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Klarna-Aktie stürzt ab – vom wertvollsten Einhorn der Welt zu einem gnadenlosen Kapitalvernichter mutiert

2021 war Klarna mit einer Bewertung von 45,6 Milliarden Dollar das wertvollste Einhorn der Welt. Doch schon beim Gang an die Börse im September 2025 war von dieser Herrlichkeit kaum noch etwas übrig – die Bewertung lag nur noch bei 15,1 Milliarden Dollar. Nach den jüngsten Geschäftszahlen hat sich dieser Wert noch einmal halbiert. Die Aktie notiert inzwischen mehr als 60 Prozent unter dem Ausgabepreis.
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Klarna on the facade of the New York Stock Exchange
Quelle: - picture alliance / Sipa USA | Richard B. Levine
Adyen NV 995,00 € Adyen NV Chart -0,19%
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Klarna Group plc 11,96 € Klarna Group plc Chart +1,53%
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PayPal Holdings Inc 35,405 € PayPal Holdings Inc Chart -0,17%
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Als Klarna im September 2025 an die Börse ging, schien die Welt für das schwedische Fintech noch in Ordnung. Der Ausgabepreis wurde auf 40 US-Dollar festgesetzt – und lag damit sogar über der ursprünglich anvisierten Spanne von 35 bis 37 Dollar. Die Emission war rund 25-fach überzeichnet, das Unternehmen nahm 1,37 Milliarden Dollar (Dollarkurs) ein und brachte es zum IPO auf eine Marktkapitalisierung von rund 15,1 Milliarden Dollar.

Doch der Glanz hielt nur kurz. Zwar konnte sich die Aktie in den ersten Handelstagen über dem Ausgabepreis behaupten. Danach kannte der Kurs jedoch nur noch eine Richtung: abwärts. Mit Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 markierte das Papier ein neues Tief – mehr als 60 Prozent unter dem Emissionspreis.

Dabei war die Börsenstory von Beginn an von einer dramatischen Fallhöhe geprägt. Im Juni 2021 wurde Klarna in einer Finanzierungsrunde unter Führung von SoftBank noch mit 45,6 Milliarden Dollar bewertet – zeitweise das wertvollste private Tech-Unternehmen Europas. Ein Jahr später folgte die Ernüchterung: In einer sogenannten Down Round im Juli 2022 sackte die Bewertung auf nur noch 6,7 Milliarden Dollar ab. Der Börsengang 2025 bedeutete zwar eine Stabilisierung – aber keine Rückkehr zu alter Stärke.

Die nun vorgelegten Zahlen zeigen, warum die Anleger immer noch das Weite suchen. Für das Gesamtjahr 2025 meldete Klarna einen Nettoverlust von 0,79 US-Dollar je verwässerter Aktie. Im Vorjahr hatte noch ein kleiner Gewinn von 0,01 Dollar je Aktie zu Buche gestanden. Analysten hatten mit einem geringeren Verlust von 0,70 Dollar gerechnet.

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Operativ wächst das Geschäft zwar weiter: Im vierten Quartal stieg der Umsatz auf 1,08 Milliarden Dollar, nach 781 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Hier lag Klarna zwar leicht über den Erwartungen von 1,07 Milliarden Dollar, aber das konnte die Anleger auch nicht beruhigen. Auf Gesamtjahressicht kletterte der Umsatz auf 3,51 Milliarden Dollar, verglichen mit 2,81 Milliarden Dollar im Jahr zuvor und lag damit ebenfalls minimal über den Prognosen.

Doch das Wachstum wird teuer erkauft. Trotz steigender Erlöse rutscht das Unternehmen wieder tief in die roten Zahlen. Für das erste Quartal stellt Klarna einen Umsatz zwischen 900 und 980 Millionen Dollar in Aussicht. Analysten rechneten im Schnitt mit 965,8 Millionen Dollar – also eher mit dem oberen Ende der Spanne. Spielraum für Enttäuschungen ist somit genügend vorhanden.

Der Kapitalmarkt scheint sein Urteil bereits gefällt zu haben. Der einstige Fintech-Star, der vom Boom des "Buy now, pay later"-Geschäfts getragen wurde, kämpft mit einem schwieriger gewordenen Zinsumfeld, steigenden Refinanzierungskosten und wachsender Konkurrenz.

Fazit:

Nach PayPal (PayPal Aktie) und Adyen ist Klarna der dritte Wert aus der Branche Bezahldienstleister, der Anleger Sorgen bereitet. Die glorreichen Einhornzeiten sind längst Geschichte. Trotzdem lassen sich in der Bilanz positive Aspekte finden.

Die Zahl der aktiven Nutzer stieg im vergangenen Jahr auf 118 Millionen weltweit – ein Plus von 28 Prozent. Damit gelingt es dem schwedischen Zahlungsdienstleister weiterhin, seine Reichweite deutlich auszubauen. Auch auf der Händlerseite zeigt sich die Expansion: 966.000 Partner nutzen inzwischen die Plattform, was einem Wachstum von 42 Prozent entspricht. Allein im vierten Quartal kamen 115.000 neue Händler hinzu.

Besonders bemerkenswert ist zudem die Entwicklung im Bankgeschäft. Die Zahl der Bankkunden hat sich mehr als verdoppelt und liegt nun bei 15,8 Millionen – ein Zuwachs von 101 Prozent. Das unterstreicht, dass Klarna längst mehr sein will als nur ein "Buy now, pay later"-Anbieter. Das Unternehmen arbeitet daran, sich als vollwertige digitale Finanzplattform zu etablieren.

Diese Kennzahlen zeigen: Operativ gewinnt Klarna weiter an Marktanteilen und baut sein Ökosystem konsequent aus. Das Problem liegt weniger in der Nachfrage als in der Profitabilität. Wachstum ist vorhanden – nur schlägt es sich bislang nicht nachhaltig im Ergebnis nieder. Erst wenn die Profitabilität zurückkehrt, sollten sich Anleger wieder mit der Aktie beschäftigen. 

Redaktion Ariva/MW


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