Die KI-Schuldenwelle rollt: Tencent, SoftBank und Co. leihen sich Hunderte Milliarden

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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 Shenzhen, China 09. August 2026: Das Suchergebnis für Tencent QQ wird auf einem digitalen Bildschirm angezeigt
picture alliance / imageBROKER | Mojahid Mottakin
Tencent will sich bis zu fünf Milliarden US-Dollar leihen. Die Investitionen explodieren, der Gewinn stockt, die Aktie hat ein Viertel verloren. Doch Analysten sehen mehr als 50 Prozent Luft. Zu Recht?
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Der chinesische Internetkonzern prüft die Ausgabe von Offshore-Anleihen im Volumen von bis zu fünf Milliarden US-Dollar, wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet. Die Papiere könnten auf US-Dollar und Offshore-Yuan lauten und schon in diesem Monat kommen.

Wofür das Geld fließen soll, ist noch offen. Erst im Juni hatte Tencent mit langlaufenden Anleihen fast 4,7 Milliarden US-Dollar eingesammelt, so viel wie seit 2020 nicht mehr. Das Geld floss vor allem in die Refinanzierung und in KI-Produkte. Laut Bloomberg-Daten stehen derzeit rund 22 Milliarden US-Dollar an Offshore-Anleihen aus. Fällig wird in diesem Jahr keine davon.

Schuldenwelle rollt durch die Technologiebranche

Weltweit leihen sich Technologiekonzerne Milliarden, um im KI-Rennen mitzuhalten. Erst im September sammelte SoftBank mit einer der größten Ramschanleihen der Geschichte umgerechnet 11,1 Milliarden US-Dollar ein. Viele werteten die Emission als Lackmustest für den Appetit der Anleiheinvestoren. Laut Kreditstrategen von Goldman Sachs übersteigt das Volumen von Anleihen mit KI-Bezug im Jahr 2026 bereits 575 Milliarden US-Dollar. Die Sorge wächst, was passiert, wenn sich die Milliarden nicht auszahlen.

Werte aus dem Artikel:
Alibaba Aktie (ADR) 105,50 $ -1,40%
SoftBank Group Aktie 32,40 € -8,58%
Tencent Aktie 47,00 € -1,73%

Die Ausgaben fressen den Cashflow

Tencent jagt Rivalen wie ByteDance und Alibaba. Im Juni-Quartal schossen die Investitionen in Projekte und Rechenkapazität um 176 Prozent auf 52,8 Milliarden Yuan nach oben, umgerechnet 7,9 Milliarden US-Dollar. Laut GuruFocus rutschte der freie Cashflow dadurch auf minus 13,8 Milliarden Yuan. Der Nettogewinn stieg nur um 0,7 Prozent auf 56 Milliarden Yuan, Analysten hatten 61,8 Milliarden erwartet. "Wir fühlen uns wohl dabei, erheblich in künstliche Intelligenz zu investieren", sagte Präsident Martin Lau.

Aktie mit Abschlag

Die Börse zweifelt. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie mehr als ein Viertel und notiert bei rund 420 Hongkong-Dollar. Mit einem Börsenwert von rund 490 Milliarden US-Dollar wiegt Tencent laut MarketScreener trotzdem fast doppelt so viel wie Alibaba. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2026 liegt bei 14,8, Alibaba kommt für das laufende Geschäftsjahr auf rund 21. Die 44 Analystinnen und Analysten raten im Schnitt zum Kauf. Ihr mittleres Kursziel liegt mehr als 50 Prozent über dem Kurs.

Fazit

Die Anleihe zeigt, wie teuer das KI-Rennen wird. Tencent kann die Last stemmen. Doch der Markt will Erträge sehen. Mit einem KGV unter 15 preist die Aktie viel Skepsis ein. Die Zahlen zum dritten Quartal am 18. November zeigen, ob die Milliarden schon wirken.


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