
Kursreaktion enttäuscht trotz starker Zahlen
Einmal mehr ist es KI-Überflieger Nvidia am Mittwochabend gelungen, mit seinen Quartalszahlen Zweifel am KI-Trade verstummen zu lassen. Nicht nur hat der Halbleiterhersteller deutlich besser abgeschnitten als erwartet, auch die Prognose für das kommende Jahr ließ aus Anlegerperspektive keine Wünsche offen.
Und trotzdem wurde die nachbörslich zunächst ansprechende Kursreaktion rasch verkauft. Von Begeisterung ist am Donnerstag nichts zu spüren, nur die Speicherchip-Hersteller Micron, Samsung und SK Hynix dürfen sich als wichtige Zulieferer über Kursgewinne freuen, während ansonsten Ernüchterung herrscht. Dafür gibt es durchaus gute Gründe.

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| Strategie | | Hebel |
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Steigender Kurs
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Call
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5
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10
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20
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Fallender Kurs
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Put
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5
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10
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20
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Rechenzentrenbetreiber rennen Nvidia (Nvidia Aktie) die Bude ein
Zunächst zu den Zahlen. Dank einer gewaltigen Umsatzsteigerung von 73,2 Prozent auf 68,13 Milliarden US-Dollar konnten die Erwartungen um 1,9 Milliarden US-Dollar geschlagen werden, und dass, obwohl Nvidia auf Erlöse aus China verzichten musste, wo noch immer Exportbeschränkungen bestehen. Wachstumstreiber war mit einem Wachstum von 75 Prozent auf 62,3 Milliarden US-Dollar das Datencenter-Geschäft.
Auch beim bereinigten Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) konnte Nvidia überzeugen. Hier wurden die Erwartungen von 1,54 US-Dollar um 8 Cent übertroffen. Insgesamt erzielte der Konzern einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn in Höhe von knapp 43,0 Milliarden US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahresquartal (22,1 Milliarden) fast einer Verdopplung entspricht.
Auch ohne China anhaltend hohes Wachstum voraus
Für das kommende Quartal stellte das Management um CEO Jensen Huang Erlöse in Höhe von 78 Milliarden US-Dollar und damit rund 6 Milliarden US-Dollar mehr als erwartet wurde in Aussicht. Die Bruttomarge wird bereinigt auf 75,0 Prozent (±5 Prozentpunkte) geschätzt, was dem Stand aus dem vergangenen Quartal entspricht.
In der Schätzung nicht enthalten sind mögliche Erlöse aus dem Verkauf nach China, was die deutlich über der Konsensprognose liegende Schätzung umso beeindruckender macht.

Geplatzte Optionswetten sorgen für Verkaufsdruck
In der US-Nachbörse legten die Anteile zunächst um rund 5 Prozent zu und verteuerten sich damit erstmal seit November wieder über die Marke von 200 US-Dollar. Die Begeisterung hielt allerdings nicht lange an, sodass Nvidia den erweiterten Handel nur mit einem geringfügigen Plus beendete und auch am Donnerstag kaum höher steht.
Dafür gibt es durchaus gute Gründe. Da die Kursreaktion nicht noch deutlich höher ausfiel, dürfte es in den kommenden Tagen zum sogenannten Gamma-Unwinding kommen.
Da viele Anlegerinnen und Anleger in Erwartung einer stark steigenden Aktie massenhaft Call-Optionen gekauft hatten, wogegen sich die Verkäufer der Optionen mit dem Kauf der Aktie abgesichert hatten, viele dieser Optionen jetzt aber aus dem Geld liegen und wertlos zu verfallen drohen, werden die zur Absicherung gekauften Aktien auf den Markt geschmissen, was für Verkaufsdruck sorgt.
Dazu kommt zweitens, dass der Chart nach der Seitwärtsphase in den vergangenen Monaten in einer prekären Situation ist. Zwar ist der übergeordnete Aufwärtstrend grundsätzlich intakt, allerdings lagen im vergangenen Jahr mehrmonatige bearishe Divergenzen vor, die als Wegbereiter von Trendwendebewegungen gelten. Diese Divergenzen zu neutralisieren haben die Käuferinnen und Käufer bislang verpasst.
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Fazit: Der Wow-Effekt hat sich abgenutzt
Auch an der sonst starken Prognose lässt sich Grund für Kritik finden: Die Margenprognose von 75 Prozent ist zwar stark, deutet aber darauf hin, dass der Peak erreicht sein dürfte. Das bedeutet, dass sich das hohe Umsatzwachstum künftig weniger stark auf die Ertragslage auswirken wird, was zu geringeren Gewinnerwartungen führt. Dieser Umstand hat auch bei Mitwerber Broadcom dazu geführt, dass die Aktie nicht mehr profitieren konnte.
Auch die hohe Unternehmensbewertung bietet kaum noch Aufwärtspotenzial. Zwar ist Gewinnwachstum angesichts eines PEG von 1,08 noch immer vergleichsweise günstig zu haben, doch dafür schneidet Nvidia bei allen übrigen Kennziffern schlecht ab. Das KGVe für das kommende Geschäftsjahr liegt zwischen 21 und 29, was für eine Halbleiter-Aktie im historischen Vergleich viel ist. Insgesamt bewertet das Börseninformationsportal Seeking Alpha die Bewertung der Aktie mit der Schulnote "6".
Dazu kommt ein gewisser Gewöhnungseffekt: Von Nvidia wird inzwischen erwartet, alle Dimensionen zu sprengen. Diese Verschiebung der Erwartungen macht es schwer, noch für echte Überraschungen und unverbrauchte Begeisterung zu sorgen. Die Aktie könnte daher auch nach den Zahlen auf der Stelle treten.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross