FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien aus dem europäischen Bausektor haben am Freitag nach dem jüngsten Kursverfall der Branchenwerte teilweise relative Stärke gezeigt. Vor allem die Titel von Heidelberg Materials fielen mit einem Anstieg um mehr als drei Prozent positiv auf. Sie erholten sich wegen Spekulationen über eine nur milde Anpassung des Emissionshandelssystem ETS.
Für dich zusammengefasst:
Aktien von Heidelberg Materials stiegen um über 3 Prozent.
Der Stoxx Europe 600 Construction & Materials fiel um 0,6%.
Analyst berichtete von einer Feinabstimmung des ETS.
Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Construction & Materials konnte sich zwar nicht nachhaltig dem sehr schwachen Marktumfeld entziehen, das im Tagesverlauf zunehmend vom anhaltenden Iran-Krieg belastet wurde. Am Ende war das Minus mit 0,6 Prozent aber vergleichsweise niedrig. Der Teilindex stand so in der Branchentabelle noch am besten da.
Die bessere Position der Baustoffbranche wurde wie bei Heidelberg Materials auf Erleichterung im Hinblick auf das europäische Emissionshandelssystem ETS zurückgeführt. Im Nachgang eines Gipfeltreffens der EU-Staats- und Regierungschefs wies Analyst Ephrem Ravi von der Citigroup darauf hin, dass sich eher eine Feinabstimmung als eine grundlegende Systemänderung abzeichne. Damit würde ein Preisrisiko für Zement beseitigt.
Aktien wie Heidelberg Materials hatten zuletzt schwer unter der Sorge gelitten, dass der Emissionshandel deutlich abgeschwächt werden könnte, um Unternehmen im internationalen Wettbewerb von den Abgaben dafür zu entlasten. Der Konzern hatte vorher als Profiteur der stärkeren Klimaschutzmaßnahmen gegolten, da er eine branchenführende Position bei der Dekarbonisierung und Abscheidung von CO2-Emissionen im Produktionsprozess innehat.
Die Aktien von Heidelberg Materials hatten bereits am Mittwoch nach einer Analystenstudie einen Erholungsversuch gewagt. Die jüngsten Sorgen der Anleger um die Änderung des europäischen Emissionshandels hatte Morgan-Stanley-Analystin Cedar Ekblom als bloßen "Lärm" und die Bewertung der Aktien als attraktiv bezeichnet.
Am Gesamtmarkt wich jede Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende am Freitag wieder der Realität, da neue Angriffe des Irans auf Öl- und Gasinfrastrukturen der Golfstaaten weiter die Angst der Anleger erhöhten. Verstärkt wurde die Anspannung von einem Bericht im "Wall Street Journal", wonach das US-Verteidigungsministerium drei Kriegsschiffe und Tausende weiterer Marines entsenden soll./tih/la/stk
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