Wasserstoffaktien sind zurück: Neue Chance für Nel?
Nach wochenlangen Verlusten und Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Fortgang des Iran-Krieges ist die Lust auf Gewinne und die Gier der Anlegerinnen und Anleger zurück. Das lässt sie zunehmend auch bei spekulativen Werten wieder zugreifen, wie zum Beispiel in der Wasserstoffbranche.
Angetrieben von einer Staatsbeteiligung (Vereinigtes Königreich) und einer Kooperation mit Rüstungskonzern Rheinmetall legten die Anteile vonITM Power im vergangenen Monat um rund 123 Prozent zu. Das ließ auch Mitbewerber wie Plug Power, dessen Aktie allein am Montag 15,8 Prozent hinzugewann, und Nel nicht kalt. Hier steht gegenüber dem Jahreswechsel ein Gewinn von immerhin knapp 22 Prozent zu Buche.
Mit Blick auf den Chart der Aktie haben die jüngsten Kursgewinne durchaus zu substanziellen Verbesserungen der Ausgangslage geführt. Hat die Nel-Aktie jetzt das Zeug dazu, die Performancelücke zu besser gelaufenen Titeln zu schließen oder sollte der jüngste Kursanstieg als weiteres Strohfeuer betrachtet werden?
Aktie in Bodenbildungsprozess – mit ersten Erfolgen
Übergeordnet befindet sich die Aktie von Nel in einem mehrjährigen Abwärtstrend. Seit dem Höhepunkt der Begeisterung für die Wasserstoffbranche während der Corona-Pandemie hat das Papier über 90 Prozent an Wert verloren. Das spiegelt nicht nur die damalige Übertreibung und enttäusche Wachstumserwartungen wider, sondern auch die anhaltenden operativen Schwierigkeiten des noch immer nicht profitablen Konzerns.
Immerhin: Seit inzwischen mehr als einem Jahr ist ein Bodenbildungsprozess zu beobachten. Dieser verläuft zwar äußerst volatil, hat den Kursverlusten der Vorjahre aber weitestgehend Einhalt gebieten können. Zwar rutschte die Nel-Aktie zuletzt auf ein neues Mehrjahrestief ab. Dieses übertraf das Mehrjahrestief aus dem März 2025 aber nur geringfügig und verpasste seine Wirkung als Verkaufssignal, da zu diesem Zeitpunkt lässt bullishe Divergenzen sowohl im RSI als auch im MACD vorlagen.
Diese bildeten denn auch die Grundlage der aktuell zu beobachtenden Erholung. Dieser sind mit dem Sprung über die gleitenden Durchschnitte sowie der Überwindung der Abwärtstrendlinie der vergangenen 8 Monate signifikante Fortschritte und erste prozyklische Kaufsignale gelungen. Bestätigt wird diese Bewegung durch den anhaltend Aufwärtstrend der technischen Indikatoren sowie einem steigenden Handelsvolumen.
Weiteres Anstiegspotenzial vorhanden, aber kein nachhaltiges Kaufsignal
Das deutet daraufhin, dass die Aktie jetzt noch mehr Luft nach oben haben könnte. Platz ist gegenwärtig bis zum Widerstandsbereich um 2,75 Norwegische Kronen (NOK; 0,25 Euro) herum. Das entspricht einem noch verbliebenen Aufwärtspotenzial von rund 9 Prozent.
Unterstützt wird diese These durch den Umstand, dass die Trenddynamik mit Blick auf den MACD an Fahrt gewinnt, die Aktie gleichzeitig aber noch nicht im überkauften Bereich angelangt ist, wie der RSI mit einem Wert von 67,2 Punkten und damit unter der fortgeschrittenen Schwelle von 70 Punkte nahelegt.
Ein nachhaltiges Kaufsignal ist jedoch noch immer nicht in Sicht. Hierfür sollte es zu einem Golden Cross der Durchschnittslinien, also zu einem Anstieg der 50-Tage-Linie über den GD200 kommen. Solange Nel bei Rücksetzern aber nicht mehr nachhaltig unter 2,40 NOK (0,22 Euro) beziehungsweise die 200-Tage-Linie fällt, hat die jüngste Korrektur die Ausgangslage der Aktie für mittel- und langfristige Kursgewinne erheblich verbessert.
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