Zwei Covered-Call-ETFs mit zweistelligen Ausschüttungen: Warum diese Strategie jetzt neue Aufmerksamkeit verdient

KI-Symbol ARIVA.DE US-Markt  | 
aufrufe Aufrufe: 400
A-
A+
Lesemodus
playAudio
playTeilen

Covered-Call-ETFs rücken angesichts hoher Marktbewertungen und erhöhter Volatilität wieder verstärkt in den Fokus renditeorientierter Anleger. Zwei Produkte, die auf Seeking Alpha ausführlich analysiert wurden, sind der JPMorgan Equity Premium Income ETF (JEPI) und der Columbia Seligman Premium Technology Growth Fund (STK). Beide kombinieren Aktienengagement mit systematischem Optionsverkauf und zielen damit auf attraktive laufende Erträge bei begrenzter Partizipation an Kursanstiegen.

Marktumfeld und Grundprinzip der Covered-Call-Strategie

Covered-Call-Strategien verkaufen Call-Optionen auf im Portfolio gehaltene Aktien, um zusätzliche Prämieneinnahmen zu generieren. Diese Prämien dienen als laufende Ertragsquelle und können Kursrückgänge teilweise kompensieren. Im Gegenzug begrenzen sie das Aufwärtspotenzial, da steigende Kurse über den vereinbarten Ausübungspreisen an den Käufer der Optionen abgegeben werden müssen. In Phasen mit erhöhter, aber nicht extrem hoher Volatilität können die vereinnahmten Prämien vergleichsweise attraktiv ausfallen.

JEPI: Defensiver Covered-Call-Ansatz auf US-Standardwerte

Der JPMorgan Equity Premium Income ETF (Ticker: JEPI) investiert in ein fundamental selektiertes Portfolio überwiegend defensiver US-Large-Caps. Hinzu kommt der Einsatz von Equity-Linked Notes (ELNs), über die faktisch Covered Calls auf den S&P 500 geschrieben werden. Das Ziel ist, eine laufende Ausschüttungsrendite im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich zu erzielen, bei gleichzeitig reduzierter Volatilität im Vergleich zum Gesamtmarkt.

JEPI unterscheidet sich von rein indexbasierten Covered-Call-ETFs durch seinen aktiv gemanagten Aktienkorb und die Nutzung von ELNs anstelle direkt an der Terminbörse gehandelter Optionen. Der Fonds verzichtet auf Hochbeta-Wachstumswerte und fokussiert sich überwiegend auf qualitativ hochwertige Titel mit stabilen Cashflows. Dadurch soll das Basisportfolio weniger anfällig für starke Rückschläge sein. Die Prämieneinnahmen aus den ELNs bilden den zweiten Ertragspfeiler und werden regelmäßig an die Anleger ausgeschüttet.

Renditeprofil und Risiken von JEPI

Laut der auf Seeking Alpha vorgenommenen Analyse zeichnet sich JEPI durch eine im historischen Vergleich ansprechende Ausschüttungsrendite aus, die im Bereich von rund 8 % bis 10 % p.a. lag. Diese Erträge stammen sowohl aus Dividenden der gehaltenen Aktien als auch aus den Optionsprämien. Im Gegenzug nimmt der ETF an starken Bullenmärkten nur eingeschränkt teil, da Kursgewinne oberhalb der vereinbarten Ausübungspreise an den Optionskäufer abgegeben werden.

Ein zentrales Risiko besteht darin, dass in abrupten, starken Abwärtsphasen die vereinnahmten Prämien den Kursrückgang des Aktienportfolios nicht vollständig kompensieren können. Außerdem hängt die Höhe der Optionsprämien von der impliziten Volatilität und dem Zinsniveau ab, sodass die Ausschüttungen zyklisch schwanken können. Dennoch wird im Beitrag hervorgehoben, dass JEPI in Seitwärts- und moderat steigenden Märkten ein attraktives Chance-Risiko-Profil aufweisen kann.

STK: Technologieorientierter Covered-Call-Fonds

Der Columbia Seligman Premium Technology Growth Fund (Ticker: STK) verfolgt eine ähnliche Grundlogik, fokussiert sich jedoch auf den Technologiesektor. Der Fonds investiert in ein konzentriertes Portfolio wachstumsstarker Tech- und Kommunikationswerte und schreibt darauf Covered Calls. Ziel ist, das strukturelle Wachstumspotenzial des Sektors mit regelmäßigen Prämieneinnahmen zu kombinieren, um eine hohe laufende Ertragskomponente zu generieren.

STK ist als Closed-End-Fund strukturiert und nutzt im Rahmen seiner Anlagestrategie die Möglichkeit, einen Teil des Portfolios mit Call-Optionen zu überdecken. Die im Beitrag auf Seeking Alpha dargestellte Ausschüttungsrendite bewegt sich im zweistelligen Prozentbereich. Diese resultiert überwiegend aus Optionsprämien, während Dividenden der zugrunde liegenden Wachstumswerte typischerweise eine geringere Rolle spielen.

Ertragschancen und spezifische Risiken von STK

Die Ertragschancen von STK liegen in der Kombination aus Sektorwachstum und hoher Optionsprämie, die durch die traditionell höhere Volatilität von Technologiewerten begünstigt wird. In Phasen kräftiger Kursanstiege wird das Potenzial jedoch durch die verkauften Calls beschnitten, da die Aktien oberhalb der Ausübungspreise tendenziell aus dem Portfolio „abgerufen“ werden. Damit opfert der Fonds einen Teil des langfristigen Upsides zugunsten sofortiger Ertragsrealisierung.

Auf der Risikoseite steht die Sektorkonzentration: Ein plötzlicher Bewertungsrückgang im Technologiesektor kann zu deutlichen Nettoinventarwert-Verlusten führen, die auch durch hohe Prämien nur begrenzt abgefedert werden. Hinzu kommt das Closed-End-Fund-spezifische Risiko eines Abschlags (Discount) oder Aufschlags (Premium) des Börsenkurses auf den inneren Wert, was die tatsächliche Anleger-Rendite zusätzlich beeinflussen kann. Der Artikel auf Seeking Alpha zeigt, dass STK in Phasen technischer Sektorrotation besonders volatil sein kann.

Warum diese beiden Vehikel derzeit besondere Beachtung finden

Im Beitrag wird betont, dass JEPI und STK in einem Umfeld nachlassender Kursdynamik und schwankender Zins- wie Inflationsperspektiven ein differenziertes Ertragsprofil bieten. Anleger, die nicht ausschließlich auf Kursgewinne setzen möchten, sondern laufende Cashflows priorisieren, finden in Covered-Call-ETFs eine Alternative zu reinen Wachstums- oder Dividendenstrategien. Die Kombination aus breitem Large-Cap-Exposure bei JEPI und technologieorientiertem Wachstum bei STK eröffnet unterschiedliche Rendite- und Risikoprofile innerhalb desselben Instrumententyps.

Der Artikel auf Seeking Alpha arbeitet heraus, dass insbesondere die jüngsten Marktverwerfungen und der Wechsel von aggressiven Wachstumsphasen hin zu volatileren Seitwärtsbewegungen die Attraktivität der Covered-Call-Logik unterstreichen. Je eingeschränkter das Kursaufwärtspotenzial und je höher die Volatilität, desto bedeutender werden Prämieneinnahmen als Renditetreiber. Gleichzeitig mahnt die Analyse zur Beachtung der inhärenten Strukturgrenzen: Covered Calls sind kein Freifahrtschein gegen starke Bärenmärkte und begrenzen zwangsläufig das Ausmaß künftiger Kursgewinne.

Fazit: Einordnung für konservative Anleger

Für konservative Anleger mit Fokus auf laufende Erträge und begrenzte Volatilität können JEPI und STK interessante Bausteine im Portfolio sein, sofern die spezifischen Risiken akzeptiert werden. JEPI eignet sich tendenziell als defensiverer Baustein, der das breite US-Aktienmarktrisiko mit einer systematischen Prämienstrategie kombiniert und auf Qualitätswerte setzt. STK erscheint als renditeorientierte Beimischung für Anleger, die bereit sind, die höhere sektorale Konzentration und Volatilität des Technologiesektors in Kauf zu nehmen, um eine potenziell höhere Ausschüttungsrendite zu erzielen.

Aus Sicht eines konservativen Investors bietet sich eine dosierte Allokation an, etwa als Ergänzung zu klassischen Dividenden- und Anleiheportfolios. Eine schrittweise Positionierung kann helfen, Einstiegszeitpunkte zu diversifizieren und Bewertungsrisiken zu mindern. Entscheidend ist, die Produkte nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu bestehenden Kernanlagen zu betrachten und das begrenzte Aufwärtspotenzial in starken Bullenmärkten bewusst in Kauf zu nehmen. Unter diesen Prämissen können Covered-Call-ETFs wie JEPI und STK einen Beitrag zur Stabilisierung der Gesamtrendite und zur Glättung des Ertragsprofils leisten.


Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login
Werte aus dem Artikel:
US 500 7.810,16 +0,57%
Knockout von Ing Markets Werbung

Passende Knock-Outs

Strategie Hebel
Steigender Kurs
Call
5
10
20
Fallender Kurs
Put
5
10
20
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB2E621 , DE000NB6BE11 , DE000NB7FXV3 , DE000NB4BBZ6 , DE000NB6K3M6 , DE000NB3LWT6 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Warnung
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlage­strategien geeignet.

Ähnliche Artikel

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Themen im Trend

Weitere Vorteile:

  • Kursalarme
  • Watchlists & Musterdepots
  • Börsenspiele & Community-Forum
  • Historische Kurse im CSV-Format
  • News & Themen abonnieren