Sperrmüll in Wüstenlandschaft (Symbolbild).
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KGV 6,4: Diese langfristig erfolgreiche Qualitätsaktie handelt jetzt auf Ramsch-Niveau!

Die Aktie des Kabelnetzbetreibers und Medienkonglomerats Comcast handelt, als würde das Unternehmen bald pleite gehen. Eine Chance für Anlegerinnen und Anleger?
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Eine Überrendite von mehreren 1.000 Prozent? Das gab's lange bei Comcast (Comcast Aktie)!

Mit einem Plus von 1.820 Prozent in den vergangenen 30 Jahren bietet der US-Kabelnetzbetreiber Comcast gegenüber dem Gesamtmarktindex S&P 500 eine Überrendite von 5 Prozentpunkten. Würde die Aktie nicht seit mehr als 4 Jahren in einem hartnäckigen Abwärtstrend handeln, läge die Überrendite sogar bei mehr als 2.500 Prozentpunkten.

Das zeigt, wie viel Qualität in dem Unternehmen, das nicht nur Internet- und TV-Anschlüsse, sondern auch ein riesiges Medienkonglomerat mit Fernsehsendern (CNBC, NBC), Streaming-Dienstleistern (Peacock) und einem Kino- und Freizeitgeschäft (Universal Studios) bietet, grundsätzlich steckt.

Hohe Zinsen und Konkurrenz sorgen für Gegenwind

Doch davon ist nicht nur in den vergangenen vier Jahren, sondern bislang auch in 2025 wenig zu sehen gewesen. Die Aktie handelt mit einem Minus von mehr als 28 Prozent – und dass, obwohl zwar nicht der Umsatz, dafür aber die Gewinne weiter gestiegen sind.

Gegenwind bekommt das Unternehmen operativ durch einen Rückgang der Neuabschlüsse. Kabellose Internet- und TV-Anbieter machen eingesessenen Telekommunikationskonzernen wie AT&T, Verizon und Comcast zunehmend Konkurrenz. Dazu kommen die anhaltend hohen Leitzinsen.

Die machen nicht nur die langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 93 Milliarden US-Dollar teuer, sondern sorgen auch für eine geringere Attraktivität der Aktie als Dividendenwert. Zwar bietet Comcast mit 4,9 Prozent eine Dividende weit über dem Durchschnitt des Gesamtmarktes, allerdings bieten US-Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren mit 4,73 Prozent nur geringfügig weniger – bei gleichzeitig höherer Sicherheit.

Trotz gigantischer Cashflows: Bewertung auf Ramsch-Niveau

Aus einer Value-Perspektive haben die anhaltenden Verluste allerdings etwas Gutes. Die ohnehin schon günstig bewertete Aktie ist in den vergangenen Monaten noch günstiger geworden. Alle relevanten Kennziffern notieren inzwischen tief im einstelligen Bereich.

Für das kommende Geschäftsjahr ist Comcast mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 6,4 bewertet. Das liegt um fast die Hälfte unter dem 5-Jahres-Mittel von knapp 12 und um 57 Prozent unter dem Niveau der Vergleichsgruppe. Beim Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) zeigt sich sogar eine noch günstigere Bewertung. Hier steht für 2026 3,2 zu Buche. Das entspricht einer Cashflow-Rendite von 31,3 Prozent und zeigt die Fähigkeit von Comcast, seinen Anteilseignerinnen und -eignern hohe Mittelzuflüsse zu generieren.

In den abgelaufenen 12 Monaten lag der operative Cashflow bei 32 Milliarden US-Dollar – mehr als genug, um Dividenden in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar auszuzahlen, eigene Anteile im Wert von 7,8 Milliarden US-Dollar zurückzukaufen und gleichzeitig Schulden in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar zurückzuzahlen.

Comcast handelt zum Buchwert – und mit Rückendeckung der Wall Street

Das Kurs-Buch-Verhältnis liegt unterdessen bei 1,02. Das ist ein Wert, der die Herzen von Value-Investoren wie Warren Buffett höherschlagen lässt. Gleichzeitig bietet er gegenüber der historischen Norm einen Abschlag um die Hälfte und gegenüber der Vergleichsgruppe einen Rabatt von etwa 42 Prozent. Das deutet wie der Rest der Bewertungskennziffern auf eine strukturelle Unterbewertung des Unternehmens hin.

Trotz der offensichtlichen Bewertungsvorteile sowohl gegenüber den Konkurrenten als auch dem historisch teuren Gesamtmarkt verhält sich eine Mehrheit der Analystinnen und Analysten gegenüber der Aktie noch vorsichtig. Bei insgesamt 29 Empfehlungen stehen 8 Bewertungen mit "Kaufen" oder "Übergewichten" 20 Empfehlungen zum Halten gegenüber.

Als fairer Wert wird an der Wall Street im Mittel 34,77 US-Dollar genannt. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von fast 30 Prozent und mit Blick in den Chart einer möglichen Rückkehr über die 200-Tage-Linie.

Aktie vor Trendwende? Der Tiefpunkt dürfte bald erreicht sein!

Seit einem vor rund einem Jahr erzielten Verlaufshoch handelt Comcast innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends mit hohem Verkaufsdruck. Vor allem in den vergangenen Wochen zog das Handelsvolumen spürbar an und verstärkte die bearishen Tendenzen der Aktie noch. Die Folge war der tiefste Stand der Aktie seit fast 10 Jahren.

Solche Tiefs gelten in der technischen Analyse als starke Verkaufssignale. Doch es gibt auch Hoffnung, In den technischen Indikatoren zeigen sich schon seit Monaten bullishe Divergenzen: Sowohl der RSI als auch der MACD haben gegen den Trend der Aktie höhere Tiefs erzielen können. Damit wird eine Gegenbewegung oder sogar eine Trendwende zunehmend wahrscheinlich.

Gleichzeitig ist der Abwärtstrend inzwischen weit fortgeschritten. Der auf Wochenbasis ermittelte RSI liegt mit knapp 24 Punkten tief im überverkauften Bereich. Auch das ist ein Zeichen dafür, dass Comcast seinem Periodentief nahe sein dürfte.

Fazit: Jetzt zuschlagen und langfristig profitieren

Hinter der Aktie des Kabelnetztreibers und Medienkonglomerats Comcast verbirgt sich ein langfristiger Outperformer mit hoher Qualität. In den vergangenen Jahren, insbesondere in den zurückliegenden Monaten, war die Aktie aber von starken Verkäufen betroffen. Das hat zwar einerseits die Überrendite gegenüber dem S&P 500 zunichte gemacht, dafür handelt das Papier jetzt aber zu Ausverkaufspreisen mit einer konkurrenzlos günstigen Bewertung.

Anlegerinnen und Anleger, die sich einen starken Dividendenzahler mit hohen Cashflows als defensives Investment in ihr Depot holen möchten, sollten jetzt antizyklisch agieren und bei Comcast zuschlagen. Etwas Geduld könnte für eine Trendwende zwar von Nöten sein, die aber dürfte sich langfristig auszahlen.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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