WASHINGTON (dpa-AFX) - Ein Bundesgericht in Alabama hat den Neuzuschnitt von Wahlkreisen in dem US-Bundesstaat vorläufig blockiert. Damit scheiterten die Republikaner mit dem Versuch, einen Wahlkreisplan aus dem Jahr 2023 wieder einzuführen, der laut Richtern schwarze Wählerinnen und Wähler diskriminiert. Demnach untersagte das Gericht dem republikanisch regierten Alabama laut Gerichtsakte vorläufig, "die Kongresswahlen 2026 gemäß dem Plan von 2023 durchzuführen".
Für dich zusammengefasst:
Ein Bundesgericht in Alabama blockierte Wahlkreisneuzuschnitt.
Republikaner scheiterten mit Plan aus dem Jahr 2023.
Alabama legte gegen die Anordnung umgehend Berufung ein.
Der Fall beschäftigte schon mehrmals Gerichte in den USA. Bei der jetzigen Anordnung handelt es sich um eine einstweilige Verfügung. Es ist eine, zumindest kurzfristige, Niederlage für die Republikaner in dem südlichen Bundesstaat. Alabama legte gegen die Anordnung umgehend Berufung ein.
Parteien nutzen Gerrymandering, um sich Vorteile zu verschaffen
Den Richtern zufolge zielt der Neuzuschnitt der Republikaner darauf ab, die Stimmen schwarzer Wählerinnen und Wähler auf mehrere Wahlkreise aufzuteilen - und sie so verpuffen zu lassen.
Hintergrund der Neuzuschnitte von Wahlkreisen - das sogenannte Gerrymandering - ist, dass alle zehn Jahre die Wahlkreise neu zugeschnitten werden müssen, damit sie jeweils ähnlich viele Einwohner umfassen. In der Praxis nutzen Parteien diesen Prozess jedoch oft, um sich Vorteile zu verschaffen: So können aus einem Wahlkreisteil mit klarer Mehrheit Gebiete in einen anderen Wahlkreis verfrachtet werden, in dem das Rennen enger ist.
Kurzfristige Niederlage für die Republikaner
In vielen Bundesstaaten befassen sich US-Gerichte mit derartigen Fällen. Am 3. November gibt es in den USA Parlamentswahlen: Das Repräsentantenhaus wird dabei komplett neu gewählt, und ein Teil des Senats. Bei diesen Zwischenwahlen könnte jedes einzelne Mandat entscheidend sein.
Auf Druck von US-Präsident Donald Trump sind seine Parteifreunde in den Bundesstaaten dabei, die Wahlkreisgrenzen zugunsten der Republikaner neu zu ziehen. In Texas, Florida, Oklahoma, Tennessee, North Carolina und Ohio gab es neue Wahlkreise oder Pläne dafür. Die Demokraten zogen wiederum in Kalifornien und Virginia nach, stehen aktuell aber schlechter da.
Die sogenannten Midterms gelten als Stimmungstest für die Politik Trumps: Verlieren die Republikaner bei den Zwischenwahlen ihre aktuell sehr knappe Mehrheit auch nur in einer der beiden Parlamentskammern, wird Trump keine größeren Gesetzesinitiativen mehr durchsetzen können.
Einen Rückschlag erhielten die Pläne von Trumps Republikanern auch in South Carolina. Dort scheiterte ein Gesetz für einen Neuzuschnitt der Wahlkreise im Senat - trotz einer republikanischen Mehrheit in der Kammer. Der Neuzuschnitt hätte den Wahlkreis des schwarzen demokratischen Abgeordneten Jim Clyburn aufgespalten. Er ist der einzige Demokrat, der für South Carolina im US-Repräsentantenhaus sitzt./she/DP/zb
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