Syrien-Geschäft: Lafarge wegen Terrorfinanzierung verurteilt
PARIS (dpa-AFX) - Der französische Zementhersteller Lafarge ist französischen Medienberichten zufolge wegen seiner Syrien-Geschäfte nach Beginn des dortigen Bürgerkriegs der Terrorfinanzierung schuldig gesprochen worden. Der Konzern müsse eine Geldstrafe in Höhe von gut einer Million Euro zahlen, urteilte demnach ein Pariser Gericht. Weil die Firma internationale Sanktionen nicht geachtet haben soll, werde eine weitere Strafzahlung fällig. Noch ist das Urteil nichts rechtskräftig. Der Konzern reagierte auf Anfrage nicht.
Trotz des Bürgerkriegs hatte der Zementhersteller im Norden Syriens bis 2014 ein Werk betrieben. Um das Geschäft aufrechtzuerhalten, zahlte das örtliche Unternehmen Gelder in Millionenhöhe an bewaffnete Gruppen. Laut Gericht waren es knapp 5,6 Millionen Euro, wie der Sender France Info berichtete. Zu dieser Zeit waren in Nordsyrien die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), kleinere islamistische Gruppierungen und kurdische Gruppen aktiv. Das Gericht befand, dass das Geld es auch ermöglicht habe, Terroranschläge in Europa vorzubereiten, schrieb die Zeitung "Le Parisien".
Mehrere frühere Führungskräfte bei Lafarge wurden dem Blatt zufolge zu fünf- bis sechsjährigen Haftstrafe sowie Geldbußen verurteilt. Auch zwei Sicherheitsbeauftragte und zwei Mittelsmänner standen in dem Verfahren vor Gericht. Lafarge gehört heute zu Holcim ./rbo/DP/jha
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