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Wasserstoffaktie Nel: Jetzt auf weitere Verluste einstellen?

In den vergangenen Wochen lief es für Wasserstoffaktien, darunter auch Nel, hervorragend, doch nach einem Doppeltop und ersten Verlusten drohen weitere Abgaben.
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Ingenieur mit einem Hintergrund der Wasserstofffabrik (Symbolbild)
Quelle: - ©iStock
ITM Power plc 1,748 € ITM Power plc Chart -4,11%
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Nel ASA 0,281 € Nel ASA Chart -3,60%
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Plug Power Inc 3,355 $ Plug Power Inc Chart +1,36%
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Wasserstoff-Aktien: Einer der größten Überraschungen 2026

Neben Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerten gehörten in diesem Börsenjahr ausgerechnet Wasserstoff-Aktien zu den heißesten Wetten der Wall Street. Diejenige Branche, welche Anlegerinnen und Anleger über viele Jahre hinweg nur Ärger und Verluste bescherte, meldete sich mit überdurchschnittlich hohen Kursgewinnen zurück.

Einerseits profitierten Werte wie ITM Power, Nel und Plug Power aber auch Bloom Energy vom Boom bei Rechenzentren für KI-Anwendungen. Um deren Energiebedarf dezentral zu decken, setzen Hyperscaler wie Alphabet, Amazon und Microsoft verstärkt auf Brennstoffzellen. Aufgrund seiner hohen Energiedichte eignet sich Wasserstoff außerdem auch für den Backup-Betrieb.

Auch Nel konnte profitieren, doch jetzt droht der Aktie die Puste auszugehen

Zusätzlichen Rückenwind lieferte der Iran-Krieg, denn steigende Preise für Energieträger wie Öl und Gas lassen Wasserstoff als Energieträger umso attraktiver erscheinen. Selbst die Aktie des norwegischen Elektrolyseurs Nel, in den vergangenen Jahren vor allem als notorischer Kapitalvernichter bekannt, konnte vom starken Branchentrend profitieren.

Doch nach dem sich das Papier ausgehend von seinen 52-Wochen-Tiefs zwischenzeitlich fast verdoppelt hatte, setzten in den vergangenen Tagen empfindliche Gewinnmitnahmen ein. Die verschlechtern die charttechnische Ausgangslage und könnten nun zu weiteren Verlusten führen, wie der Blick auf den Kursverlauf zeigt:

Quelle: Investing.com | Nel ASA

Übergeordnet liegt noch immer ein Abwärtstrend vor

Seit ihrem Allzeithoch während der Corona-Pandemie handelt die Nel-Aktie in einem übergeordneten, mehrjährigen Abwärtstrend. Zwar kam es immer wieder, nicht zuletzt auch aufgrund des anhaltend hohen Leerverkaufsinteresses zu Bärenmarktrallyes und Erholungsphasen, doch eine Bodenbildung mit Trendwendeperspektiven blieb aus.

Seit dem Jahreswechsel 2025 ist genau eine solche im Gange. Die letzten eineinhalb Jahre waren durch einen Seitwärtstrend bestimmt mit einer unteren Begrenzung bei etwa 2,00 Norwegischen Kronen (NOK; 0,19 Euro) und oberen Ranges bei 2,50 NOK (0,23 Euro) und 2,75 NOK (0,26 Euro).

Nachhaltige Impulse zur Oberseite blieben jedoch auch aus, eine Trendwende war aufgrund der großen Entfernung zur 200-Tage-Linie, welche übergeordnete Trends bestimmt, nicht in Sicht. Auch die 50-Tage-Linie wurde ihrem Charakter als Unterstützung in schwächeren Phasen kaum gerechnet. Zuletzt war die Aktie daher erneut auf 2,00 NOK abgerutscht.

Jüngster Aufschwung bereits wieder in großer Gefahr

In den vergangenen Wochen startete angetrieben von bullishen Divergenzen in den technischen Indikatoren und steigenden Energiepreisen aber eine steile Erholungsrallye. Mit deren Hilfe gelang es nicht nur, die 50-Tage-Linie, sondern endlich auch die 200-Tage-Linie zu überwinden, womit ein großes technisches Kaufsignal getriggert wurde.

Allerdings fehlten aufgrund überkaufter Zustände der Aktie die Anschlusskäufe, sodass es in den vergangenen Tagen zu einem Doppeltop im Bereich von 3,55 NOK (0,33 Euro) gekommen ist. Hiervon ausgehend setzten beschleunigte Gewinnmitnahmen ein, die schließlich zur Aufgabe der 200-Tage-Linie führten. Auch die steilere der beiden Aufwärtstrendlinien ist inzwischen in Gefahr.

Verluste bis zur 50-Tage-Linie einplanen

Zwar liegt im Bereich von 2,80 NOK (0,26 Euro) noch eine horizontale Unterstützung, Anlegerinnen und Anleger sollten sich jedoch darauf einstellen, dass diese unterschritten wird, da die technische Stärke bereits stark nachgelassen hat und der Trendstärkeindikator MACD nach einer Top-Bildung unter seine Signallinie gefallen ist.

Das geht nach zuvor starken Aufwärtsbewegungen in der Regel mit einer mehrwöchigen bis mehrmonatigen Konsolidierungsphase ein. Perspektivisch dürfte Nel daher bis in den Bereich um 2,40 NOK (0,22 Euro) zurücksetzen, wo die 50-Tage-Linie verläuft.

Die Kursreaktion an dieser Unterstützung entscheidet dann darüber, ob der flachere der beiden Aufwärtstrends verteidigt werden kann oder ob die jüngste Rallye ein Strohfeuer war. Zur Oberseite würde ein Anstieg über das Doppel-Top für neue Impulse sorgen. Hierfür könnten die technischen Indikatoren kurzfristig aber bereits zu schwach sein.

Fazit: Nach Korrektur ohnehin nur für Trader geeignet

Bei der Nel-Aktie liegt nach einem Doppel-Top eine kurzfristige Trendwende vor. Nach dem Unterschreiten der 200-Tage-Linie ist in den kommenden Tagen und Wochen mit weiteren Kursverlusten zu rechnen, da sich die technischen Indikatoren zuletzt eingetrübt haben.

Wer an einem Einstieg in die Aktie interessiert ist, sollte bis 2,40 NOK abwarten. Ob der jüngste Anstieg fundamental überhaupt gerechtfertigt war, müssen ohnehin die kommenden Quartale zeigen, denn das Unternehmen schreibt weiterhin rote Zahlen und lässt noch immer keinen nachhaltigen Pfad zu Profitabilität erkennen.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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