In diesem Jahr haben die Norweger nach zwei von vier Ausschüttungen bereits 13,93 Norwegische Kronen (NOK; 1,18 Euro) pro Anteil ausgeschüttet. Das entspricht annualisiert sogar einer Dividendenrendite von 23,9 Prozent, wenn die noch folgenden Auszahlungen über eine ähnliche Größenordnung verfügen.
Unternehmen wächst in schwierigem Marktumfeld weiter
Am Freitag hat das Unternehmen seine Zahlen (Höegh bilanziert in seiner Handreichung in US-Dollar) zum abgelaufenen Quartal vorgestellt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum kletterten die Erlöse um 7,6 Prozent auf 367,0 Millionen US-Dollar nach zuvor 341,0 Millionen US-Dollar.
Daraus wurde ein EBITDA-Ertrag in Höhe von 166,0 Millionen US-Dollar erzielt, während sich das Periodenergebnis auf 123,0 Millionen US-Dollar belaufen hat. Das entspricht einem Gewinn von 0,65 US-Dollar je Anteil. Im Jahr zuvor hatte dieser trotz niedrigerer Erlöse noch bei 0,91 US-Dollar gelegen.
Neue, besonders nachhaltige Schiffe in Dienst gestellt
Das Umsatzwachstum geht vor allem auf ein um 11 Prozent gestiegenes Transportvolumen zurück. Angesichts der neuen Handelshemmnisse eine beachtliche Bilanz. Dabei profitierte Höegh auch von der Auslieferung zwei neuer Transportschiffe der Aurora-Klasse. Diese zeichnen sich dadurch aus, auch mit Bio-Kraftstoffen betrieben werden zu können.
Der gegenüber dem Vorjahr niedrigere Nettogewinn hat keine operativen Gründe, sondern ist auf eine Steuergutschrift im Vorjahresquartal zurückzuführen, die einen Einmaleffekt dargestellt hatte.
Erneut hohe Dividende, aber zurückhaltende Prognose
Für die im September fällige Dividende hat das Unternehmen 0,7181 US-Dollar pro Aktie vorgeschlagen, das entspricht 7,33 NOK beziehungsweise 0,62 Euro. Insgesamt sollen so 137 Millionen US-Dollar ausgeschüttet werden.
Insgesamt zeigte sich das Management um CEO Andreas Enger jedoch vorsichtig. Das EBITDA soll in Q3 auf dem Niveau des vergangenen Vierteljahres liegen.
Darüber hinaus könne das Transportvolumen sowie die Ertragslage von den US-Importzöllen beeinträchtigt sein. Gegenwärtig rechnet man bei Höegh mit einer jährlichen Bruttobelastung von 30 Millionen US-Dollar. Enger versprach jedoch, mit den Kunden des Unternehmens nach Lösungen suchen zu wollen, die Auswirkungen zu minimieren.

Aktie klettert auf Jahreshoch, Trendfortsetzung wahrscheinlich
Anlegerinnen und Anleger zeigten sich vom guten Abschneiden des Unternehmens in einem schwierigen Umfeld beeindruckt. Am Handelsplatz in Oslo legte die Aktie um 5,3 Prozent auf 116,60 NOK und damit den bislang höchsten Stand in diesem Jahr zu.
Mit Blick auf den Chart könnte der Aufwärtstrend anhaltend, denn bislang wird er von den technischen Indikatoren unterstützt, während es in den gleitenden Durchschnitten zu einem Golden Cross und damit einem Kaufsignal gekommen ist.
Fazit: Leinen los und Dividende kassieren!
Aufgrund der stark schwankenden Ertragslage fällt eine Einschätzung der Bewertung bei Reedereien üblicherweise schwer. Für das laufende Geschäftsjahr ist Höegh mit dem 4,4-Fachen seiner erwarteten Gewinne bewertet. Das liegt deutlich über dem Mittel von 3,6 in den vergangenen Jahren.
Auch beim Verhältnis aus Unternehmenswert und EBITDA (EV/EBITDA) liegen die Norweger etwas über ihrer historischen Norm. Im Vergleich zur Peer-Group liegt Höegh aber im Mittelfeld.
Anlegerinnen und Anleger, die auf der Suche nach einer zwar schwankenden, aber außergewöhnlich hohen Dividendenrendite sind, können hier zugreifen. Wer sich anstatt für Automobil- und Stückguttransporte eher für Container begeistern kann, sollte sich die Aktie von ZIM Integrated ansehen. Hier steht außerdem eine private Übernahme zur Debatte.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross