SpaceX: Dieses Kursziel sprengt einfach alles – Arete sieht die Aktie bei 407 US-Dollar.

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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Arete sieht das Kursziel bei 407 US-Dollar
KI-generiert mit DALL-E
Die SpaceX-Aktie polarisiert die Wall Street wie kaum ein anderer Börsenneuling. Während Morningstar die Aktie mit einem fairen Wert von nur 63 US-Dollar für massiv überbewertet hält, kommt Arete Research nun mit der bislang bullishsten These: 407 US-Dollar je Aktie. Dahinter steht ein DCF-Modell, das SpaceX nicht mehr nur als Raketenbauer sieht, sondern als Plattform für Raumfahrt, globale Konnektivität und KI-Infrastruktur.
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Hinweis

Der Bewertungsstreit um SpaceX erreicht die nächste Eskalationsstufe. Kaum ist die Aktie des Elon-Musk-Konzerns an der Börse, gehen die Einschätzungen der Analysten so weit auseinander wie bei kaum einem anderen großen US-Technologiewert. Auf der einen Seite steht Morningstar mit einer extrem skeptischen Bewertung von 63 US-Dollar je Aktie. Auf der anderen Seite steht nun Arete Research mit dem bislang optimistischsten öffentlich bekannten Kursziel: 407 US-Dollar.

Damit hebt Arete die SpaceX-Debatte auf ein neues Niveau. Die These: SpaceX ist nicht nur ein Raumfahrtunternehmen, nicht nur der Betreiber von Starlink und auch nicht nur ein Profiteur staatlicher Aufträge. Arete sieht offenbar eine Plattform, die in gleich mehreren Zukunftsmärkten eine dominierende Rolle einnehmen könnte: Raketenstarts, Satelliteninternet, globale Datenübertragung, KI-Infrastruktur und langfristig möglicherweise sogar weltraum-basierte Rechenzentren.

Wer ist Arete?

Arete Research ist keine klassische Großbank, sondern eine unabhängige Research-Boutique mit Fokus auf Technologie, Telekommunikation und verwandte Sektoren. Das Unternehmen wurde 2000 gegründet und richtet sich vor allem an institutionelle Investoren. Arete arbeitet unabhängig von Investmentbanking, Unternehmensberatung und Eigenhandel. Genau das ist für die Einordnung wichtig: Die Analyse kommt nicht aus dem üblichen Kreis der großen IPO-Banken, sondern von einem spezialisierten Technologie-Research-Haus.

Werte aus dem Artikel:
SpaceX Aktie 157,28 € -2,58%

Für Anleger macht das die Einschätzung nicht automatisch richtiger. Aber sie bekommt Gewicht, weil Arete seit Jahren komplexe Technologie- und Telekommunikationsthemen analysiert. SpaceX passt genau in dieses Raster: Das Unternehmen ist längst mehr als ein Raketenbauer. Die eigentliche Fantasie liegt in der Verbindung aus Startkapazität, Satellitennetz, Starlink-Kundenbasis, Dateninfrastruktur und KI-Anwendungen.

Wie Arete auf das Kursziel kommt

Das Kursziel basiert auf einem DCF-Verfahren. DCF steht für Discounted Cash Flow. Dabei werden künftige freie Cashflows eines Unternehmens geschätzt und auf den heutigen Wert abgezinst. Je höher die erwarteten Gewinne und Cashflows in der Zukunft ausfallen, desto höher kann der faire Wert heute sein. Umgekehrt gilt: Schon kleine Änderungen bei Wachstum, Margen, Investitionen oder Abzinsungssatz können das Ergebnis massiv verändern.

Bei SpaceX ist genau das der entscheidende Punkt. Das Unternehmen wird in einem solchen Modell nicht allein anhand des heutigen Geschäfts bewertet. Vielmehr muss ein Analyst Annahmen darüber treffen, wie groß Starlink werden kann, wie stark die Startkosten durch Starship sinken, wie schnell SpaceX neue Satellitengenerationen in den Orbit bringt und ob aus Weltraum-Infrastruktur tatsächlich ein KI-Geschäft von globaler Bedeutung entstehen kann.

Das Kursziel von 407 US-Dollar ist deshalb keine Bewertung eines normalen Industrieunternehmens. Es ist eine Wette darauf, dass SpaceX in mehreren Märkten gleichzeitig eine monopolähnliche Stellung erreichen kann. Genau darin liegt die Sprengkraft der Analyse.

Die bullishste These der Wall Street

Mit 407 US-Dollar liegt Arete deutlich über den anderen öffentlich bekannten Kurszielen. Die Zephirin Group kommt auf 310 US-Dollar. Oppenheimer hatte SpaceX zunächst mit "Outperform" und einem Kursziel von 190 US-Dollar aufgenommen, später wurde in Berichten ein Ziel von 250 US-Dollar genannt. KGI Securities liegt bei 227 US-Dollar, Wolfe Research bei 175 US-Dollar und New Street Research bei 165 US-Dollar.

Damit ist Arete klar am oberen Ende der Spanne. Die Botschaft ist eindeutig: Wer Arete folgt, betrachtet SpaceX nicht als teuer gewordene IPO-Aktie, sondern als einen möglichen Infrastruktur-Giganten der nächsten technologischen Ära.

Die Logik dahinter erinnert an frühere Neubewertungen großer Plattformunternehmen. Erst wurde das Kerngeschäft unterschätzt, dann die Skaleneffekte, anschließend die Fähigkeit, angrenzende Märkte zu erobern. Bei SpaceX lautet die bullishe Lesart: Wer die Startkosten kontrolliert, kontrolliert den Zugang zum Orbit. Wer den Zugang zum Orbit kontrolliert, kann Kommunikationsnetze, Dateninfrastruktur und KI-Rechenleistung neu denken.

Riesige Spanne zwischen den Kurszielen

Die Spanne der Experten reicht von 63 bis 407 US-Dollar. Das ist kein normaler Bewertungsunterschied. Es ist ein Streit darüber, was SpaceX überhaupt ist: ein extrem teurer Raumfahrtkonzern, ein Satelliteninternet-Anbieter mit Raketenarm oder die Infrastrukturplattform für eine neue Ära aus Konnektivität, KI und Weltraumwirtschaft.

Morningstar bleibt extrem bearish.

Am anderen Ende der Skala steht Morningstar. Die Analysten sehen den fairen Wert der Aktie bei nur 63 US-Dollar. Die Skepsis richtet sich vor allem gegen die hohen Erwartungen an völlig neue Umsatzquellen. Dazu zählen unter anderem weltraum-basierte Rechenzentren, KI-Anwendungen und langfristige Projekte, deren technische und wirtschaftliche Machbarkeit noch nicht bewiesen ist.

Morningstar erkennt zwar an, dass Starlink mittelfristig ein starker Gewinnbringer sein kann. Doch die sehr großen Fantasieposten im Bewertungsmodell bleiben aus Sicht der Skeptiker mit enormer Unsicherheit verbunden. Besonders kritisch ist die Frage, ob Starship schnell genug, zuverlässig genug und günstig genug wiederverwendbar wird. Denn ohne Starship geraten viele der großen Zukunftsannahmen ins Wanken.

Der Unterschied zu Arete könnte kaum größer sein. Arete bewertet die Chance. Morningstar bewertet stärker die Risiken. Die eine Seite sieht die Entstehung eines neuen Infrastrukturmonopols. Die andere Seite sieht eine Aktie, in der bereits sehr viel Zukunft eingepreist ist.

Starship ist der Schlüssel.

Fast alle bullischen Modelle laufen letztlich auf einen Punkt hinaus: Starship muss funktionieren. Die Rakete soll größere Nutzlasten transportieren, die Startkosten senken und den Ausbau von Starlink sowie möglichen Dateninfrastrukturen im All beschleunigen. Gelingt das, könnte SpaceX einen Kostenvorteil erreichen, den Wettbewerber kaum kopieren können.

Scheitert oder verzögert sich Starship hingegen, wird es schwierig. Dann geraten die aggressiven Cashflow-Modelle unter Druck. Denn viele Zukunftsmärkte, die heute in die Bewertung einfließen, hängen davon ab, dass SpaceX den Transport ins All deutlich günstiger und häufiger leisten kann als bisher.

Genau deshalb ist die Aktie so schwer zu bewerten. SpaceX hat ein reales, starkes Geschäft. Gleichzeitig steckt in der Bewertung ein erheblicher Anteil Zukunftsfantasie. Anleger kaufen also nicht nur Starlink und Raketenstarts. Sie kaufen die Möglichkeit, dass SpaceX zu einem zentralen Betriebssystem der Weltraumwirtschaft wird.

SpaceX ist die Glaubensfrage der Wall Street.

Aretes Kursziel von 407 US-Dollar ist mehr als nur eine optimistische Analystenschätzung. Es ist eine Kampfansage an alle, die SpaceX nach klassischen Maßstäben für viel zu teuer halten. Die Aktie steht damit im Zentrum einer der spannendsten Bewertungsdebatten an der Wall Street.

Die Bullen sehen SpaceX als seltenes Plattformunternehmen mit Kontrolle über Raketen, Satelliten, Daten, Konnektivität und perspektivisch KI-Infrastruktur. Die Bären verweisen auf extreme Bewertung, technische Risiken, hohe Kapitalintensität und eine Menge Zukunft, die bereits im Kurs steckt.

Für Anleger heißt das: SpaceX ist keine gewöhnliche Wachstumsaktie. Die Bewertung hängt nicht nur vom aktuellen Geschäft ab, sondern von der Frage, ob Elon Musks Konzern gleich mehrere Industrien gleichzeitig verschieben kann. Arete sagt: "Ja" – und setzt das bislang höchste Kursziel. Morningstar sagt: Vorsicht – und sieht die Aktie deutlich tiefer.

Genau diese Spanne macht SpaceX derzeit zur vielleicht spektakulärsten Aktie der Wall Street.

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Redaktion Ariva/MW


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