In der Produktpalette des Unternehmens: Computerchips (Symbolbild).
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Micron: Darum könnten diese Zahlen die Weihnachtsrallye retten!

Der Speicherchiphersteller Micron hat am Mittwochabend starke Quartalszahlen vorgelegt. Diese könnten dem angeschlagenen KI-Trade neues Leben einhauchen.
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Bislang keine Jahresendrallye für Technologieanleger

Anlegerinnen und Anleger von Technologie-Aktien haben in den vergangenen Wochen nicht nur vergeblich auf eine Jahresendrallye gewartet, sondern waren im Gegenteil mit starken Verlusten konfrontiert. Inzwischen werden die hohen Unternehmensbewertungen sowie die finanzielle Nachhaltigkeit der riesigen Investitionssummen im KI-Bereich doch hinterfragt.

Für zusätzlichen Gegenwind sorgten die Quartalsberichte von Oracle und Broadcom sowie Berichte darüber, dass der Private-Equity-Finanzierer Blue Owl Capital eine geplante Finanzierung für Oracle (Oracle Aktie) hat platzen lassen. Inzwischen besteht im Nasdaq 100 akut die Gefahr eines Doppel-Top und damit einer Trendwende.

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Hohe Nachfrage lässt Umsatz und Gewinn explodieren

Doch die am Mittwochabend von Speicherchip-Hersteller Micron vorgelegten Quartalszahlen könnten das Ruder noch einmal herumreißen, denn die sind ebenso wie der Ausblick sehr stark ausgefallen. Damit könnte die Lust auf Halbleiter- und KI-Aktien vor Weihnachten noch einmal zurückkehren.

Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um 56,7 Prozent auf 13,46 Milliarden US-Dollar zu. Damit konnten die Schätzungen um 760 Millionen US-Dollar übertroffen werden. Neben einem höheren Verkaufsvolumen profitierte Micron auch von stark gestiegenen Preisen für Arbeitsspeicher. Im DRAM-Segment legten die Erlöse um 68,9 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar zu.

Die höheren Verkaufspreise werden auch an der operativen Marge erkennbar, die von 32,3 auf 45,0 Prozent gestiegen ist. Dadurch gelang Micron eine Leistungssteigerung von 67,9 Prozent auf 6,14 Milliarden US-Dollar. Der daraus erzielte Nettogewinn beläuft sich auf 5,24 Milliarden US-Dollar bzw. 4,60 US-Dollar pro Aktie. Das entspricht gegenüber dem Vorjahreswert von 2,83 US-Dollar einem Anstieg von 62,5 Prozent.

Management präsentiert bärenstarke Prognose

Für das kommende Quartal hat das Management um den langjährigen CEO Sanjay Mehrotra eine geradezu brachiale Prognose angegeben. Die Erlöse sollen 18,7 Milliarden US-Dollar betragen (±700 Millionen US-Dollar). Das liegt meilenweit über der Marktprognose von 14,23 Milliarden US-Dollar.

Die Bruttomarge soll sich dabei nach 56,0 Prozent im abgelaufenen Vierteljahr auf 67,0 Prozent (±1,0 Prozent) belaufen. Das entspricht dem Niveau von Broadcom und dürfte zu einem weiteren Gewinnanstieg führen. Für den Ertrag pro Aktie hat Micron 8,19 US-Dollar (±20 Cent) in Aussicht gestellt. Damit steuert der Konzern gegenüber dem Vorjahreswert von 1,56 US-Dollar auf eine Vervielfachung zu.

Kurssprung zu erwarten, Entlastung für das Chartbild

Nach einem für Technologiewerte erneut schwachen Handelstag war die Erleichterung und die Begeisterung über das starke Abschneiden riesig. Die Aktie legte in der US-Nachbörse nach knapp 12 Millionen gehandelten Stücken um 8,1 Prozent zu. Diese Gewinne konnte sie am Donnerstagvormittag weiter ausbauen. Zu erwarten ist daher eine Eröffnung im Bereich von 245 bis 250 US-Dollar.

Diese Kursgewinne kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, denn am Mittwoch wurde die 50-Tage-Linie bereits dem zweiten Test in nur wenigen Wochen unterzogen. Kurzfristig wirkt das Chartbild toppish, ohne neue Hochs droht im Bereich von 255 US-Dollar ein Doppel-Top. Nach +167 Prozent seit dem Jahreswechsel könnte Micron von einer Konsolidierung profitieren, zumal in den technischen Indikatoren zu bearishen Divergenzen vorliegen.

Fazit: Große Erleichterung, aber Risiken bleiben

Micron hat sich am Mittwochabend mit einem ganz starken Quartalsergebnis zu Wort gemeldet. Das Unternehmen profitiert aufgrund des engen Marktes nicht nur von der hohen Nachfrage, sondern auch von stark steigenden Preisen, die zu einer Margenexpansion geführt haben, die auch im kommenden Quartal anhalten soll.

Mit einem KGVe 2026 von 10,2 wirkt die Aktie optisch günstig, allerdings sollten Anlegerinnen und Anleger die starke Zyklusabhängigkeit des Speicherchip-Geschäfts nicht unterschätzen. Noch vor zwei Jahren waren die Erlöse und Erträge rückläufig beziehungsweise negativ. Wenngleich die weiteren Aussichten gut sind, könnten die "leichten" Kursgewinne bereits erzielt worden sein. Aus einer fundamentalen Perspektive könnten die besseren Chancen bei Qualcomm vorliegen.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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