines regulierten, geopolitisch exponierten Infrastrukturwerts einschätzen können und bereit sind, branchen- und länderspezifische Risiken langfristig zu tragen, ohne eine Garantie auf stetige Erträge zu erwarten.
Stand: 09.03.2026 12:54 Uhr
Hinweis

Piraeus Port Auth. Prognose 2026: Einstufung & Empfehlung von Analysten

Piraeus Port Auth. Kursziel 2026

  • Die Piraeus Port Auth. Kurs Performance für 2026 liegt bei -5,30%.

Einstufung & Prognose 2026

  • 0 Analysten haben Piraeus Port Auth. eingestuft: 0 Analysten empfehlen Piraeus Port Auth. zum Kauf, 0 zum Halten und 0 zum Verkauf.
  • Analystenschätzungen: Laut Einschätzung der Analysten birgt die Piraeus Port Auth. Aktie ein durchschnittliches Kurspotential 2026 von -.

Stammdaten

Marktkapitalisierung 1,02 Mrd. €
Aktienanzahl 25,00 Mio.
Streubesitz 14,67%
Währung EUR
Land Griechenland
Sektor Industrie
Branche Transportinfrastruktur
Aktientyp Stammaktie

Aktionärsstruktur

+85,33% Weitere
+14,67% Streubesitz

Häufig gestellte Fragen zur Piraeus Port Auth. Aktie und zum Piraeus Port Auth. Kurs

Der aktuelle Kurs der Piraeus Port Auth. Aktie liegt bei 38,70 €.

Für 1.000€ kann man sich 25,84 Piraeus Port Auth. Aktien kaufen.

Die 1 Monats-Performance der Piraeus Port Auth. Aktie beträgt aktuell 1,05%.

Das Allzeithoch von Piraeus Port Auth. liegt bei 41,05 €.

Das Allzeittief von Piraeus Port Auth. liegt bei 35,00 €.

Die Volatilität der Piraeus Port Auth. Aktie liegt derzeit bei 28,63%. Diese Kennzahl zeigt, wie stark der Kurs von Piraeus Port Auth. in letzter Zeit schwankte.

Die Marktkapitalisierung beträgt 1,02 Mrd. €

Insgesamt sind 25,0 Mio Piraeus Port Auth. Aktien im Umlauf.

Piraeus Port Auth. hat seinen Hauptsitz in Griechenland.

Piraeus Port Auth. gehört zum Sektor Transportinfrastruktur.

Das KGV der Piraeus Port Auth. Aktie beträgt 8,49.

Der Jahresumsatz des Geschäftsjahres 2024 von Piraeus Port Auth. betrug 230.878.454 €.

Ja, Piraeus Port Auth. zahlt Dividenden. Zuletzt wurde am 04.08.2025 eine Dividende in Höhe von 1,92 € gezahlt.

Zuletzt hat Piraeus Port Auth. am 04.08.2025 eine Dividende in Höhe von 1,92 € gezahlt.
Dies entspricht einer Dividendenrendite von 5,04%. Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Die letzte Dividende von Piraeus Port Auth. wurde am 04.08.2025 in Höhe von 1,92 € je Aktie ausgeschüttet.
Das ergibt, basierend auf dem aktuellen Kurs, eine Dividendenrendite von 5,04%.

Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Der letzte Zahltag der Dividende war am 04.08.2025. Es wurde eine Dividende in Höhe von 1,92 € gezahlt.

Um eine Dividende ausgezahlt zu bekommen, muss man die Aktie am Ex-Tag (Ex-Date) im Depot haben.