- Viele Russen fühlen sich von Feinden umzingelt.
- 62 Prozent der Befragten sehen Polen als Feindesland.
- 65 Prozent glauben, Russland sei kein Aggressor.
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Im Auftrag der deutschen Sacharow-Stiftung hat das in Russland als Auslandsagent eingestufte Institut die Weltsicht der Russen nach vier Jahren Ukraine-Krieg erforscht. In den mehr als 30 Jahren seit dem Ende der Sowjetunion habe Russland nur sechs Jahre lang keinen Krieg geführt, sagte Gudkow. Er sprach von einer "Militarisierung des Bewusstseins".
Polen ist Feind, USA großer Konkurrent
Unter den mehr als 1.600 Befragten sahen 62 Prozent Polen und Litauen als feindselige Länder, gefolgt von Großbritannien (57 Prozent), Deutschland (50 Prozent), Schweden (40 Prozent). Die USA wurden überwiegend als Konkurrent eingestuft (53 Prozent). Auf die Frage nach fünf befreundeten Ländern wurden am häufigsten Belarus, China, Kasachstan, Indien und Nordkorea genannt - mit Ausnahme von Indien repressiv bis diktatorisch regierte Staaten.
Das Bild der USA hat sich bei den Russen über die vergangenen Jahrzehnte mehrfach positiv oder negativ verändert. Es war schlecht unter Präsident Joe Biden wegen der Unterstützung für die Ukraine. Und es verbesserte sich mit dem Amtsantritt von Donald Trump, der ein rasches Ende des Kriegs versprach.
Trump soll den Frieden bringen, den Putin nicht will
"Die Menschen sind den Krieg leid", sagte Gudkow. Die Hoffnungen seien auf Trump übertragen worden, weil klar sei, dass Kremlchef Wladimir Putin den Krieg nicht beenden werde und daran auch nichts zu ändern sei. Die Sehnsucht nach Frieden bedeute aber keine Bereitschaft zu Kompromissen: "Die Russen sind überzeugt, dass die Ukraine aufgeben und kapitulieren wird."
Den Krieg sehen die Russen als vom Westen aufgezwungen an. Russland sei nie ein Aggressor oder Initiator von Konflikten mit anderen Ländern gewesen - im Jahr 1998 bejahten 36 Prozent der Russen diese Aussage. Bis 2024, als die Invasion in die Ukraine schon zwei Jahre dauerte, wuchs dieser Anteil sogar auf 65 Prozent./fko/DP/zb
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