Der KI-Superzyklus läuft – doch jetzt wird es richtig eng, denn der Engpass kommt von woanders
Künstliche Intelligenz treibt Wirtschaft und Börsen an. Doch die DZ Bank warnt nun: Hohe Investitionen, knappe Energie, fehlende Chips und Bürokratie könnten den Boom ausbremsen.
Seit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 hat Künstliche Intelligenz (KI) Wirtschaft und Kapitalmärkte stark verändert. Die Analysten der DZ Bank sehen darin keinen kurzfristigen Modetrend, sondern einen echten Wachstumsimpuls. Gleichzeitig warnen sie vor hohen Investitionsrisiken, knappen Ressourcen und einem möglichen Rückstand Europas.
Für die Realwirtschaft ist KI ein wichtiger Treiber. Besonders in den Vereinigten Staaten steigen die Investitionen in Software, Datenverarbeitung und Rechenzentren kräftig. Dadurch trägt die Technologie schon heute zum Wirtschaftswachstum bei.
In Europa dürften die Effekte langsamer und schwächer ausfallen. Für Deutschland verweist die DZ Bank auf Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, wonach KI die Wirtschaftsleistung in den kommenden Jahren im Schnitt um 0,8 Prozent pro Jahr zusätzlich erhöhen könnte.
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Unternehmen können Prozesse automatisieren, Kosten senken und neue Umsatzquellen erschließen. Künstliche Intelligenz hilft bei personalisierten Angeboten, besseren Nachfrageprognosen, schnelleren Kreditprüfungen und effizienteren Plattformmodellen.
Gleichzeitig verändert sie die Arbeitswelt. Besonders einfache Einstiegsjobs und Routinetätigkeiten könnten stärker unter Druck geraten. Die DZ Bank betont aber, dass frühere Technologieschübe die Arbeitslosigkeit langfristig nicht dauerhaft erhöht haben.
An den Aktienmärkten hat der Boom bereits eine massive Neubewertung ausgelöst. Seit Ende 2022 preisen Anleger einen Produktivitäts- und Gewinnschub ein. Besonders stark profitierten die großen amerikanischen Technologiekonzerne. Die Magnificent Seven stehen inzwischen für mehr als 35 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500.
Die DZ Bank sieht darin einerseits die frühe Phase eines Superzyklus, in der Kapital und Rechenleistung bei wenigen Konzernen gebündelt sind. Andererseits erhöht diese Konzentration das Risiko für die Märkte.
Mögliche Blase
Gegen eine Übertreibung spricht aus Sicht der DZ Bank, dass die heutigen Tech-Giganten profitabel sind, starke Cashflows erzielen und bereits reale Umsätze mit KI erwirtschaften. Die Bewertungen liegen zudem unter den Extremen der Dotcom-Zeit.
Für eine Blase sprechen dagegen die extreme Kursdynamik, die Euphorie der Anleger und die starke Konzentration auf wenige Titel.
Besonders groß ist die Wette der sogenannten Hyperscaler. Amazon (Amazon Aktie), Alphabet (Alphabet C Aktie), Meta Platforms, Microsoft und Oracle investieren massiv in Rechenzentren. Ihre gemeinsamen KI-Investitionen könnten im Jahr 2026 auf 681 Milliarden US-Dollar steigen. Im Jahr 2025 lagen sie noch bei 412 Milliarden US-Dollar. Bis 2028 könnten die Ausgaben auf rund 800 Milliarden US-Dollar wachsen. Der Großteil davon fließt in Rechenzentren, Grafikprozessoren, Server, Netzwerktechnik, Speicher, Sicherheitssysteme und Baukosten.
Investitionen belasten freien Cashflow
Die DZ Bank erwartet, dass das Verhältnis von freiem Cashflow zu KI-Investitionen von durchschnittlich 122 Prozent in den Jahren 2020 bis 2024 auf nur noch elf Prozent im Jahr 2026 fällt. Damit wird die Frage entscheidend, ob sich die Ausgaben später durch höhere Umsätze und Gewinne wirklich amortisieren.
Neben den finanziellen Risiken bremsen physische Engpässe den Ausbau. Besonders knapp sind Grafikprozessoren. Nvidia (Nvidia Aktie) dominiert diesen Markt mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent.
Auch Energie, Netzanschlüsse, Transformatoren, Kühlsysteme, geeignete Grundstücke und Fachkräfte werden zu kritischen Faktoren. Bei Transformatoren betragen die Lieferzeiten teilweise mehr als drei Jahre.
Fazit der Banker
Künstliche Intelligenz ist ein echter Wachstumstreiber und nicht nur Börsenfantasie. Die bisherigen Kursgewinne erscheinen teilweise fundamental erklärbar.
Gleichzeitig hängt viel davon ab, ob die gewaltigen Investitionen der Technologiekonzerne später ausreichend Rendite bringen. Die Vereinigten Staaten geben im globalen Künstliche-Intelligenz-Wettlauf klar den Takt vor. Europa droht dagegen, durch langsamere Prozesse und strengere Vorgaben weiter zurückzufallen.
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