US-Notenbank: Geht es im Dezember erst richtig los? - Chris Waller stellt weitere Zinserhöhungen in Aussicht

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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Das FED-Gebäude beherbergt die Zentrale der Federal Reserve, die Zentralbank der Vereinigten Staaten
©pedrik CC2
Fed-Gouverneur Chris Waller warnt vor anhaltendem Preisdruck und geht von weiteren Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank aus. Öl, KI-Boom und mögliche neue Zölle könnten die Inflation zusätzlich anheizen.
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Die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung an der Zinsfront bekommt einen neuen Dämpfer. Fed-Gouverneur Chris Waller rechnet mit weiteren Zinserhöhungen, sollte sich die US-Wirtschaft so entwickeln wie von ihm erwartet.

"Wenn die Wirtschaftsdaten weiterhin wie erwartet ausfallen, gehe ich von weiteren Zinserhöhungen aus, um eine schnellere Rückkehr der Inflation auf unser 2%-Ziel zu unterstützen", sagte Waller am Donnerstag auf einem Wirtschaftsforum der türkischen Zentralbank in Istanbul.

Allerdings müsse die US-Notenbank die Zinsen nicht bei jeder Sitzung anheben. „Es besteht jedoch ein gewisser Spielraum hinsichtlich des Zeitpunkts dieser Erhöhungen. Sie müssen nicht in aufeinanderfolgenden Sitzungen erfolgen, sollten aber innerhalb eines akzeptablen Zeitraums umgesetzt werden.“

Waller sieht mehrere Faktoren, die den Inflationsdruck länger hochhalten könnten. Dazu zählen die Unsicherheit rund um den Nahostkonflikt, niedrige Energievorräte sowie beschädigte Infrastruktur. Dadurch könnten die Ölpreise bis 2027 erhöht bleiben.

Auch der massive Ausbau der künstlichen Intelligenz sorgt seiner Einschätzung nach für neuen Preisdruck. Die Nachfrage nach Hightech-Komponenten und Infrastruktur habe die Preise in diesem Bereich deutlich steigen lassen. Hinzu kommen die anhaltenden Handelskonflikte und die Gefahr neuer Zölle.

Besonders kritisch sieht Waller die jüngste Entwicklung der Inflation. "Als kurz vor der September-Sitzung des FOMC die ersten Inflationszahlen für August veröffentlicht wurden, war es unmöglich zu leugnen, dass die Inflation immer noch zu hoch war und keine ausreichenden Fortschritte in Richtung unseres Ziels machte."

Gleichzeitig erwartet der Fed-Gouverneur für die zweite Jahreshälfte eine stärkere wirtschaftliche Aktivität. Dass höhere Zinsen die Konjunktur massiv ausbremsen könnten, bereitet ihm derzeit offenbar wenig Sorgen.

Deutlich größer ist seine Sorge, dass sich dauerhaft höhere Inflationserwartungen festsetzen könnten. "Ich bin jedoch besorgt, dass die jüngste Beschleunigung der Inflation – nach nunmehr fünfeinhalb Jahren, in denen sie über dem Zielwert des FOMC liegt – Verbraucher, Investoren und preissetzende Unternehmen dazu veranlassen wird, ihre Erwartungen hinsichtlich der künftigen Inflation nach oben zu korrigieren."

Für Waller befindet sich die US-Wirtschaft aktuell in einer ähnlichen Lage wie bereits bei der Fed-Sitzung Mitte September. „Insgesamt bestätigen die neuen Daten meine Ansicht, dass der Arbeitsmarkt stabil und die Inflation zu hoch ist“, sagte er. "Zumindest kurzfristig wird sich die Politik auf die Inflationsbekämpfung konzentrieren."

Auch bei der Kommunikation der künftigen Geldpolitik plädiert Waller für einen Mittelweg. Die Fed solle weder völlig offenlassen, wohin sie steuert, noch einen starren Zinspfad vorgeben. Stattdessen könnten die Währungshüter die ungefähre Richtung und den Umfang weiterer Schritte nennen, ohne sich auf konkrete Termine festzulegen.

"Wir könnten betonen, dass der Verlauf der Geldpolitik nicht vorherbestimmt ist und von den eingehenden Daten abhängen wird", sagte Waller.

Seine Botschaft an die Märkte ist damit klar: Weitere Zinserhöhungen bleiben wahrscheinlich, falls Inflation und Konjunktur stark bleiben. Ein fester Fahrplan existiert jedoch nicht.

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Redaktion Ariva/MW



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