Peter Thiel im Gespräch mit Teilnehmern des Converge Tech Summit 2022 beim Waste Management Phoenix Open in der Skybar des TPC Scottsdale in Scottsdale, Arizona.
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Nicolas Fuchs Nicolas Fuchs
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Nicolas ist seit 2016 Redakteur bei ARIVA.DE. Seine Expertise in der technischen Analyse und sein Engagement für genaue Prognosen machen ihn zu einer wertvollen Ressource für die Community, die auf aussagekräftige News angewiesen ist.

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Trotz Quartalsrekord: Warum Analysten Palantir jetzt abstrafen

Palantir übertraf im dritten Quartal deutlich die Gewinnerwartungen der Analysten und verzeichnete starkes Wachstum, insbesondere im US-Regierungsgeschäft. Doch trotz Milliardenaufträgen und KI-Boom gerät die Aktie unter Druck. Experten warnen vor einer riskant überzogenen Bewertung.
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Palantirs Q3-Ergebnisse übertreffen Erwartungen – Bewertung sorgt für Skepsis

Starke Geschäftszahlen im dritten Quartal 2025

Palantir Technologies Inc. (NYSE: PLTR), Anbieter von Datenanalyse-Software mit Schwerpunkt auf Regierungs- und Sicherheitsbehörden, präsentierte für das dritte Quartal des Kalenderjahres 2025 Geschäftszahlen, die über den Erwartungen der Analysten lagen. Das Unternehmen erzielte einen bereinigten Gewinn von 21 US-Cent pro Aktie bei einem Umsatz von 1,18 Milliarden US-Dollar. Die Konsensschätzungen lagen laut LSEG bei lediglich 17 Cent Gewinn je Aktie und einem Umsatz von 1,09 Milliarden US-Dollar.

Besonders deutlich fiel hierbei der Anstieg im US-Regierungsgeschäft aus: Der Umsatz kletterte um 52 % auf 486 Millionen US-Dollar. Insgesamt wuchs der Konzernumsatz im Jahresvergleich um 63 % was das neunte aufeinanderfolgende Quartal mit Umsatzbeschleunigung darstellt. Auch die operative Marge lag mit 51 % über den Erwartungen.

Ein treibender Faktor für den Wachstumskurs ist ein Großauftrag der US-Armee über 10 Milliarden US-Dollar, der das Vertrauen in Palantirs Fähigkeiten zur Abwicklung großvolumiger, strategischer Projekte unterstreicht.

Trotz starker Zahlen: Kursrückgang und Bewertungsbedenken

Trotz der erfreulichen Zahlen verlor die Palantir-Aktie am Dienstagmorgen rund 7 %. Analysten bewerten das operative Geschäft zwar positiv, sehen in der aktuellen Aktienbewertung jedoch eine erhebliche Überhitzung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 280 und einem Bewertungsaufschlag auf Basis des erwarteten Free Cash Flows von bis zu dem 157-Fachen für das Jahr 2026 steht das Unternehmen unter kritischer Beobachtung.

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Spannend hierzu ist im Vergleich dazu der S&P 500, welcher aktuell mit dem rund 20-fachen des erwarteten Gewinns bewertet wird. Die Diskrepanz fällt auch bei der Umsatzbewertung auf: Palantir wird derzeit zum 83-fachen des für das Kalenderjahr 2026 prognostizierten Umsatzes gehandelt.

Analystenmeinungen im Überblick

Goldman Sachs – Neutral, Kursziel: 188 USD

Goldman Sachs bleibt bei einer neutralen Bewertung, hebt aber das Kursziel von 141 auf 188 US-Dollar an. Analystin Gabriela Borges verweist auf die hohe Erwartungshaltung nach einer Performance von +175 % seit Jahresbeginn. Trotz der positiven operativen Entwicklung sieht sie begrenztes weiteres Kurspotenzial.

Citi – Neutral, Kursziel: 190 USD

Auch Citi bleibt bei einer neutralen Einschätzung. Die Analysten heben das starke Wachstum beim Total (Total Aktie) Contract Value (TCV) hervor (+151 % gegenüber Vorjahr), sehen aber den jüngsten Kursanstieg als bereits weitgehend eingepreist an.

Deutsche Bank – Halten, Kursziel: 200 USD

Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) lobt die starke Umsatzentwicklung – insbesondere im US-Handelsbereich (+121 %). Das Kursziel wurde von 160 auf 200 US-Dollar angehoben. Gleichwohl bleibt das Rating auf „Halten“, da die Bewertung als ambitioniert eingestuft wird.

Jefferies – Underperform, Kursziel: 70 USD

Jefferies zeigt sich trotz starker Geschäftsentwicklung äußerst skeptisch. Das Kursziel wurde zwar von 60 auf 70 US-Dollar erhöht, bleibt aber deutlich unter dem aktuellen Niveau. Analyst Brent Thill verweist auf ein ungünstiges Risiko-Ertrags-Profil angesichts der 83-fachen Umsatzbewertung für 2026.

Baird – Neutral, Kursziel: 200 USD

Baird erhöht sein Kursziel auf 200 US-Dollar, bleibt jedoch bei einem neutralen Rating. Besonders positiv wird das Wachstum im Regierungsbereich (+121 %) und die operative Marge von 53 % für das vierte Quartal bewertet.

Morgan Stanley – Gleichgewichtet, Kursziel: 205 USD

Morgan Stanley hält an einer „gleichgewichteten“ Einschätzung fest. Analyst Sanjit Singh sieht in der Prognose für das vierte Quartal ein weiteres Umsatzwachstum von +61 % und hebt die starke Auftragseingangsdynamik hervor.

UBS – Neutral, Kursziel: 205 USD

UBS bleibt trotz der operativen Stärke bei einer neutralen Einschätzung. Die Analysten betonen, dass Palantir aktuell ein Umsatzwachstum in bislang nicht dagewesenem Tempo verzeichnet, zeigen sich aber wegen der hohen Bewertung (157-facher erwarteter Free Cash Flow für 2026) zurückhaltend.

Bank of America – Kaufen, Kursziel: 255 USD

Bank of America bleibt als eine der wenigen Stimmen im Lager der Optimisten. Analysten sehen Palantir als führenden Enabler für KI-Anwendungen und heben das Margenwachstum sowie den wachsenden Netzwerkeffekt hervor. Das neue Kursziel liegt bei 255 US-Dollar, was ein Aufwärtspotenzial von über 20 % entspricht. 

CEO Alex Karp sorgt erneut für Aufsehen

Während der Analystenkonferenz zur Quartalsmitteilung sorgte CEO Alex Karp erneut mit ungewöhnlichen Kommentaren für Aufmerksamkeit. In gewohnt provokanter Weise sagte Karp, Kritiker sollten sich „Popcorn holen und zusehen, wie sie weinen“, da Palantir weiter wachse und „außerordentlich gut für Amerika“ sei.

In seinem schriftlichen Quartalsbrief zitierte er den irischen Dichter W. B. Yeats und sprach sich gegen „neutralisierten und hohlen Pluralismus“ aus. Dies ist ein wiederholt ein klares politisches Statement. Das von ihm geführte Unternehmen wird so zunehmend zu einem ideologisch aufgeladenen Akteur im Technologiesektor. 

Auch zu den umstrittenen Aufträgen des Unternehmens nahm Karp Stellung. Palantir arbeitet weiterhin mit der US-Einwanderungsbehörde ICE sowie mit israelischen Behörden. Nach dem Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 unterstützte Palantir Israel mit Softwarelösungen und bekannte sich öffentlich zur Partnerschaft mit dem Staat.

Die politische Positionierung des Unternehmens führte laut Karp zu Personalabgängen, die jedoch in Kauf genommen würden. „Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, dann arbeiten Sie bitte nicht hier“, so Karp.

Fazit: Fundamentaldaten stark, Bewertung kritisch

Palantir liefert operativ beeindruckende Zahlen. Die Kombination aus dynamischem Umsatzwachstum, hoher Marge und Großaufträgen aus dem öffentlichen Sektor bekräftigt die Marktposition des Unternehmens. 

Dennoch mahnen zahlreiche Analysten zur Vorsicht. Die Bewertung erscheint angesichts des aktuellen Marktumfeldes und der hohen Multiplikatoren auf Gewinn und Umsatz nun schon seit einiger Zeit überzogen. Eine Korrektur oder zumindest eine Seitwärtsbewegung der Aktie erscheint aus Sicht vieler Marktbeobachter wahrscheinlicher als ein weiterer Kursanstieg. 


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