Arrival Group Ltd

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WKN:  A3D7A0 ISIN:  LU2607735342 US-Symbol:  ARVLF Branche:  Kraftfahrzeuge Land:  Luxemburg
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Arrival Group Aktie Chart

Arrival Group Unternehmensbeschreibung

Arrival Group Ltd ist ein auf Elektromobilität fokussiertes Unternehmen mit rechtlichem Sitz auf Bermuda, das ursprünglich die Entwicklung von leichten, batterieelektrischen Nutzfahrzeugen verfolgte. Das Unternehmen plante modulare, batterieelektrische Transporter und Busse für den urbanen Liefer- und Personennahverkehr und verstand sich als Technologieplattform, die Fahrzeugarchitektur, Software und Produktionstechnologie vertikal integriert. Zentrales Element der früheren Strategie war die kosteneffiziente Serienfertigung in sogenannten Microfactories und die Belieferung großer Flottenkunden im Logistik- und Kommunalbereich. In den vergangenen Jahren kam es jedoch zu erheblichen operativen und finanziellen Schwierigkeiten. Die Umsetzung der ursprünglichen Fahrzeugprogramme und des Microfactory-Konzepts wurde stark zurückgefahren, Standorte wurden geschlossen und Belegschaft sowie Investitionspläne deutlich reduziert. Arrival befindet sich in einer tiefgreifenden Restrukturierungs- und Unsicherheitsphase, in der die künftige operative Ausrichtung und Tragfähigkeit des Geschäftsmodells erheblich von der weiteren Finanzierung und strategischen Neupositionierung abhängen.

Geschäftsmodell und Wertschöpfung

Das angestrebte Geschäftsmodell von Arrival beruhte auf der Entwicklung, Industrialisierung und dem geplanten Vertrieb von elektrischen Nutzfahrzeugen auf einer gemeinsamen, skalierbaren Plattform. Kernidee war, wesentliche Komponenten selbst zu entwickeln und in einer flexiblen Produktionsarchitektur zu fertigen, statt auf klassische, stark zentralisierte Automobilwerke zu setzen. Arrival adressierte primär Flottenbetreiber, Paketdienstleister, E-Commerce-Logistiker, städtische Verkehrsbetriebe und andere professionelle Anwender, die ihre CO₂-Bilanz verbessern und Betriebskosten senken wollen. Langfristige Erlösquellen sollten aus dem Verkauf von Fahrzeugen, flankierenden digitalen Services, Software-Updates und gegebenenfalls Wartungs- und Flottenmanagementlösungen stammen. Die Wertschöpfungskette integrierte Design, Engineering, Softwareentwicklung, Batterie- und Thermomanagement-Integration sowie Fertigungsplanung. Zulieferer sollten vor allem für Rohmaterialien, Standardkomponenten und Zellen eingebunden werden, während Arrival Schlüsseltechnologien proprietär halten wollte, um Margenpotenzial und Differenzierung zu sichern. Aufgrund der massiv reduzierten Investitions- und Produktionspläne sowie der Unsicherheit über die zukünftige Produkt- und Fertigungsstrategie ist das ursprüngliche Zielbild der Wertschöpfung derzeit jedoch nur eingeschränkt realisiert und steht unter Vorbehalt.

Mission und strategische Ausrichtung

Die Mission von Arrival besteht weiterhin darin, den Übergang zu emissionsarmer Stadtlogistik und urbaner Mobilität durch wirtschaftlich tragfähige elektrische Nutzfahrzeuge zu unterstützen. Das Unternehmen wollte Lösungen anbieten, die die Total Cost of Ownership für Flottenkunden reduzieren und gleichzeitig Umweltauflagen erfüllen. Strategisch setzte Arrival ursprünglich auf drei Pfeiler: die konsequente Elektrifizierung von Liefer- und Transportprozessen im urbanen Umfeld, die Nutzung einer skalierbaren Technologieplattform über mehrere Fahrzeugsegmente hinweg und eine schlanke, datengetriebene Fertigung mit Microfactories nahe bei den Kunden. Infolge der finanziellen und operativen Probleme liegt der Fokus inzwischen stärker auf dem Erhalt der Handlungsfähigkeit, der Priorisierung weniger, potenziell tragfähiger Projekte und der Sicherung von Finanzierungsmöglichkeiten. Strategische Optionen, einschließlich der Anpassung oder Aufgabe einzelner Fahrzeugprogramme und der Suche nach Partnern oder Investoren, spielen eine wesentlich größere Rolle als in der ursprünglichen Wachstumsphase.

Produkte und Dienstleistungen

Arrival konzentrierte sich in seiner ursprünglichen Planung auf batterieelektrische Nutzfahrzeuge, deren Plattform auf modularen Komponenten, integrierter Software und Leichtbaumaterialien basierte. Zu den Kernprodukten zählten nach Unternehmensangaben insbesondere:
  • Elektrische Liefertransporter (Electric Vans) für die letzte Meile, ausgelegt auf hohe Nutzlast, urbanen Einsatz und optimierte Betriebskosten
  • Elektrische Busse für den öffentlichen Personennahverkehr, mit Fokus auf niedrige Emissionen, reduzierte Wartung und flexible Konfiguration
Daneben arbeitete Arrival an digitalen Lösungen, etwa an fahrzeugnaher Software, Telematik und Over-the-Air-Update-Funktionen. Diese sollten Flottenmanagement, Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung unterstützen. Dienstleistungen wie Service, Wartung und Schulungen waren in Kooperation mit Partnern und lokalen Netzwerken vorgesehen, um die Kapitallast des eigenen Serviceaufbaus zu begrenzen. Aufgrund der wiederholten Restrukturierungen, Verzögerungen und Kapitalknappheit sind wesentliche Teile dieser Produkt- und Servicepipeline noch nicht in eine breite kommerzielle Phase übergegangen. Die Zahl der tatsächlich im Feld befindlichen Fahrzeuge ist begrenzt, und das Dienstleistungsangebot befindet sich weiterhin in einem frühen, von der weiteren strategischen Entwicklung abhängigen Stadium.

Business Units und operative Struktur

Arrival berichtet seine Aktivitäten im Wesentlichen als integriertes Geschäft mit Schwerpunkt auf der Entwicklung und Industrialisierung von Elektrofahrzeugen. Klassische, klar getrennte Business Units mit eigenständiger Ergebnisverantwortung sind nach öffentlich zugänglichen Informationen nicht in dem Umfang etabliert, wie sie bei großen Automobilkonzernen üblich sind. Operativ lassen sich funktionale Schwerpunkte unterscheiden:
  • Fahrzeugentwicklung und Engineering, inklusive Plattformarchitektur, Antrieb, Software und Sicherheitskonzepten
  • Fertigungsentwicklung und Microfactory-Konzept, das Planung, Automatisierung und Produktionsprozesse umfasst
  • Geschäftsentwicklung und Flottenkundenakquise, mit Fokus auf Logistik-, E-Commerce- und ÖPNV-Betreiber
  • Corporate Functions, insbesondere Finanzierung, Investor Relations, Compliance und strategische Partnerschaften
Diese Struktur ist technologie- und projektorientiert und weniger in klassische Marken- oder Regionenbereiche gegliedert. Aufgrund der umfangreichen Restrukturierungen in den vergangenen Jahren ist von einer deutlich verschlankten, auf sehr wenige Kernprojekte fokussierten Organisationsform auszugehen, die stark von laufenden Finanzierungs- und Strategieentscheidungen beeinflusst wird.

Alleinstellungsmerkmale und technologische Positionierung

Ein zentrales, ursprünglich angestrebtes Alleinstellungsmerkmal von Arrival war das Konzept der Microfactories. Dabei handelt es sich um relativ kleine, hochautomatisierte Fertigungseinheiten, die mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz in bestehenden Immobilien oder Industrieflächen installiert werden sollten. Ziel war, die Produktionskapazität flexibler zu skalieren, näher am Kunden zu produzieren und das Länderrisiko über mehrere Standorte zu streuen. Hinzu kam eine eigenentwickelte, modulare Fahrzeugarchitektur mit Fokus auf elektrische Antriebe für Nutzfahrzeuge. Arrival betonte die Integration von Software, Leichtbau-Strukturkomponenten und einem digitalen Engineering-Ansatz, der Entwicklungszyklen verkürzen sollte. Im Vergleich zu etablierten OEMs verstand sich Arrival als technologiegetriebenes Unternehmen mit Start-up-DNA, das starre Strukturen vermeiden und über agile Entwicklungsprozesse Wettbewerbsvorteile generieren wollte. In der Praxis blieb die großflächige Umsetzung des Microfactory-Modells und der Serienproduktion jedoch deutlich hinter den ursprünglichen Zielen zurück. Vor dem Hintergrund der stark reduzierten Investitionspläne ist offen, in welchem Umfang Microfactories und die ursprünglich geplanten Plattformkonzepte künftig tatsächlich realisiert und als Differenzierungsmerkmal etabliert werden können.

Burggräben und potenzielle Moats

Die nachhaltigen Burggräben von Arrival sind derzeit eher potenzieller als gesicherter Natur. Theoretisch könnten sich folgende Moats entwickeln:
  • Technologischer Moat durch proprietäre Fahrzeugplattform, Software-Stack und speziell angepasste Fertigungstechnologie
  • Skaleneffekte in Microfactories, falls das modulare Produktionsmodell in mehreren Märkten replizierbar ist und hohe Auslastung erreicht
  • Kundenbindung bei großen Flottenbetreibern, sofern Gesamtbetriebskosten, Zuverlässigkeit und Servicequalität langfristig überzeugen
  • Daten- und Softwarevorsprung, falls Telematik- und Flottenlösungen breit eingesetzt werden und Mehrwert für Betrieb und Wartung liefern
Aktuell befinden sich diese möglichen Burggräben in einem sehr frühen Stadium. Im Gegensatz zu etablierten OEMs verfügt Arrival nicht über jahrzehntelange Markenstärke, ein dichtes Servicenetz oder eine historisch gewachsene Lieferantenbasis als natürlichen Schutzwall. Zusätzlich erschweren die finanziellen und operativen Herausforderungen der letzten Jahre den Aufbau nachhaltiger Wettbewerbsvorteile. Der mögliche Moat von Arrival ist daher bislang nicht ausgebildet und hängt stark davon ab, ob es gelingt, Technologie und Produktionskonzepte zu stabilisieren und in eine belastbare Serienfertigung zu überführen.

Wettbewerbsumfeld

Arrival agiert in einem hochkompetitiven Marktsegment, in dem globale Automobilkonzerne, spezialisierte Nutzfahrzeughersteller und neue Elektrofahrzeug-Start-ups um Marktanteile konkurrieren. Zu den relevanten Wettbewerbern im Bereich elektrische Liefertransporter und Busse zählen unter anderem:
  • Traditionelle Nutzfahrzeughersteller mit E-Programmen wie Daimler Truck, Volvo Group, MAN und Iveco
  • Elektrifizierungsspezialisten und EV-Start-ups wie Rivian (Flottenvans), Canoo, Nikola (teilweise im Truck-Segment) und andere
  • Chinesische Anbieter von E-Bussen und E-Nutzfahrzeugen, die durch Kostenvorteile und staatliche Unterstützung Druck auf Margen ausüben
Der Wettbewerb erfolgt nicht nur über Anschaffungspreis und Technologie, sondern verstärkt über Gesamtbetriebskosten, Ladeinfrastruktur, Servicequalität und Lieferzuverlässigkeit. Arrival muss sich in diesem Kontext als verlässlicher Lieferant mit belastbaren Produkten etablieren. Die Kapitalstärke vieler Wettbewerber, deren Zugang zu etablierten Vertriebskanälen und deren erfahrene Industrialisierungsprozesse erhöhen den Markteintrittsdruck für Arrival deutlich. Die eigenen finanziellen Restriktionen und Verzögerungen bei der Industrialisierung schränken die Fähigkeit von Arrival ein, auf diesen Wettbewerbsdruck mit skalierter Produktion und breiter Marktpräsenz zu reagieren.

Management und Unternehmensstrategie

Das Management von Arrival ist technologieorientiert geprägt und verfügt über Erfahrung in Software, Automobiltechnik und Unternehmensaufbau. In den vergangenen Jahren kam es jedoch zu mehrfachen Veränderungen in der Führungsebene und zu wiederholten strategischen Anpassungen. Strategisch setzt das Führungsteam nach außen kommuniziert auf eine stärkere Fokussierung, um Kapitaleffizienz und Umsetzungskraft zu erhöhen. Dies umfasst:
  • Priorisierung weniger Kernprodukte mit klarem Produkt-Markt-Fit
  • Reduktion von Komplexität in der Fertigungs- und Lieferkette
  • Konsequente Kostenkontrolle und Anpassung der Strukturkosten an das tatsächlich realisierbare Produktionsvolumen
  • Aufbau und Vertiefung strategischer Partnerschaften mit ausgewählten Flottenkunden und Industriepartnern, soweit dies finanzierbar und operativ umsetzbar ist
Für konservative Anleger ist die Governance-Qualität des Managements ein entscheidender Faktor. Angesichts der hohen Volatilität im EV-Sektor, wiederholter strategischer Richtungswechsel, teilweiser Verfehlung früherer Zeitpläne und eines herausfordernden Kapitalmarktumfelds steht das Führungsteam unter besonderer Beobachtung. Die Fähigkeit, Projekte realistisch zu priorisieren, Kapitaldisziplin zu wahren und transparent mit Anlegern und Gläubigern zu kommunizieren, ist für die weitere Entwicklung zentral und wird durch die angespannte Lage zusätzlich belastet.

Branche, Marktumfeld und regionale Präsenz

Arrival ist Teil der globalen Elektromobilitäts- und Nutzfahrzeugindustrie, die durch Dekarbonisierung, Regulatorik und technologische Innovation tiefgreifend im Wandel ist. Europa, Großbritannien und Nordamerika zählen zu den Schlüsselmärkten, da dort CO₂-Regulierung, städtische Umweltzonen und Förderprogramme die Nachfrage nach elektrischen Nutzfahrzeugen anregen. Die Branche ist jedoch zyklisch und abhängig von der Investitionsbereitschaft der Flottenbetreiber, Energiepreisen und der Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur. Regionale Unterschiede in Förderregimen und Genehmigungsprozessen führen zu heterogenen Absatzchancen. Arrival positionierte sich mit seiner Microfactory-Strategie so, dass Fertigung theoretisch näher an die wichtigsten Absatzregionen verlagert werden kann. Durch Standortschließungen, Kostensenkungsprogramme und die starke Reduktion von Investitionen ist die tatsächliche regionale Präsenz im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen jedoch deutlich eingeschränkt. Gleichzeitig ist das Unternehmen den typischen Risiken der EV-Branche ausgesetzt: hoher Kapitalbedarf, Preis- und Innovationsdruck, unsichere Restwerte und technologischer Wandel etwa bei Batterietechnologien, die Arrival mit begrenzten Ressourcen bewältigen muss.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Arrival wurde in den 2010er-Jahren gegründet, mit dem Ziel, eine neue Generation elektrischer Nutzfahrzeuge und ein alternatives Produktionsmodell zu etablieren. Das Unternehmen gewann früh Aufmerksamkeit durch strategische Kooperationen und Pilotprojekte mit großen Logistik- und Mobilitätsanbietern. Im Zuge des Booms an Elektromobilitäts- und Technologie-IPOs ging Arrival über eine Zweckgesellschaft an die Börse und wurde anfangs mit erheblichen Wachstumsprämien bewertet. In der Folge sah sich das Unternehmen jedoch mit branchentypischen und unternehmensspezifischen Herausforderungen konfrontiert: Verzögerungen bei der Industrialisierung, steigende Kosten, Lieferkettenprobleme, operative Komplexität des Microfactory-Ansatzes sowie ein sich verschlechterndes Kapitalmarktumfeld für wachstumsstarke, aber verlustschreibende EV-Start-ups. Diese Faktoren führten zu tiefgreifenden Umstrukturierungen, Standortschließungen, Reduktionen der Belegschaft, strategischen Neuausrichtungen und einer deutlichen Neubewertung der Geschäftsaussichten durch den Markt. Heute befindet sich Arrival in einer Phase, in der die ursprüngliche Vision in deutlich reduziertem Umfang und unter strikter Berücksichtigung von Finanzierungs- und Marktrealitäten neu bewertet und gegebenenfalls angepasst wird.

Sonstige Besonderheiten

Eine Besonderheit von Arrival ist der starke Fokus auf digitale Entwicklungstools und automatisierte Fertigung, die auf eine weitgehende Virtualisierung von Design- und Produktionsprozessen abzielen. Dieser Ansatz unterscheidet sich von traditionellen OEMs, die oft auf bestehende Werke und etablierte Prozessketten zurückgreifen. Hinzu kommt die internationale Struktur mit rechtlichem Sitz in einer Offshore-Jurisdiktion und operativen Schwerpunkten, die im Zeitverlauf mehrfach angepasst und teilweise zurückgebaut wurden. Für Anleger ergibt sich daraus ein komplexes Gefüge von regulatorischen Rahmenbedingungen, Corporate-Governance-Fragen und Berichtspflichten. Darüber hinaus ist die hohe Abhängigkeit von zuliefernden Batterie- und Elektronikherstellern charakteristisch, da selbst vertikal integrierte EV-Unternehmen nicht alle Komponenten selbst fertigen. Arrival operiert somit in einem Netzwerk aus Partnern, Lieferanten und politischen Rahmenbedingungen, das Agilität erfordert, aber auch zusätzliche Abhängigkeiten schafft. Die jüngsten Restrukturierungen und Standortanpassungen erhöhen zudem die Bedeutung einer klaren Kommunikation über verbleibende Entwicklungs- und Fertigungsstandorte.

Chancen aus Investorensicht

Für langfristig orientierte, risikobewusste Anleger ergeben sich bei Arrival im Wesentlichen optionale Chancen, sofern es dem Unternehmen gelingt, wesentliche operative und finanzielle Meilensteine zu erreichen. Mögliche Treiber sind:
  • Etablierung eines skalierbaren und reproduzierbaren Produktionsmodells, das die ursprünglichen Effizienzversprechen zumindest teilweise einlöst
  • Erfolgreiche Umsetzung von Projekten mit Flottenkunden, die als Referenzen für weitere Märkte dienen können
  • Partizipation am strukturellen Wachstum der Elektromobilität im Nutzfahrzeugbereich und an regulatorisch getriebener Nachfrage, falls Arrival eine belastbare Marktpräsenz aufbauen kann
  • Potenzielle Ausweitung des Geschäftsmodells auf zusätzliche Fahrzeugsegmente oder datengetriebene Services, sobald eine ausreichende Fahrzeugbasis im Feld steht
  • Mögliche strategische Kooperationen, Transaktionen oder Beteiligungen durch größere Industrie- oder Finanzpartner, die Kapital, Know-how und Vertriebsnetz einbringen könnten
Gelingt es Arrival, technologische Stärken und vorhandene Entwicklungsarbeit in verlässliche Serienproduktion, belastbare Kundenbeziehungen und eine stabile Finanzierung zu überführen, könnte sich ein signifikanter Hebel auf die Unternehmensbewertung ergeben. Angesichts der bisherigen operativen Verzögerungen, der reduzierten Ressourcen und der unsicheren Marktlage bleiben diese Perspektiven jedoch hochgradig unsicher und stark von externen und internen Faktoren abhängig.

Risiken und Vorbehalte für konservative Anleger

Dem gegenüber stehen substanzielle Risiken, die konservative Anleger besonders sorgfältig gewichten sollten. Zu den zentralen Risikofaktoren gehören:
  • Geschäftsmodellrisiko: Arrival befindet sich in einem frühen beziehungsweise nur teilweise realisierten Kommerzialisierungsstadium mit begrenztem Nachweis nachhaltiger Serienproduktion und Profitabilität. Teile des ursprünglichen Geschäftsmodells wurden angesichts der Restrukturierungen in Frage gestellt oder reduziert.
  • Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko: Die Branche ist kapitalintensiv, und EV-Start-ups sind auf kontinuierlichen Zugang zu Eigen- und Fremdkapital angewiesen. Verschlechterte Marktbedingungen und die bisherige Kursentwicklung erschweren Kapitalaufnahmen und können zu Verwässerungen, Restrukturierungen oder weiteren einschneidenden Maßnahmen führen.
  • Technologie- und Ausführungsrisiko: Verzögerungen bei Entwicklung, Zertifizierung oder Industrialisierung können Zeitpläne und Kostenpläne unter Druck setzen, insbesondere bei neuartigen Fertigungskonzepten. Die bisherige Umsetzung des Microfactory-Ansatzes hinter den ursprünglichen Erwartungen verdeutlicht diese Risiken.
  • Wettbewerbsdruck: Starke, kapitalstarke Wettbewerber mit etabliertem Servicenetz und Markenbekanntheit könnten Preisdruck ausüben und Marktanteile beanspruchen. Die eigene, begrenzte Produktionsbasis erschwert eine schnelle Skalierung im Wettbewerb.
  • Regulatorische und regionale Risiken: Änderungen bei Förderprogrammen, Emissionsvorschriften oder Handelsbedingungen in den Kernmärkten können Nachfrage und Standortentscheidungen beeinflussen. Eine Konzentration auf wenige Märkte erhöht die Anfälligkeit gegenüber regulatorischen Änderungen.
  • Corporate-Governance- und Transparenzrisiko: Die komplexe Struktur, die dynamische Unternehmensentwicklung, personelle Veränderungen im Management und die hohe Abhängigkeit von strategischen Entscheidungen erfordern erhöhte Aufmerksamkeit für Berichterstattung, Compliance und Kontrollmechanismen.
Unter dem Blickwinkel eines konservativen Investmentansatzes erscheint Arrival daher als hochriskante, spekulative Beteiligung mit binärem Charakter, deren Wert stark von wenigen Schlüsselentscheidungen, der Sicherung ausreichender Finanzierung und dem erfolgreichen Übergang von der Entwicklungs- in eine nachhaltige Betriebsphase abhängt.

Kursdaten

Geld/Brief -   / -  
Spread -
Schluss Vortag 0,0001 $
Gehandelte Stücke 125
Tagesvolumen Vortag 0,12 $
Tagestief 0,0001 $
Tageshoch 0,0001 $
52W-Tief 0,000001 $
52W-Hoch 0,2498 $
Jahrestief 0,000001 $
Jahreshoch 0,2498 $

Arrival Group Aktie: Fundamentale Kennzahlen (2025)

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Gewinnrendite -
Umsatzrendite -
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Marktkapitalisierung in Mio. -
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KBV (Kurs/Buchwert) -
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Zeitraum Kurs %
1 Woche 0,0001 $ 0,00%
1 Monat 0,000001 $ +9.900,00%
6 Monate 0,0001 $ 0,00%
1 Jahr 0,0001 $ 0,00%
5 Jahre - -

Unternehmensprofil Arrival Group

Arrival Group Ltd ist ein auf Elektromobilität fokussiertes Unternehmen mit rechtlichem Sitz auf Bermuda, das ursprünglich die Entwicklung von leichten, batterieelektrischen Nutzfahrzeugen verfolgte. Das Unternehmen plante modulare, batterieelektrische Transporter und Busse für den urbanen Liefer- und Personennahverkehr und verstand sich als Technologieplattform, die Fahrzeugarchitektur, Software und Produktionstechnologie vertikal integriert. Zentrales Element der früheren Strategie war die kosteneffiziente Serienfertigung in sogenannten Microfactories und die Belieferung großer Flottenkunden im Logistik- und Kommunalbereich. In den vergangenen Jahren kam es jedoch zu erheblichen operativen und finanziellen Schwierigkeiten. Die Umsetzung der ursprünglichen Fahrzeugprogramme und des Microfactory-Konzepts wurde stark zurückgefahren, Standorte wurden geschlossen und Belegschaft sowie Investitionspläne deutlich reduziert. Arrival befindet sich in einer tiefgreifenden Restrukturierungs- und Unsicherheitsphase, in der die künftige operative Ausrichtung und Tragfähigkeit des Geschäftsmodells erheblich von der weiteren Finanzierung und strategischen Neupositionierung abhängen.

Geschäftsmodell und Wertschöpfung

Das angestrebte Geschäftsmodell von Arrival beruhte auf der Entwicklung, Industrialisierung und dem geplanten Vertrieb von elektrischen Nutzfahrzeugen auf einer gemeinsamen, skalierbaren Plattform. Kernidee war, wesentliche Komponenten selbst zu entwickeln und in einer flexiblen Produktionsarchitektur zu fertigen, statt auf klassische, stark zentralisierte Automobilwerke zu setzen. Arrival adressierte primär Flottenbetreiber, Paketdienstleister, E-Commerce-Logistiker, städtische Verkehrsbetriebe und andere professionelle Anwender, die ihre CO₂-Bilanz verbessern und Betriebskosten senken wollen. Langfristige Erlösquellen sollten aus dem Verkauf von Fahrzeugen, flankierenden digitalen Services, Software-Updates und gegebenenfalls Wartungs- und Flottenmanagementlösungen stammen. Die Wertschöpfungskette integrierte Design, Engineering, Softwareentwicklung, Batterie- und Thermomanagement-Integration sowie Fertigungsplanung. Zulieferer sollten vor allem für Rohmaterialien, Standardkomponenten und Zellen eingebunden werden, während Arrival Schlüsseltechnologien proprietär halten wollte, um Margenpotenzial und Differenzierung zu sichern. Aufgrund der massiv reduzierten Investitions- und Produktionspläne sowie der Unsicherheit über die zukünftige Produkt- und Fertigungsstrategie ist das ursprüngliche Zielbild der Wertschöpfung derzeit jedoch nur eingeschränkt realisiert und steht unter Vorbehalt.

Mission und strategische Ausrichtung

Die Mission von Arrival besteht weiterhin darin, den Übergang zu emissionsarmer Stadtlogistik und urbaner Mobilität durch wirtschaftlich tragfähige elektrische Nutzfahrzeuge zu unterstützen. Das Unternehmen wollte Lösungen anbieten, die die Total Cost of Ownership für Flottenkunden reduzieren und gleichzeitig Umweltauflagen erfüllen. Strategisch setzte Arrival ursprünglich auf drei Pfeiler: die konsequente Elektrifizierung von Liefer- und Transportprozessen im urbanen Umfeld, die Nutzung einer skalierbaren Technologieplattform über mehrere Fahrzeugsegmente hinweg und eine schlanke, datengetriebene Fertigung mit Microfactories nahe bei den Kunden. Infolge der finanziellen und operativen Probleme liegt der Fokus inzwischen stärker auf dem Erhalt der Handlungsfähigkeit, der Priorisierung weniger, potenziell tragfähiger Projekte und der Sicherung von Finanzierungsmöglichkeiten. Strategische Optionen, einschließlich der Anpassung oder Aufgabe einzelner Fahrzeugprogramme und der Suche nach Partnern oder Investoren, spielen eine wesentlich größere Rolle als in der ursprünglichen Wachstumsphase.

Produkte und Dienstleistungen

Arrival konzentrierte sich in seiner ursprünglichen Planung auf batterieelektrische Nutzfahrzeuge, deren Plattform auf modularen Komponenten, integrierter Software und Leichtbaumaterialien basierte. Zu den Kernprodukten zählten nach Unternehmensangaben insbesondere:
  • Elektrische Liefertransporter (Electric Vans) für die letzte Meile, ausgelegt auf hohe Nutzlast, urbanen Einsatz und optimierte Betriebskosten
  • Elektrische Busse für den öffentlichen Personennahverkehr, mit Fokus auf niedrige Emissionen, reduzierte Wartung und flexible Konfiguration
Daneben arbeitete Arrival an digitalen Lösungen, etwa an fahrzeugnaher Software, Telematik und Over-the-Air-Update-Funktionen. Diese sollten Flottenmanagement, Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung unterstützen. Dienstleistungen wie Service, Wartung und Schulungen waren in Kooperation mit Partnern und lokalen Netzwerken vorgesehen, um die Kapitallast des eigenen Serviceaufbaus zu begrenzen. Aufgrund der wiederholten Restrukturierungen, Verzögerungen und Kapitalknappheit sind wesentliche Teile dieser Produkt- und Servicepipeline noch nicht in eine breite kommerzielle Phase übergegangen. Die Zahl der tatsächlich im Feld befindlichen Fahrzeuge ist begrenzt, und das Dienstleistungsangebot befindet sich weiterhin in einem frühen, von der weiteren strategischen Entwicklung abhängigen Stadium.

Business Units und operative Struktur

Arrival berichtet seine Aktivitäten im Wesentlichen als integriertes Geschäft mit Schwerpunkt auf der Entwicklung und Industrialisierung von Elektrofahrzeugen. Klassische, klar getrennte Business Units mit eigenständiger Ergebnisverantwortung sind nach öffentlich zugänglichen Informationen nicht in dem Umfang etabliert, wie sie bei großen Automobilkonzernen üblich sind. Operativ lassen sich funktionale Schwerpunkte unterscheiden:
  • Fahrzeugentwicklung und Engineering, inklusive Plattformarchitektur, Antrieb, Software und Sicherheitskonzepten
  • Fertigungsentwicklung und Microfactory-Konzept, das Planung, Automatisierung und Produktionsprozesse umfasst
  • Geschäftsentwicklung und Flottenkundenakquise, mit Fokus auf Logistik-, E-Commerce- und ÖPNV-Betreiber
  • Corporate Functions, insbesondere Finanzierung, Investor Relations, Compliance und strategische Partnerschaften
Diese Struktur ist technologie- und projektorientiert und weniger in klassische Marken- oder Regionenbereiche gegliedert. Aufgrund der umfangreichen Restrukturierungen in den vergangenen Jahren ist von einer deutlich verschlankten, auf sehr wenige Kernprojekte fokussierten Organisationsform auszugehen, die stark von laufenden Finanzierungs- und Strategieentscheidungen beeinflusst wird.

Alleinstellungsmerkmale und technologische Positionierung

Ein zentrales, ursprünglich angestrebtes Alleinstellungsmerkmal von Arrival war das Konzept der Microfactories. Dabei handelt es sich um relativ kleine, hochautomatisierte Fertigungseinheiten, die mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz in bestehenden Immobilien oder Industrieflächen installiert werden sollten. Ziel war, die Produktionskapazität flexibler zu skalieren, näher am Kunden zu produzieren und das Länderrisiko über mehrere Standorte zu streuen. Hinzu kam eine eigenentwickelte, modulare Fahrzeugarchitektur mit Fokus auf elektrische Antriebe für Nutzfahrzeuge. Arrival betonte die Integration von Software, Leichtbau-Strukturkomponenten und einem digitalen Engineering-Ansatz, der Entwicklungszyklen verkürzen sollte. Im Vergleich zu etablierten OEMs verstand sich Arrival als technologiegetriebenes Unternehmen mit Start-up-DNA, das starre Strukturen vermeiden und über agile Entwicklungsprozesse Wettbewerbsvorteile generieren wollte. In der Praxis blieb die großflächige Umsetzung des Microfactory-Modells und der Serienproduktion jedoch deutlich hinter den ursprünglichen Zielen zurück. Vor dem Hintergrund der stark reduzierten Investitionspläne ist offen, in welchem Umfang Microfactories und die ursprünglich geplanten Plattformkonzepte künftig tatsächlich realisiert und als Differenzierungsmerkmal etabliert werden können.

Burggräben und potenzielle Moats

Die nachhaltigen Burggräben von Arrival sind derzeit eher potenzieller als gesicherter Natur. Theoretisch könnten sich folgende Moats entwickeln:
  • Technologischer Moat durch proprietäre Fahrzeugplattform, Software-Stack und speziell angepasste Fertigungstechnologie
  • Skaleneffekte in Microfactories, falls das modulare Produktionsmodell in mehreren Märkten replizierbar ist und hohe Auslastung erreicht
  • Kundenbindung bei großen Flottenbetreibern, sofern Gesamtbetriebskosten, Zuverlässigkeit und Servicequalität langfristig überzeugen
  • Daten- und Softwarevorsprung, falls Telematik- und Flottenlösungen breit eingesetzt werden und Mehrwert für Betrieb und Wartung liefern
Aktuell befinden sich diese möglichen Burggräben in einem sehr frühen Stadium. Im Gegensatz zu etablierten OEMs verfügt Arrival nicht über jahrzehntelange Markenstärke, ein dichtes Servicenetz oder eine historisch gewachsene Lieferantenbasis als natürlichen Schutzwall. Zusätzlich erschweren die finanziellen und operativen Herausforderungen der letzten Jahre den Aufbau nachhaltiger Wettbewerbsvorteile. Der mögliche Moat von Arrival ist daher bislang nicht ausgebildet und hängt stark davon ab, ob es gelingt, Technologie und Produktionskonzepte zu stabilisieren und in eine belastbare Serienfertigung zu überführen.

Wettbewerbsumfeld

Arrival agiert in einem hochkompetitiven Marktsegment, in dem globale Automobilkonzerne, spezialisierte Nutzfahrzeughersteller und neue Elektrofahrzeug-Start-ups um Marktanteile konkurrieren. Zu den relevanten Wettbewerbern im Bereich elektrische Liefertransporter und Busse zählen unter anderem:
  • Traditionelle Nutzfahrzeughersteller mit E-Programmen wie Daimler Truck, Volvo Group, MAN und Iveco
  • Elektrifizierungsspezialisten und EV-Start-ups wie Rivian (Flottenvans), Canoo, Nikola (teilweise im Truck-Segment) und andere
  • Chinesische Anbieter von E-Bussen und E-Nutzfahrzeugen, die durch Kostenvorteile und staatliche Unterstützung Druck auf Margen ausüben
Der Wettbewerb erfolgt nicht nur über Anschaffungspreis und Technologie, sondern verstärkt über Gesamtbetriebskosten, Ladeinfrastruktur, Servicequalität und Lieferzuverlässigkeit. Arrival muss sich in diesem Kontext als verlässlicher Lieferant mit belastbaren Produkten etablieren. Die Kapitalstärke vieler Wettbewerber, deren Zugang zu etablierten Vertriebskanälen und deren erfahrene Industrialisierungsprozesse erhöhen den Markteintrittsdruck für Arrival deutlich. Die eigenen finanziellen Restriktionen und Verzögerungen bei der Industrialisierung schränken die Fähigkeit von Arrival ein, auf diesen Wettbewerbsdruck mit skalierter Produktion und breiter Marktpräsenz zu reagieren.

Management und Unternehmensstrategie

Das Management von Arrival ist technologieorientiert geprägt und verfügt über Erfahrung in Software, Automobiltechnik und Unternehmensaufbau. In den vergangenen Jahren kam es jedoch zu mehrfachen Veränderungen in der Führungsebene und zu wiederholten strategischen Anpassungen. Strategisch setzt das Führungsteam nach außen kommuniziert auf eine stärkere Fokussierung, um Kapitaleffizienz und Umsetzungskraft zu erhöhen. Dies umfasst:
  • Priorisierung weniger Kernprodukte mit klarem Produkt-Markt-Fit
  • Reduktion von Komplexität in der Fertigungs- und Lieferkette
  • Konsequente Kostenkontrolle und Anpassung der Strukturkosten an das tatsächlich realisierbare Produktionsvolumen
  • Aufbau und Vertiefung strategischer Partnerschaften mit ausgewählten Flottenkunden und Industriepartnern, soweit dies finanzierbar und operativ umsetzbar ist
Für konservative Anleger ist die Governance-Qualität des Managements ein entscheidender Faktor. Angesichts der hohen Volatilität im EV-Sektor, wiederholter strategischer Richtungswechsel, teilweiser Verfehlung früherer Zeitpläne und eines herausfordernden Kapitalmarktumfelds steht das Führungsteam unter besonderer Beobachtung. Die Fähigkeit, Projekte realistisch zu priorisieren, Kapitaldisziplin zu wahren und transparent mit Anlegern und Gläubigern zu kommunizieren, ist für die weitere Entwicklung zentral und wird durch die angespannte Lage zusätzlich belastet.

Branche, Marktumfeld und regionale Präsenz

Arrival ist Teil der globalen Elektromobilitäts- und Nutzfahrzeugindustrie, die durch Dekarbonisierung, Regulatorik und technologische Innovation tiefgreifend im Wandel ist. Europa, Großbritannien und Nordamerika zählen zu den Schlüsselmärkten, da dort CO₂-Regulierung, städtische Umweltzonen und Förderprogramme die Nachfrage nach elektrischen Nutzfahrzeugen anregen. Die Branche ist jedoch zyklisch und abhängig von der Investitionsbereitschaft der Flottenbetreiber, Energiepreisen und der Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur. Regionale Unterschiede in Förderregimen und Genehmigungsprozessen führen zu heterogenen Absatzchancen. Arrival positionierte sich mit seiner Microfactory-Strategie so, dass Fertigung theoretisch näher an die wichtigsten Absatzregionen verlagert werden kann. Durch Standortschließungen, Kostensenkungsprogramme und die starke Reduktion von Investitionen ist die tatsächliche regionale Präsenz im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen jedoch deutlich eingeschränkt. Gleichzeitig ist das Unternehmen den typischen Risiken der EV-Branche ausgesetzt: hoher Kapitalbedarf, Preis- und Innovationsdruck, unsichere Restwerte und technologischer Wandel etwa bei Batterietechnologien, die Arrival mit begrenzten Ressourcen bewältigen muss.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Arrival wurde in den 2010er-Jahren gegründet, mit dem Ziel, eine neue Generation elektrischer Nutzfahrzeuge und ein alternatives Produktionsmodell zu etablieren. Das Unternehmen gewann früh Aufmerksamkeit durch strategische Kooperationen und Pilotprojekte mit großen Logistik- und Mobilitätsanbietern. Im Zuge des Booms an Elektromobilitäts- und Technologie-IPOs ging Arrival über eine Zweckgesellschaft an die Börse und wurde anfangs mit erheblichen Wachstumsprämien bewertet. In der Folge sah sich das Unternehmen jedoch mit branchentypischen und unternehmensspezifischen Herausforderungen konfrontiert: Verzögerungen bei der Industrialisierung, steigende Kosten, Lieferkettenprobleme, operative Komplexität des Microfactory-Ansatzes sowie ein sich verschlechterndes Kapitalmarktumfeld für wachstumsstarke, aber verlustschreibende EV-Start-ups. Diese Faktoren führten zu tiefgreifenden Umstrukturierungen, Standortschließungen, Reduktionen der Belegschaft, strategischen Neuausrichtungen und einer deutlichen Neubewertung der Geschäftsaussichten durch den Markt. Heute befindet sich Arrival in einer Phase, in der die ursprüngliche Vision in deutlich reduziertem Umfang und unter strikter Berücksichtigung von Finanzierungs- und Marktrealitäten neu bewertet und gegebenenfalls angepasst wird.

Sonstige Besonderheiten

Eine Besonderheit von Arrival ist der starke Fokus auf digitale Entwicklungstools und automatisierte Fertigung, die auf eine weitgehende Virtualisierung von Design- und Produktionsprozessen abzielen. Dieser Ansatz unterscheidet sich von traditionellen OEMs, die oft auf bestehende Werke und etablierte Prozessketten zurückgreifen. Hinzu kommt die internationale Struktur mit rechtlichem Sitz in einer Offshore-Jurisdiktion und operativen Schwerpunkten, die im Zeitverlauf mehrfach angepasst und teilweise zurückgebaut wurden. Für Anleger ergibt sich daraus ein komplexes Gefüge von regulatorischen Rahmenbedingungen, Corporate-Governance-Fragen und Berichtspflichten. Darüber hinaus ist die hohe Abhängigkeit von zuliefernden Batterie- und Elektronikherstellern charakteristisch, da selbst vertikal integrierte EV-Unternehmen nicht alle Komponenten selbst fertigen. Arrival operiert somit in einem Netzwerk aus Partnern, Lieferanten und politischen Rahmenbedingungen, das Agilität erfordert, aber auch zusätzliche Abhängigkeiten schafft. Die jüngsten Restrukturierungen und Standortanpassungen erhöhen zudem die Bedeutung einer klaren Kommunikation über verbleibende Entwicklungs- und Fertigungsstandorte.

Chancen aus Investorensicht

Für langfristig orientierte, risikobewusste Anleger ergeben sich bei Arrival im Wesentlichen optionale Chancen, sofern es dem Unternehmen gelingt, wesentliche operative und finanzielle Meilensteine zu erreichen. Mögliche Treiber sind:
  • Etablierung eines skalierbaren und reproduzierbaren Produktionsmodells, das die ursprünglichen Effizienzversprechen zumindest teilweise einlöst
  • Erfolgreiche Umsetzung von Projekten mit Flottenkunden, die als Referenzen für weitere Märkte dienen können
  • Partizipation am strukturellen Wachstum der Elektromobilität im Nutzfahrzeugbereich und an regulatorisch getriebener Nachfrage, falls Arrival eine belastbare Marktpräsenz aufbauen kann
  • Potenzielle Ausweitung des Geschäftsmodells auf zusätzliche Fahrzeugsegmente oder datengetriebene Services, sobald eine ausreichende Fahrzeugbasis im Feld steht
  • Mögliche strategische Kooperationen, Transaktionen oder Beteiligungen durch größere Industrie- oder Finanzpartner, die Kapital, Know-how und Vertriebsnetz einbringen könnten
Gelingt es Arrival, technologische Stärken und vorhandene Entwicklungsarbeit in verlässliche Serienproduktion, belastbare Kundenbeziehungen und eine stabile Finanzierung zu überführen, könnte sich ein signifikanter Hebel auf die Unternehmensbewertung ergeben. Angesichts der bisherigen operativen Verzögerungen, der reduzierten Ressourcen und der unsicheren Marktlage bleiben diese Perspektiven jedoch hochgradig unsicher und stark von externen und internen Faktoren abhängig.

Risiken und Vorbehalte für konservative Anleger

Dem gegenüber stehen substanzielle Risiken, die konservative Anleger besonders sorgfältig gewichten sollten. Zu den zentralen Risikofaktoren gehören:
  • Geschäftsmodellrisiko: Arrival befindet sich in einem frühen beziehungsweise nur teilweise realisierten Kommerzialisierungsstadium mit begrenztem Nachweis nachhaltiger Serienproduktion und Profitabilität. Teile des ursprünglichen Geschäftsmodells wurden angesichts der Restrukturierungen in Frage gestellt oder reduziert.
  • Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko: Die Branche ist kapitalintensiv, und EV-Start-ups sind auf kontinuierlichen Zugang zu Eigen- und Fremdkapital angewiesen. Verschlechterte Marktbedingungen und die bisherige Kursentwicklung erschweren Kapitalaufnahmen und können zu Verwässerungen, Restrukturierungen oder weiteren einschneidenden Maßnahmen führen.
  • Technologie- und Ausführungsrisiko: Verzögerungen bei Entwicklung, Zertifizierung oder Industrialisierung können Zeitpläne und Kostenpläne unter Druck setzen, insbesondere bei neuartigen Fertigungskonzepten. Die bisherige Umsetzung des Microfactory-Ansatzes hinter den ursprünglichen Erwartungen verdeutlicht diese Risiken.
  • Wettbewerbsdruck: Starke, kapitalstarke Wettbewerber mit etabliertem Servicenetz und Markenbekanntheit könnten Preisdruck ausüben und Marktanteile beanspruchen. Die eigene, begrenzte Produktionsbasis erschwert eine schnelle Skalierung im Wettbewerb.
  • Regulatorische und regionale Risiken: Änderungen bei Förderprogrammen, Emissionsvorschriften oder Handelsbedingungen in den Kernmärkten können Nachfrage und Standortentscheidungen beeinflussen. Eine Konzentration auf wenige Märkte erhöht die Anfälligkeit gegenüber regulatorischen Änderungen.
  • Corporate-Governance- und Transparenzrisiko: Die komplexe Struktur, die dynamische Unternehmensentwicklung, personelle Veränderungen im Management und die hohe Abhängigkeit von strategischen Entscheidungen erfordern erhöhte Aufmerksamkeit für Berichterstattung, Compliance und Kontrollmechanismen.
Unter dem Blickwinkel eines konservativen Investmentansatzes erscheint Arrival daher als hochriskante, spekulative Beteiligung mit binärem Charakter, deren Wert stark von wenigen Schlüsselentscheidungen, der Sicherung ausreichender Finanzierung und dem erfolgreichen Übergang von der Entwicklungs- in eine nachhaltige Betriebsphase abhängt.
Stand: Mai 2026
Hinweis

Arrival Group Prognose 2026: Einstufung & Empfehlung von Analysten

Arrival Group Kursziel 2026

  • Die Arrival Group Kurs Performance für 2026 liegt bei 0,00%.

Stammdaten

Marktkapitalisierung 1,58 Tsd. €
Aktienanzahl 18,38 Mio.
Streubesitz 100,00%
Währung EUR
Land Luxemburg
Sektor zyklischer Konsum
Branche Kraftfahrzeuge
Aktientyp Stammaktie

Aktionärsstruktur

0,00% Weitere
+100,00% Streubesitz

Community-Beiträge zu Arrival Group

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mogge67
Noch zwei Artikel zum Thema
https://investorplace.com/2023/01/can-a-short-squeeze-save-the-day-for-arrival-arvl-stock/ https://investorplace.com/2023/01/5-investors-betting-big-on-arrival-arvl-stock/
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mogge67
Keine News
Es keine Neuigkeiten von dem Unternehmen. Vielmehr sieht es so aus, als ob das hohe Short-Interesse an der Aktie einen Short-Squeeze verursacht. https://www.fool.com/investing/2023/01/13/why-ev-maker-arrival-soared-as-much-as-74-today/
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johnnie11
Das geht aber ab hier
Gibt es News
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oli25
Einstieg
Bin heute mit einer kleinen Zockerposition in Arrival rein. Entgegen meiner eigentlichen Übergewichtung im EV-Bereich und dem guten Vorsatz nicht mehr in Start-Ups zu investieren. Ich habe vor ein paar Tagen durch Zufall eine Doku über Arrival gesehen. Ich muss gestehen, dass ich das Unternehmen bisher gar nicht kannte. Ich fand den Bericht und das Konzept hinter A2QSAV mega spannend. Microfactories für 50 Mio.$ statt Megafactorys für 1 Mrd. $. Geniales Baukasten-Prinzip. Nachhaltige Produktion je nach Bedarf vor Ort. Vollautomatisierte Bedarfsermittlung an Teilen und kurze Lieferketten. Nachhaltige, innovative Produktion, gutes Design.... Hat mich rundum überzeugt. Dazu eine MK, die in der Zwischenzeit unter 1 Mrd, $ gepurzelt ist. Im Peer-Groop Vergleich ein echtes Schnäppchen, wie ich finde. Ich wünsche den Gründern alles Glück dieser Welt und hoffe, dass sich das Prinzip durchsetzen wird. Allen Investierten wünsche ich gute Gewinne und mir wünsche ich die Ruhe hier 15 Jahre lang nicht auf den Kurs zu starren. Letzteres wird schwierig. So long.
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Häufig gestellte Fragen zur Arrival Group Aktie und zum Arrival Group Kurs

Der aktuelle Kurs der Arrival Group Aktie liegt bei 0,00009 €.

Für 1.000€ kann man sich 11.111.111 Arrival Group Aktien kaufen.

Das Tickersymbol der Arrival Group Aktie lautet ARVLF.

Die 1 Monats-Performance der Arrival Group Aktie beträgt aktuell 9.900,00%.

Das 52-Wochen-Hoch der Arrival Group Aktie liegt bei 0,25 $.

Das 52-Wochen-Tief der Arrival Group Aktie liegt bei 0,00 $.

Das Allzeithoch von Arrival Group liegt bei 0,85 $.

Das Allzeittief von Arrival Group liegt bei 0,00 $.

Die Volatilität der Arrival Group Aktie liegt derzeit bei 2.101,53%. Diese Kennzahl zeigt, wie stark der Kurs von Arrival Group in letzter Zeit schwankte.

Die Marktkapitalisierung beträgt 1,58 Tsd. €

Am 17.04.2023 gab es einen Split im Verhältnis 50:1.

Am 17.04.2023 gab es einen Split im Verhältnis 50:1.

Arrival Group hat seinen Hauptsitz in Luxemburg.

Arrival Group gehört zum Sektor Kraftfahrzeuge.

Nein, Arrival Group zahlt keine Dividenden.