Heidelberger Druckmaschinen startet Rüstungsprojekt mit Ondas – Drohnenabwehr aus Brandenburg
Heidelberger Druckmaschinen geht einen mutigen Schritt in die Rüstungsindustrie: Zusammen mit dem israelischen Partner Ondas entsteht ein neues Joint Venture in Brandenburg, das autonome Drohnenabwehrsysteme entwickelt und produziert.
Die Heidelberger Druckmaschinen (Heidelberger Druckmaschinen Aktie) AG wagt einen entschlossenen Schritt in den Verteidigungssektor. In Kooperation mit der US-israelischen Ondas Autonomous Systems gründet das Unternehmen ein Joint Venture, das fortschrittliche Systeme zur Drohnenabwehr entwickelt. Die Entscheidung, in den boomenden Markt autonomer Sicherheitstechnik einzutreten, wurde kürzlich von Aufsichtsrat und Vorstand des SDax-Unternehmens bestätigt. Der Name des Gemeinschaftsunternehmens lautet "Onberg", wobei Heidelberger Druck mit 49 Prozent beteiligt ist.
Das Ziel dieser Partnerschaft ist es, ein automatisiertes Drohnenabwehrsystem zu entwickeln, das zunächst auf die Bedürfnisse der deutschen und ukrainischen Märkte zugeschnitten ist. Später sollen die Produkte auch in Europa verkauft werden. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der schrittweisen Weiterentwicklung der Technologien und der Etablierung einer regionalen Wertschöpfungskette. „Langfristig wollen wir alle Komponenten aus Europa beziehen“, erklärt Michael Wellenzohn, CEO der Heidelberger Druck-Tochter HD Advanced Technologies, die für die Rüstungsprojekte zuständig ist.
Das von Ondas entwickelte System basiert auf einer intelligenten Kamera, die Drohnen im Luftraum erkennt und mit Radar-, Infrarot- und Scannertechnologien kombiniert. Ist eine Drohne im schutzbedürftigen Bereich unterwegs, wird ihre GPS-Kommunikation durch Störsender unterbrochen. Falls das nicht reicht, kommt eine Abfangdrohne zum Einsatz, die das Objekt kontrolliert zum Absturz bringt. Das System zielt darauf ab, kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke, Behörden und Industriebetriebe vor Drohnenangriffen zu schützen.
Mit dieser Partnerschaft will Heidelberger Druck nicht nur seine Produktionskapazitäten erweitern, sondern auch in den Wettbewerb mit führenden Unternehmen wie Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) eintreten. Der Konzern setzt dabei auf seinen Erfahrungsvorsprung in der industriellen Fertigung, um die Drohnenabwehrsysteme zu deutlich günstigeren Preisen anzubieten. Laut Wellenzohn soll das System je nach Ausführung einen zweistelligen Millionenbetrag kosten – weit unter den Preisen von Konkurrenten wie Rheinmetall, die ihre Systeme für bis zu 42 Millionen Euro verkaufen.
Das Potenzial dieses Marktes ist immens. In Deutschland existieren rund 2.000 schützenswerte Infrastrukturobjekte, für die ein umfassendes Drohnenschutzsystem erforderlich wäre. Laut Schätzungen könnte der Schutz dieser Objekte Investitionen von bis zu 80 Milliarden Euro erfordern. Heidelberger Druck strebt an, von diesem Milliardengeschäft zu profitieren, indem es die Produktion vor Ort intensiviert und die Technologie kontinuierlich weiterentwickelt.
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.