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Firmus wollte mit 30 Milliarden US-Dollar Bewertung an die Börse, bei 51 Millionen Umsatz. Jetzt ist der Börsengang geplatzt. Ist das der Anfang vom Ende des Hypes um Rechenzentren?
Für dich zusammengefasst:
Firmus zieht geplanten Börsengang an der australischen Börse zurück.
Das Unternehmen sucht nun private Finanzierungsrunden.
Infrastruktur für künstliche Intelligenz erhält fast 500 Milliarden US-Dollar.
Nach dem geplatzten Börsengang sucht Firmus das Geld im kleinen Kreis. Der von Nvidia unterstützte Rechenzentrumsbetreiber spricht mit bestehenden Investoren über eine private Finanzierungsrunde von zwei bis drei Milliarden US-Dollar, wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet.
An der australischen Börse wollte Firmus rund fünf Milliarden US-Dollar einsammeln, bei einer Bewertung von 30 Milliarden US-Dollar. Am Freitag zog das Unternehmen den Antrag zurück.
Die Bedingungen spiegelten die Stärke des Geschäfts nicht angemessen wider, begründete der Vorstand den Rückzug mit Blick auf die jüngste Marktvolatilität. Ob Eigen- oder Fremdkapital fließt, ist noch offen. Langfristig prüft Firmus einen Börsengang in den Vereinigten Staaten.
Der frühere Bitcoin-Schürfer setzte im Geschäftsjahr 2026 gerade einmal 51 Millionen US-Dollar um. Von geplanten 912 Megawatt Rechenzentrumsleistung stehen erst 46. "Die Investoren waren einfach nicht bereit, im Voraus einen astronomisch hohen Preis für Kapazitäten zu zahlen, die größtenteils noch auf dem Reißbrett liegen", sagte Josh Gilbert von eToro. Der Pensionsfonds UniSuper hielt sich ebenfalls fern. Firmus habe eine überzeugende Geschichte, aber keine überzeugende Bewertung, sagte Anlagechef John Pearce.
Warnsignal für die Branche
Der Rückzug trifft eine Branche, die am Tropf der Kreditmärkte hängt. In diesem Jahr flossen fast 500 Milliarden US-Dollar an neuen Krediten in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Gleichzeitig steigen die Zinsen. Mehrere Kandidaten zögern deshalb mit ihrem Börsengang, darunter der Cloud-Anbieter Nscale und SB Energy aus dem Reich von SoftBank.
Mit Spannung erwarten Investoren den möglichen Mega-Börsengang von Anthropic, der schon im November kommen könnte. "Die Märkte sind nervös und wollen mehr als nur das Versprechen zukünftiger Buchungen", sagte Kirk Boodry von Bloomberg Intelligence.
Neoclouds unter Beobachtung
Börsennotierte Neoclouds, also spezialisierte Vermieter von Rechenleistung, zeigen das Dilemma. CoreWeave bringt laut MarketScreener rund 51 Milliarden US-Dollar auf die Waage und legte seit Jahresbeginn 28 Prozent zu. Gewinne schreibt der Konzern aber noch nicht. Die Nettoverschuldung soll von 46 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr auf 76 Milliarden im nächsten Jahr steigen.
Auch Nebius schreibt rote Zahlen. Der Rivale kommt auf 64 Milliarden US-Dollar Börsenwert und hat sich seit Januar fast verdreifacht. Roundhill-Chef Dave Mazza zählt beide zu den am stärksten verschuldeten und schwankungsanfälligsten Werten der Branche.
Fazit
Der geplatzte Börsengang zeigt, dass die Geduld mit teuren Wachstumsgeschichten schwindet. Bei hohen Zinsen zählen Umsatz und Bilanz mehr als Megawatt auf dem Papier. Ein Erfolg des Anthropic-Börsengangs könnte die Stimmung drehen, ein Flop würde sie weiter verschlechtern.
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