
Lululemon: Hier sitzt nicht nur die Hose nicht mehr richtig
Eine der in den vergangenen Jahren wachstumsstärksten Sportbekleidungsmarken war das Kanada stammende Lululemon. Das Unternehmen hat seinen Ursprung in Bekleidung speziell für Yoga, erweiterte sein Produktportfolio nach Anfangserfolgen aber schnell.
Das garantierte neben einer starken Geschäftsentwicklung auch eine beeindruckende Performance der Aktie. Inzwischen ist der Kursmotor aber ins Stottern geraten, gegenüber dem Stand vor einem Jahr notieren die Anteile mit einem Minus von 25,5 Prozent.
Am Donnerstag kommende Woche wird das Unternehmen seine Bücher öffnen. Erwartet wird ein Umsatzanstieg von 2,37 auf 2,55 Milliarden US-Dollar, der bereinigte Gewinn pro Aktie soll aufgrund schwächerer Margen jedoch von 3,15 auf 2,88 US-Dollar zurückgehen.
Am Dienstag haben sich mit der Bank of America und Morgan Stanley gleich zwei US-Großbanken zur Aktie und ihren Erwartungen für die Zahlen geäußert – und die Frage beantwortet, ob noch vor der Ergebnispräsentation zugegriffen werden sollte oder nicht.
Zwei neue Stimmen vor den Zahlen
Eine vorsichtige Haltung nehmen die Expertinnen und Experten von Morgan Stanley ein. Sie bewerten das Papier mit "Gleichgewichten" und haben ihr Kursziel auf 223 US-Dollar gesenkt. Das impliziert eine Upside von rund 10 Prozent. Sie erwarten, dass das Unternehmen die Erwartungen aufgrund sinkender Nachfrage verfehlen wird, und prognostizieren einen bereinigten Gewinn von 2,80 US-Dollar pro Aktie. Vor allem für das US-Geschäft erwarten sie keinen zeitnahen Rebound.
Auch die Bank of America (Bank of America Aktie) hat ihr Kursziel deutlich herabgesenkt. Statt eines Potenzials von 370 US-Dollar wird der faire Wert jetzt mit 300 US-Dollar angegeben. Das entspricht aber immer noch einer Upside von fast 50 Prozent. Die Analystinnen und Analysten dort verweisen auf die historisch günstige Bewertung – sie schätzen das KGV für 2026 auf 12 und sprechen von einer "attraktiven Einstiegsgelegenheit". Die Schwäche auf dem US-Markt wird Lululemon ihrer Einschätzung nach durch ein moderates Wachstum in China wettmachen können.
An der Wall Street ist man gespalten
Insgesamt ist die Wall Street geteilter Meinung. Bei insgesamt 34 Empfehlungen kommt Lululemon 14 Mal auf "Kaufen" und zwei weitere Male auf "Übergewichten". Dem stehen 14 Bewertungen mit "Halten" gegenüber, während vier Analystinnen und Analysten das Reduzieren oder gar den Verkauf empfehlen. Im Mittel wird ein fairer Wert von 274,78 US-Dollar genannt, was ein Potenzial von 35,7 Prozent impliziert.
Fazit: Die Bewertung spricht klar für Kaufen
Die Anteile von Sportartikelherstellern haben es bei Anlegerinnen und Anlegern aktuell schwer. Neben Adidas, Puma und Nike bildet auch Lululemon keine Ausnahme, wo die Analystenschar in geteilte Lager gefallen ist: Optimisten wie die Bank of America und Pessimisten wie Morgan Stanley.
Mit Blick auf den schwachen Chart ist die Position von Morgan Stanley zu befürworten, wenngleich die technischen Indikatoren erste Entspannungssignale gesendet haben. Die Bewertung spricht hingegen für die Position der Bank of America und die übrigen Bullen:
Laut SeekingAlpha ist die Aktie für das laufende Geschäftsjahr mit einem KGV von 13,9 bewertet. Das liegt um fast zwei Drittel unter dem Fünfjahresmittel von 38,6 und auch deutlich unter der Bewertung der Konkurrenz. Bei vielen anderen Kennziffern ergibt sich ein ähnliches Bild. Das macht die Aktie aus einer fundamentalen Perspektive zu einem klaren, antizyklischen Kauf. Nur sollte sich die Geschäftslage nicht noch weiter deutlich eintrüben.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross