Die regelmäßige „Global Fund Manager Survey" der Bank of America liefert einen selten offenen Blick in die Köpfe institutioneller Anleger. In der jüngsten Befragung rechnen rund 34 Prozent der Fondsmanager damit, dass der Goldpreis Ende 2026 in einer Spanne von 4.000 bis 4.500 Dollar je Unze liegen dürfte. Weitere 27 Prozent erwarten sogar 4.500 bis 5.000 Dollar. Insgesamt stellt sich damit eine deutliche Mehrheit auf neue Rekordstände ein.
Auf dem Papier ist das eine optimistische Story. Doch ältere Ausgaben derselben Umfrage zeichnen ein deutlich nervöseres Bild. Plattformen wie Trustnet berichten, dass Gold bereits im Frühjahr 2025 als einer der beliebtesten Rohstoffe galt, während fast die Hälfte der befragten Manager die Positionierung schon damals als überfüllt bezeichnete. Gleichzeitig stieg der Anteil derjenigen, die Gold als überbewertet einstuften. Gleichzeitig signalisiert ein großer Teil der Manager weiter ein erhöhtes Rezessionsrisiko, äußert Zweifel an der Stabilität des US-Dollar Systems und bleibt bei Aktien trotz Kursgewinnen eher defensiv positioniert. In dieser Gemengelage erscheint Gold weniger als klassisches Spekulationsobjekt, sondern als Versicherung gegen ein ganzes Bündel systemischer Risiken. Die Erwartung hoher Preise ist damit weniger Ausdruck von Euphorie, sondern eher ein Symptom von Misstrauen gegenüber dem Finanzsystem, in dem diese Preise entstehen.
Ein zweiter Gradmesser für die Marktstimmung ist die jährliche LBMA-Preisumfrage. Anfang 2025 lag die durchschnittliche Prognose von 29 Analysten noch bei 2.735 Dollar je Unze – knapp unter dem damaligen Rekordhoch. Kein einziger rechnete mit einem Jahresdurchschnitt jenseits von 3.000 Dollar.
Doch nur wenige Monate später waren diese Einschätzungen bereits Geschichte. Der Goldmarkt zog derart kraftvoll an, dass die LBMA ihre Erwartung für 2025 auf über 3.100 Dollar anheben musste. Die Botschaft ist eindeutig: Gold überrascht immer wieder nach oben. Selbst Profis unterschätzen in unruhigen Zeiten die Wucht der Kapitalflucht in den sicheren Hafen und Preisniveaus, die eben noch als „unrealistisch“ galten, werden im Rallye-Modus mühelos überrannt.
Während Großbanken traditionell als Bremser gelten und oft vorsichtige Prognosen abgeben, schlagen sie für 2026 nun überraschend deutliche Töne an. Die Einschätzungen reichen von optimistisch bis beinahe euphorisch und alle deuten in dieselbe Richtung: Gold soll 2026 klar über dem bisherigen Rekordniveau liegen.
JP Morgan führt mit 5.055 Dollar zum Jahresende, dicht gefolgt von Goldman Sachs mit 4.900 Dollar. Bank of America und HSBC setzen ebenfalls auf die 5.000-Dollar-Zone. Gemeinsamer Nenner: durchweg Werte klar oberhalb von 4.500 Dollar. Etwas verhaltener, aber weiterhin klar positiv, sind Deutsche Bank (4.000 Dollar), Morgan Stanley (4.400 Dollar) und UBS (4.700 Dollar). Die Commerzbank bildet mit 3.800 Dollar das untere Ende und selbst sie erwartet kein Szenario mehr unterhalb von 3.500 Dollar.
Auch unabhängige Marktbeobachter liefern Argumente für ein noch höheres Preisniveau. Der Analyst Jesse Colombo, der bereits den letzten großen Goldbullenmarkt korrekt antizipiert hatte, sieht in seiner jüngsten Auswertung ebenfalls das Potenzial für einen Anstieg in Richtung 5200 Dollar. In einer Analyse vom November 2025 verweist er auf ein technisches Dreiecksmuster, das sich im Goldchart über mehrere Wochen ausgebildet habe. Viele Marktteilnehmer deuteten diese Struktur vorschnell als Topbildung, doch Colombo bezeichnet sie als „typische Konsolidierung vor einer weiteren Aufwärtsbewegung". Voraussetzung sei ein klarer Ausbruch über den Widerstand bei 4400 Dollar. Sein Kursziel leitet er aus dem sogenannten measured move principle ab, das in starken Trendphasen häufig erstaunlich präzise Zielzonen liefert. Bemerkenswert ist, dass seine Einschätzung damit nahezu deckungsgleich mit den Preisregionen großer Banken liegt, die für 2026 ebenfalls Werte zwischen 5000 und 5200 Dollar veranschlagen.
Die anhaltend hohen Goldpreise wirken im Minensektor wie ein kräftiger Rückenwind. Viele Förderunternehmen erzielen derzeit Ergebnisse, die deutlich über den Niveaus der vergangenen Jahre liegen. Da die Produktionskosten nur langsam steigen, während der Goldpreis weiter zulegt, verbessert sich die Ertragslage der Branche spürbar. Branchenbeobachter sprechen von einer erneuten Erstarkung des Sektors, weil das Verhältnis zwischen Aufwand und Verkaufspreis so günstig ist wie selten zuvor.
Diese Dynamik folgt einem Muster, das im Rohstoffsektor traditionell immer wieder zu beobachten ist: Kapital fließt zunächst in physisches Gold, anschließend verstärkt in die großen international aufgestellten Minenkonzerne, bevor es nach und nach die mittelgroßen Produzenten erreicht und schließlich auch die kleineren Explorationsunternehmen erfasst. Dieser typische Zyklus erklärt, warum zuerst die Majors vom aktuellen Preisumfeld profitieren, während Mids und Juniors mit zeitlichem Abstand nachziehen, sobald sich die starke Marktphase verfestigt.
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Askari Metals will das aktuelle Hochpreisumfeld bei Gold gezielt nutzen, um sein neues Nejo-Gold-Kupferprojekt in Äthiopien schnell voranzubringen. Laut Management handelt es sich um ein Flaggschiffprojekt mit Seltenheitswert: großflächig, strategisch gelegen und mit nachgewiesenen mineralisierten Zonen. CEO Gino D’Anna spricht von einer einmaligen Chance, in einem stabilen Rechtsrahmen wie Äthiopien rasch in Richtung Ressourcendefinition zu kommen. Laufende Programme wie Probenahmen, historische Datenauswertung, geophysikalische Messungen und geplante Bohrungen sollen genau das ermöglichen. Die jüngste Kapitalaufnahme sowie Projektverkäufe haben laut Unternehmen eine solide Finanzbasis geschaffen, um das Potenzial des Projekts zügig zu heben.
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