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Öl: Blockierte Straße von Hormus belastet weiterhin Angebot und Markt

Straße von Hormus bleibt vorerst geschlossen

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Es herrscht weiterhin Unklarheit darüber, ob Tanker und Frachtschiffe die Straße von Hormus gefahrlos passieren können. Seit Inkrafttreten des brüchigen und bereits mehrfach verletzten Waffenstillstands in der Nacht zu Mittwoch ist dies offenbar nur wenigen Schiffen gelungen, was das Ausmaß des Misstrauens in die erzielte Abmachung widerspiegelt. Größere westliche Reedereien und Tankergesellschaften äußerten sich zurückhaltend und verlangen Sicherheitsgarantien. Laut Aussage des Vorstandsvorsitzenden eines dieser Unternehmen dürfte es mindestens 6-8 Wochen dauern, bis sich der Schiffsverkehr normalisiert hat. Das würde freilich voraussetzen, dass der Krieg nach dem Ende der Waffenruhe nicht wieder aufflammt. Laut dem auf die Verfolgung von Schiffsbewegungen spezialisierten Unternehmen Kpler waren unmittelbar vor dem Waffenstillstand 187 beladene Öltanker im Golf „gefangen“. In ihnen befindet sich eine Ladung von 172 Mio. Barrel Rohöl bzw. Ölprodukten. Das entspricht etwa der Menge, die vor der Blockade in 8-9 Tagen durch die Meerenge transportiert wurde. Der Iran verlangt, dass die Schiffe vor der Durchfahrt eine Genehmigung von der iranischen Marine einholen. Ansonsten droht ihnen der Beschuss. Zudem ist eine Maut von bis zu 2 Mio. USD pro Schiff im Gespräch, die der Iran einkassieren will. Die Internationale Schifffahrtsorganisation IMO warnte in diesem Zusammenhang vor einem gefährlichen Präzedenzfall. US-Präsident Trump hat den Iran davor gewarnt, eine Maut einzuführen. Bis die Straße von Hormus wieder sicher passierbar ist, dürfte wohl noch einiges an Zeit vergehen. Das spricht für höhere Ölpreise.

Reduzierte Produktions- und Durchleitungskapazitäten nach Angriffen in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien berichtet, dass durch Angriffe auf die Ölinfrastruktur die Produktionskapazitäten um 600 Tsd. Barrel pro Tag reduziert sind. Das spielt so lange keine Rolle, wie die Exporte durch die Straße von Hormus eingeschränkt sind. Aus diesem Grund musste Saudi-Arabien seine Ölproduktion reduzieren. Relevanter ist die Nachricht, dass auch die Durchleitungskapazität der East-West-Pipeline nach dem Drohnenangriff auf eine Pumpstation in dieser Woche um 700 Tsd. Barrel pro Tag reduziert ist. Über diese Pipeline leitet Saudi-Arabien seine Öllieferungen zum Exporthafen Yanbu am Roten Meer um. Dadurch konnte Saudi-Arabien im Gegensatz zu anderen Ländern in der Golfregion den Großteil seiner Ölexporte aufrechterhalten.

US-Energiebehörde erwartet keinen Anstieg der US-Rohölproduktion in diesem Jahr

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Die US-Energiebehörde hat in dieser Woche ihren Short-term Energy Outlook veröffentlicht, der allerdings vor der Waffenruhe erstellt wurde. Die EIA rechnet darin mit einem Anstieg der Produktionsausfälle in der Golfregion auf 9,1 Mio. Barrel pro Tag im April, wenn der Konflikt nicht über das Monatsende hinaus andauert und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zwar langsam wieder anläuft, das Vorkriegsniveau jedoch erst am Ende des Jahres wieder erreicht. In diesem Falle würden die Produktionsausfälle im Mai noch immer 6,7 Mio. Barrel pro Tag betragen und die Produktion erst Ende des Jahres das Vorkriegsniveau erreichen. Der Brentölpreis soll auf Basis dieser Annahmen im zweiten Quartal auf 115 USD je Barrel steigen und danach bis zum vierten Quartal auf 88 USD zurückgehen. Im zweiten Quartal soll es zu einem weltweiten Lagerabbau von 5,1 Mio. Barrel pro Tag kommen. Darin sind auch die angekündigten Freigaben aus den strategischen Reserven enthalten. Der Anstieg der weltweiten Ölnachfrage soll in diesem Jahr wegen der zu erwartenden Einsparungen vor allem in Asien nur noch 0,6 Mio. Barrel pro Tag betragen und damit halb so hoch ausfallen wie bislang erwartet. Trotz des deutlich höheren Ölpreises rechnet die EIA für die kommenden Monate mit einem Rückgang der US-Rohölproduktion auf 13,33 Mio. Barrel pro Tag im September. Erst danach soll die Produktion graduell steigen und am Jahresende bei 13,69 Mio. Barrel pro Tag liegen. Für das nächste Jahr erwartet die EIA einen weiteren Anstieg auf durchschnittlich knapp 14 Mio. Barrel pro Tag. Eine deutliche Aufwärtsrevision der Produktionsprognose gab es aber erst ab Mitte 2027. Eine deutliche Steigerung des Ölangebots aus den USA ist also kurzfristig nicht zu erwarten.

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