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„Die 7,5%-Chance“: Wo sich Anleger jetzt die attraktivsten laufenden Erträge sichern können

Die attraktivsten laufenden Ertragschancen liegen derzeit nicht im S&P 500, sondern in höher rentierlichen Anleihe- und Kreditsegmenten, in ausgewählten Banken sowie in dividendenstarken Large Caps. Laut einer Analyse auf Seeking Alpha lassen sich selbst in einem Umfeld hoher Zinsen und erhöhter Unsicherheit Renditen von deutlich über 7 % mit vergleichsweise moderatem Risiko erzielen.

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Mann mit Smartphone und Tablet (Symbolbild).
Quelle: - © metamorworks / iStock / Getty Images Plus / Getty Images:

Die Untersuchung stellt drei Kernbotschaften heraus: Erstens ist die Mehrzahl der GICs und Staatsanleihen mit Renditen von rund 5 % für einkommensorientierte Anleger nur eingeschränkt attraktiv. Zweitens bieten bestimmte Nischen – insbesondere Business Development Companies (BDCs), ausgewählte kanadische Banken und US-Großkonzerne mit soliden Dividenden – aktuell einen deutlich höheren laufenden Ertrag. Drittens sei jetzt ein Umfeld, in dem sich „once-in-a-decade income opportunities“ eröffnen.

Aktuelles Zinsumfeld: Hohe Renditen, kurze Laufzeiten, begrenzter Aufwärtspfad

Ausgangspunkt der Analyse ist das aktuelle Zinsniveau. „Interest rates are the highest they've been in 15 years, and they went up the fastest almost in history.“ Nach einem der aggressivsten Zinsanhebungszyklen der US-Notenbank seit Jahrzehnten liegen kurzlaufende, sichere Anlagen wie GICs in Kanada bei rund 5 % Rendite. Der Beitrag weist darauf hin, dass im März 2023 eine Fünf-Jahres-GIC mit 5 % verfügbar war, derzeit aber nur noch rund 4 % einbringt.

Diese Entwicklung wird als Indiz gesehen, dass die „free lunch“-Phase für risikolose Verzinsung bereits abklingt. Erwartet werden perspektivisch niedrigere Zinsen, sobald sich das Inflationsumfeld normalisiert. Die Konklusion ist: Wer seine gesamten Mittel jetzt in kurzlaufenden, risikolosen Papieren bei etwa 5 % parkt, riskiert, künftige höherverzinsliche Chancen mit attraktiver Risiko-Ertrags-Relation zu verpassen.

GICs, Staatsanleihen und Cash: Stabil, aber suboptimale Ertragsquelle

Die Analyse auf Seeking Alpha ordnet klassische Sparprodukte und Staatsanleihen im Ertrags-Ranking am unteren Ende ein. Sie bieten Stabilität und eine sehr hohe Sicherheit der Rückzahlung, aber eben nur etwa 5 % laufenden Ertrag. Ausdrücklich genannt wird, dass ein solches Niveau „not bad“ sei, im Vergleich zu Alternativen jedoch eine Opportunitätsrendite kosten könne.

Der Beitrag betont, dass es sich hierbei um strategische Allokationsentscheidungen handelt: Wer Liquidität oder Kapitalerhalt in den Vordergrund stellt, kann mit diesen Instrumenten gut fahren, verzichtet aber auf die Möglichkeit, über 7 % laufende Rendite bei moderatem zusätzlichen Risiko zu erzielen. Die zentrale Kritik: In einem Umfeld, in dem mehrere Assetklassen historisch hohe laufende Erträge bieten, sei das ausschließliche Festhalten an Cash-Äquivalenten ineffizient.

BDCs als Ertragstreiber: Hohe Coupons, variabel verzinst, aber kreditrisikobehaftet

Ein Schwerpunkt der Seeking-Alpha-Analyse liegt auf Business Development Companies (BDCs). Diese gelisteten Vehikel vergeben vorrangig gesicherte Kredite an kleinere und mittlere Unternehmen in den USA und schütten den Großteil ihrer Erträge als Dividende aus. In der aktuellen Zinslandschaft erzielen viele BDCs Dividendenerträge im Bereich von 9 % bis 12 % p.a.

Der Beitrag hebt mehrere Merkmale hervor:

Erstens sind die Kreditportfolios weitgehend variabel verzinst. Steigt das Zinsniveau, erhöht sich die Verzinsung der ausgereichten Kredite, was die Net Interest Margin stützt oder ausweitet. Zweitens sind viele Engagements durch erstrangige Sicherheiten (First Lien Loans) und Covenants abgesichert, was die Recovery-Quoten im Ausfallfall verbessern kann. Drittens profitieren BDCs heute noch von einem Spread-Niveau, das die Risiken kleinerer Unternehmen überkompensiert.

Die Kehrseite: BDCs unterliegen Kredit- und Ausfallrisiken, insbesondere in einer Rezession. Die Analyse weist darauf hin, dass bei einer deutlichen Konjunkturabkühlung Non-Performing Loans und Abschreibungen zunehmen können und damit Dividendenkürzungen oder Kursverluste drohen. Dennoch kommen die Autoren zu dem Schluss, dass hochqualitative BDCs mit konservativer Bilanzstruktur in der aktuellen Marktphase eine der attraktivsten Einkommensquellen darstellen.

Kanadische Banken: Solide Dividenden und Bewertungsabschlag

Ein weiterer Fokus liegt auf ausgewählten kanadischen Banken. Diese Institute zeichnen sich durch robuste Bilanzkennzahlen, hohe Eigenkapitalquoten und konservative Regulierung aus. Die Dividendenrenditen liegen hier häufig zwischen 4 % und 6 %, teilweise darüber. Nach der Analyse auf Seeking Alpha notieren einzelne Großbanken in Toronto mit Abschlägen auf historische Bewertungsniveaus.

Als Treiber dieser Unterbewertung werden allgemeine Makrosorgen und ein schwächeres Wachstum im Immobilien- und Konsumentenkreditgeschäft genannt. Dennoch gilt das Geschäftsmodell der großen kanadischen Banken traditionell als defensiv, mit hoher Diversifikation im Privat- und Firmenkundensegment sowie einem ausgeprägten Retail-Fokus. Der Artikel verweist darauf, dass die aktuell hohen Dividenden weitgehend durch laufende Erträge gedeckt sind und die Ausschüttungshistorie durch Kontinuität und Stabilität gekennzeichnet ist.

Im Vergleich zu GICs mit 4 % bis 5 % Zinsen bieten diese Banken eine höhere Dividendenrendite bei gleichzeitiger Chance auf Kursaufwertung, falls sich die Bewertung wieder normalisiert. Das Risiko liegt primär in Konjunktur- und Kreditzyklusabhängigkeit sowie möglichen regulatorischen Eingriffen, die Profitabilität und Ausschüttungen beeinflussen könnten.

US-Dividendenaktien: Große Namen, robuste Cashflows, mehr als nur Kursfantasie

Neben BDCs und Banken identifiziert die Analyse auf Seeking Alpha hochwertige US-Large-Caps mit Dividendenrenditen von 3 % bis 5 % als attraktive Einkommensquelle. Es handelt sich um etablierte Konzerne mit starker Bilanz, stabilem Free Cashflow und einer langen Historie stetiger oder steigender Ausschüttungen.

Diese Titel verbinden laufenden Ertrag mit der Möglichkeit strukturellen Wachstums. Die Binnenlogik der Argumentation: Wer auf Unternehmen mit breiten ökonomischen Burggräben, starker Marktstellung und Preissetzungsmacht setzt, erhält nicht nur Dividenden, sondern langfristig auch Wachstum des Gewinns je Aktie und damit der Ausschüttungsbasis. Der Beitrag verweist explizit auf die Bedeutung der Dividendenkontinuität als Qualitätsindikator und auf die Rolle dieser Titel als stabilisierende Säule in einem Einkommensportfolio.

Relative Attraktivität: 5 % sicher vs. 7–10 % mit kalkulierbarem Zusatzrisiko

Im Kern vergleicht der Artikel auf Seeking Alpha die Ertragsprofile verschiedener Assetklassen. Cash-nahe Anlagen wie GICs, Tagesgeld und kurzlaufende Staatsanleihen bieten rund 5 % Rendite bei sehr geringer Volatilität. Demgegenüber stehen BDCs mit 9–12 %, kanadische Banken mit Dividendenrenditen jenseits 4 % und hochwertige Dividendenaktien mit 3–5 % plus langfristigem Wachstumspotenzial.

Die entscheidende Botschaft: Die Risikoprämie für den Schritt aus dem risikolosen Bereich in qualitativ hochwertige Einkommenswerte ist derzeit außergewöhnlich hoch. Wörtlich wird von „once-in-a-decade income opportunities“ gesprochen. Wer sein Kapital ausschließlich in sichere 5-%-Produkte lenkt, verpasst nach dieser Logik einen Teil dieser historisch attraktiven Spreads.

Gleichzeitig wird betont, dass die Renditedifferenz nicht ohne Risiko zu haben ist. Kreditzyklus, Rezessionsgefahr, Bewertungsrisiken und regulatorische Eingriffe bleiben zentrale Unsicherheitsfaktoren. Zentral sei daher eine sorgfältige Selektion innerhalb der Ertragssegmente.

Portfolioansatz: Diversifikation der Einkommensströme

Die auf Seeking Alpha vorgestellte Sicht plädiert für eine diversifizierte Einkommensstrategie statt einer Konzentration auf nur ein Segment. Vorgeschlagen wird ein Mix aus:

– kurzlaufenden, sicheren Instrumenten zur Liquiditätssicherung,

– qualitativ hochwertigen BDCs zur Hebung der Rendite,

– ausgewählten kanadischen Banken als defensiver Dividendenanker,

– robusten US-Dividendenwerten mit solider Bilanz und hoher Free-Cashflow-Generierung.

Die Gewichtung soll sich an Risikotoleranz, Anlagehorizont und Einkommensbedarf orientieren. Wesentlich ist, dass der Investor nicht nur auf ein Zins- oder Kreditrisiko setzt, sondern die Einkommensströme auf verschiedene Sektoren und Instrumente verteilt. Dadurch soll das Gesamtportfolio weniger anfällig für idiosynkratische Schocks in einzelnen Segmenten sein.

Ausblick: Was passiert bei sinkenden Zinsen?

Der Artikel behandelt explizit die Frage, wie sich die einzelnen Ertragsbausteine bei einem Rückgang der Zinsen verhalten. Für GICs und kurzlaufende Staatsanleihen bedeutet ein späterer Zinssenkungszyklus, dass Neuanlagen zu niedrigeren Renditen erfolgen und der heute erzielbare Kupon nicht dauerhaft gesichert ist. Ein Reinvestitionsrisiko entsteht.

Für BDCs könnte ein solcher Zyklus zweischneidig sein: Sinkende Leitzinsen reduzieren zwar die Kupons variabel verzinster Kredite, gleichzeitig aber entspannen sie die Refinanzierungssituation der Kreditnehmer und verringern Ausfallrisiken. Für solide BDCs können sich so stabilere Cashflows bei leicht niedrigeren, aber immer noch attraktiven Renditen ergeben.

Kanadische Banken und US-Dividendenwerte könnten in einem Umfeld fallender Zinsen sowohl von niedrigeren Refinanzierungskosten als auch von Bewertungseffekten profitieren. Sinkende Diskontierungssätze können zu höheren Kursmultiplikatoren führen. Damit steigt die Chance, neben der laufenden Dividende auch Kursgewinne zu realisieren.

Fazit: Handlungsspielraum für konservative Anleger

Für konservative Anleger, die bisher vor allem auf Tagesgeld, GICs und Staatsanleihen setzen, ergibt sich aus der auf Seeking Alpha dargestellten Analyse ein klarer Handlungsimpuls: Die vollständige Konzentration auf 5-%-Renditen bei quasi risikofreien Papieren ist derzeit zwar bequem, aber nicht zwingend optimal. Eine maßvoll dosierte Öffnung in Richtung qualitativ hochwertiger Ertragswerte kann das laufende Einkommen deutlich erhöhen, ohne das Gesamtrisiko unverhältnismäßig zu steigern.

Pragmatisch könnte ein konservativer Investor schrittweise vorgehen: Zunächst einen Kern aus sicheren, kurzlaufenden Anlagen beibehalten, dann in kleinen Tranchen Positionen in ausgewählten BDCs mit solider Bilanzstruktur sowie in dividendenstarken kanadischen Banken und etablierten US-Large-Caps aufbauen. Eine breite Streuung über mehrere Emittenten und Sektoren sowie die Fokussierung auf Qualität, Bilanzstärke und Dividendenhistorie bleiben dabei zentral.

So lässt sich das Zinsniveau der „höchsten Zinsen seit 15 Jahren“ nutzen, ohne den Sicherheitsanker vollständig aufzugeben. Wer den Einstieg nicht überstürzt, sondern diszipliniert in Schwächephasen akkumuliert und sein Exposure regelmäßig überprüft, kann von den beschriebenen „once-in-a-decade income opportunities“ profitieren und gleichzeitig ein für konservative Anleger vertretbares Risikoprofil wahren.

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