Der Stern eines Mercedes Benz.
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Wie tief steckt Mercedes in der Krise? – droht Ola Källenius das Schicksal seiner Vorgänger?

Absatzrückgänge in allen Kernmärkten, Gewinneinbruch um mehr als die Hälfte und ein schwächelndes E-Segment: Mercedes-Benz rutscht tiefer in die Krise. Konzernchef Ola Källenius hält dennoch stur an seiner Strategie fest – ein riskanter Kurs mit Sprengkraft.
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Wie auch die Konkurrenten BMW (BMW Aktie) und Volkswagen (VW Aktie) muss sich Mercedes-Benz derzeit durch eine regelrechte Durststrecke kämpfen – doch beim Stuttgarter Premiumautobauer scheint die Talsohle noch nicht erreicht. Vergangene Woche legte der Konzern seine Zahlen für das dritte Quartal 2025 vor, und die Bilanz fiel ernüchternd aus: Im Automobilsegment ging der Absatz in den ersten neun Monaten um 8 Prozent zurück. Besonders stark traf es die Einstiegsmodelle (-12 %) und Elektrofahrzeuge (-13 %).

China schwächelt – der größte Markt kippt

Das größte Sorgenkind bleibt die Volksrepublik. Dort, wo immerhin rund ein Drittel der gesamten Auslieferungen erfolgt, brachen die Stückzahlen um satte 18 Prozent ein. Die schwache Nachfrage lokaler Kunden, der anhaltende Preiskrieg und zunehmender Wettbewerb durch Marken wie BYD und Li Auto setzen Mercedes stark unter Druck. Auch in Nordamerika verschlechterte sich die Lage deutlich – minus 10 Prozent, bedingt durch neue Handelszölle und politische Spannungen. Einzig in Europa blieben die Verkaufszahlen stabil – allerdings auf niedrigem Niveau.

Gewinne brechen ein, Sparten schwächeln

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Auch die übrigen Geschäftsfelder liefern kaum Entlastung. Sowohl die Van-Sparte als auch das Finanzdienstleistungsgeschäft legten eine schwache Performance hin. Der operative Gewinn des Konzerns sank auf 4,3 Milliarden Euro – nach 10,4 Milliarden im Vorjahr. Unterm Strich halbierte sich der Nettogewinn.

Trotz dieser ernüchternden Zahlen verweist Mercedes-Benz auf eine weiterhin solide Bilanzstruktur. Doch die Rücklagen reichen kaum, um die wachsenden Probleme zu kaschieren. Der Konzern kürzte seine Dividende und setzte den laufenden Aktienrückkauf vorerst aus. Zwar soll das Programm im November wieder anlaufen, aber in deutlich reduzierter Form – ein Signal der Vorsicht, das Investoren verunsichert.

Auch BMW steht unter Druck

Die Münchner Konkurrenz kämpft mit ähnlichen Problemen. BMW hatte bereits Anfang Oktober seine Gewinnziele für 2025 gesenkt, wenn auch moderater als Mercedes. Am 5. November will der Konzern seine Zahlen vorlegen – Beobachter rechnen mit einem Rückgang, aber nicht mit einem so drastischen Einbruch wie in Stuttgart.

Strategie unverändert – trotz Krise

Mercedes-Benz befindet sich seit 2019 in einer umfassenden Restrukturierung. CEO Ola Källenius hat den Konzern auf Luxus, Elektromobilität und Margenoptimierung getrimmt. Doch die aktuelle Lage zeigt, wie brüchig diese Strategie geworden ist: Die Nachfrage nach teuren E-Modellen stagniert, während günstigere Modelle Marktanteile verlieren. Gleichzeitig bremst die geopolitische Lage den Absatz in wichtigen Regionen.

Fazit:

Mercedes-Benz steckt tief in einer strukturellen Krise. Absatzschwächen, Kostenbelastungen und eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit im E-Segment drücken auf die Profitabilität. Källenius hält unbeirrt an seinem Kurs fest – Effizienz, Premium, Elektromobilität –, doch die Märkte drehen sich schneller, als der Konzern reagieren kann. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, könnte dieser Starrsinn für den Vorstandschef zum Risiko werden – und ihn am Ende den Job kosten.



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