Eine Beraterin in einem Gespräch (Symbolbild).
Quelle: - © Szepy / iStock / Getty Images Plus / Getty Images:
Google
dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 377

Weniger neue Bausparverträge - Branche meldet Normalisierung

STUTTGART/BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Boom durch die Zinswende kühlt sich das Bauspargeschäft in Deutschland weiter ab. Sowohl die privaten Bausparkassen als auch die Landesbausparkassen berichten von rückläufigem Neugeschäft. Bereits 2024 war die Nachfrage zurückgegangen.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Commerzbank AG -   Commerzbank AG Chart 0,00%
Zugehörige Wertpapiere:
Dt. Bank AG 33,155 € Deutsche Bank AG Chart +0,82%
Zugehörige Wertpapiere:
Wüstenrot & Württembergische AG 15,04 € Wüstenrot & Württembergische AG Chart +0,94%
Zugehörige Wertpapiere:

Bei den Landesbausparkassen (LBS) wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 rund 297.000 neue Bausparverträge mit einer Summe von 16,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Minus von 13,9 Prozent bei der Vertragszahl und einem Rückgang der Bausparsumme um 20,8 Prozent. Die Entwicklung sei Ausdruck einer gewissen Normalisierung, nachdem die abrupte Zinswende 2022 dem Bausparen eine außergewöhnliche Sonderkonjunktur beschert habe, hieß es.

Auch der Verband der Privaten Bausparkassen spricht von einer erwartbaren Abkühlung. "Nach den außergewöhnlichen Jahren der Zinswende hat sich das Bauspargeschäft erwartungsgemäß normalisiert", sagte Verbandschef Bernd Hertweck, der auch Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Wüstenrot ist. Das Interesse bleibe aber hoch: "Viele Menschen suchen Planungssicherheit - gerade in einem wieder deutlich volatileren Zinsumfeld."

Grundsätzlich teilen sich Bausparverträge in zwei Phasen auf: Sparerinnen und Sparer zahlen regelmäßig Geld ein, um nach einigen Jahren das Recht auf einen Kredit mit vergleichsweise niedrigen Zinsen zu bekommen. Dadurch haben sie Planungssicherheit, zum Beispiel für den Kauf einer Wohnung. Darüber hinaus erhalten sie Guthabenzinsen.

Menschen wollen sich niedrige Zinsen sichern

Knockout von Ing Markets Werbung

Passende Knock-Outs

Strategie Hebel
Steigender Kurs
Call
5
10
20
Fallender Kurs
Put
5
10
20
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB22YL7 , DE000NB4L1P4 , DE000NB4M331 , DE000NB3BA67 , DE000NB2VBG8 , DE000NB40LL6 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Der Bedeutungszuwachs des Bausparens zeigt sich aus Sicht der Branche vor allem im Wunsch nach langfristiger Sicherheit. "Bausparen ist heute mehr denn je ein Instrument der Vorsorge. Es verbindet den kontinuierlichen Aufbau von Eigenkapital mit der langfristigen Absicherung günstiger Darlehenszinsen - und das gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit", betonte Hertweck.

Den privaten Instituten zufolge lassen sich über einen Bausparvertrag aktuell Darlehenszinsen zwischen rund 0,45 und knapp 2,5 Prozent sichern - abhängig von Tarif, Laufzeit und Sparphase. Demgegenüber stehen Immobilienkredite, für die nach LBS-Angaben bei mindestens zehnjähriger Zinsbindung und guten Voraussetzungen wieder Zinsen von mehr als vier Prozent fällig werden.

Ende der EZB-Niedrigzinspolitik trieb das Geschäft

Die Niedrigzinspolitik der Zentralbank nach der Finanzkrise hatte das Geschäft der Bausparkassen jahrelang unter Druck gesetzt. Günstige Kredite waren in der Folge nichts Besonderes mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Nach der Zinswende Mitte 2022 haben sich Immobilienkredite aber wieder deutlich verteuert - und die Nachfrage nach Bausparverträgen in die Höhe schießen lassen. Viele Menschen wollten sich gegen die steigenden Zinsen absichern, die Institute verzeichneten Zuwächse im mittleren zweistelligen Bereich. Mitte 2024 hatte die EZB damit begonnen, den Leitzins wieder zu senken. Seit Juni liegt er stabil bei 2,0 Prozent.

Die Landesbausparkassen stehen für gut ein Drittel des Markts in Deutschland, den Rest teilen sich die privaten Institute. Das Kernland der Branche ist Baden-Württemberg. Auf die vier Bausparkassen im Südwesten entfielen im Jahr 2024 - gemessen an der neu abgeschlossenen Bausparsumme - mehr als 60 Prozent des Markts. Neben dem Branchenprimus Schwäbisch Hall haben die größte deutsche Landesbausparkasse - die LBS Süd - sowie Wüstenrot und die Deutsche Bausparkasse Badenia dort ihren Sitz./jwe/DP/zb

Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend